Rezension über das Auto Honda CR‑V 2022

Bewertung des Besitzers Сергей В.

2 Besitzer

27 Januar 2026

★ ★ ★ ★ ★ ★ ★ ★
8/10

Vorteile

fährt sehr gleichmäßig und sanft, Innenraum riesig und bequem, Allradantrieb greift sicher, Verbrauch vernünftig, alle Knöpfe am richtigen Platz, Zuverlässigkeit bislang hervorragend

Nachteile

Reifengeräusche auf schlechter Fahrbahn, etwas schwach beim Überholen, Kofferraum ohne Haken stört, Wartungskosten höher als bei Koreanern, Bodenfreiheit für einen Crossover nicht besonders hoch, Rückfahrkamera verrauscht

Rezension

Ich habe 2023 einen CR-V gekauft, als klar wurde, dass mein bisheriges Auto – ein Sportage von 2016 – immer mehr Geld kostet: mal das eine, mal das andere. Dazu ist die Familie gewachsen, zwei Kinder, regelmäßige Fahrten ins Umland und in die Berge. Es sollte ein geräumigeres Fahrzeug ohne Zuverlässigkeitsüberraschungen werden. Ich habe sofort in Richtung japanischer Modelle geschaut – ich wollte einfach nur fahren, nicht ständig in der Werkstatt leben. Nach mehreren Besichtigungen und Probefahrten war klar: viel Platz im Innenraum, hochwertige Anmutung, und mit Rabatt war der Preis absolut im Rahmen. Letztlich war ich der Meinung, dass es besser ist, gleich mehr für eine Honda auszugeben, als einen Koreaner endlos zu flicken.

In den ersten Tagen fühlte es sich ungewohnt an. Hohe Sitzposition, weiches Fahrwerk, angenehme Ruhe im Innenraum – im Vergleich zum Sportage kam es einem vor, als wäre man in eine höhere Klasse gewechselt. Der war straff und laut, dieser hier ruhig und geschmeidig, als würde man gemütlich cruisen, selbst bei normalem Tempo. Zweimal dachte ich kurz, der Motor wäre ausgegangen, so leise war es – aber nein, einfach nur eine gleichmäßige, entspannende Fahrt. Keine Begeisterungsstürme, kein „Wow“, dafür aber auch keine nervigen Kleinigkeiten – und das ist vermutlich das Wichtigste.

In der Stadt verhält sich der CR-V souverän: leichtgängige Lenkung, überschaubare Abmessungen, Einparken kein Problem. Verbrauch im Stau bei etwa 9–10 Litern. Auf der Autobahn liegt er stabil, Überholmanöver sind kalkulierbar, und der Allradantrieb hilft wirklich – besonders bei Regen und im Winter. Das Fahrwerk bügelt schlechten Asphalt und Schlaglöcher gut aus, ohne Poltern oder Durchschlagen, auch wenn es natürlich kein echter Geländewagen sein will. Im Alltag ist alles durchdacht: hinten ausreichend Platz, die Kinder stoßen nicht mit den Ellbogen aneinander, meine Frau betont extra, dass die Fahrten deutlich angenehmer geworden sind.

Im Sommer sind wir als Familie in die Karpaten gefahren: Kofferraum randvoll, ein Teil aufs Dach – es hat alles gepasst, die Strecke war entspannt. Und kürzlich bei Kiew bin ich in starkes Glatteis geraten: auf einer Steigung haben rundherum alle durchgedreht, ich habe den Allrad zugeschaltet und bin ohne Hektik hochgekommen. Ein Bekannter hat danach angerufen und sich gewundert, wie ich da überhaupt durchgekommen bin. Kleinigkeit, aber schön.

Natürlich gibt es auch Nachteile. Ab etwa 110 km/h wird das Abrollgeräusch der Reifen spürbar, besonders auf altem Belag. Bei zügigen Überholvorgängen fehlt es manchmal an Durchzug – das CVT-Getriebe jault, und die Beschleunigung entspricht nicht immer dem, was man erwartet. Die Rückfahrkamera verschmutzt im Regen sofort, im Kofferraum fehlen ordentliche Netze oder Organizer – Kleinteile rutschen hin und her. Die Wartung ist nicht günstig, kommt aber selten vor.

Nach drei Jahren Fahrzeit bin ich insgesamt zufrieden. Das Auto ist ruhig, zuverlässig, ohne böse Überraschungen. Nicht perfekt, aber im Verhältnis von Komfort und Freiheit von Ärger gehört es zu den besten, die ich je hatte. Würde ich heute vor der Frage stehen, es zu verkaufen, würde ich es vermutlich noch einige Jahre behalten.