
Der Innenraum des Volkswagen Passat B6 verbindet deutsche Praktikabilität mit Premium-Elementen und bleibt auch 2026 attraktiv. In diesem Beitrag beleuchten wir den Passat-Innenraum 2005–2010, die Ausstattungslinien, Änderungen über die Jahre, typische Schwächen und Tipps für den Gebrauchtwagenkauf in Deutschland. Der Überblick zeigt, warum das Modell weiterhin bei Familien gefragt ist. Technische Daten, Exterieur und Motoren behandeln wir in anderen Artikeln der Serie.
Materialien und Design
Der Innenraum des Passat B6 überzeugt durch Großzügigkeit und Ergonomie. Das „Premium-Komfort“-Design richtet sich an europäische Kunden: Horizontale Linien im Armaturenbrett erweitern optisch den Raum, die mittlere Konsole ist intuitiv bedienbar. Die Materialien variieren je nach Ausstattung, doch bereits in der Basis dominieren weiche Kunststoffe im Cockpit und an den Türen, höhere Linien bieten Aluminium- oder Holzdekor. Sitze sind mit Stoff oder Leder (Top) bezogen, bieten guten Seitenhalt und zahlreiche Verstellmöglichkeiten – der Fahrersitz häufig elektrisch und beheizbar.
Ein Pluspunkt des Passat-Innenraums ist die bequeme Ein- und Ausstiegsposition: Vordersitze sind ergonomisch und weit verstellbar in Höhe und Länge, passend für Fahrer von 160 bis 195 cm. Der Fond ist dank 2709 mm Radstand großzügig – ausreichend Platz für drei Erwachsene an Beinen und Kopf, die Rückbank klappt 60/40 um. Der Mitteltunnel stört jedoch den mittleren Passagier leicht. Der Kofferraum ist praxisnah: 565 Liter beim Limousine, 603 Liter beim Variant (bis 1731 l umgeklappt). Ebener Boden, Haken, Netze und Ablagen; beim Variant serienmäßiger elektrischer Heckklappe und Dachreling. Perfekt für Familienausflüge oder Transporte auf der Autobahn.

Ausstattungslinien auf dem deutschen Markt
Auf dem deutschen Markt war der Passat B6 Innenraum in den Linien Trendline (Basis), Comfortline und Highline (Top) erhältlich. Viele Fahrzeuge stammen aus Erstauslieferung oder EU-Import, daher schwankt die Ausstattung, typisch sind jedoch: Trendline mit Stoffsitzen, Klimaanlage, Elektrickpaket (Fenster, Spiegel), CD-Radio, Multifunktionslenkrad und 6 Airbags. Einzonen-Klima, aber gute Dämmung.
| Ausstattungslinie | Polster und Sitze | Multimedia und Klima | Assistenten und Optionen |
|---|---|---|---|
| Trendline (Basis) | Stoff, manuelle Verstellung | CD-Radio, Klimaanlage | ESP, Tempomat |
| Comfortline | Stoff/Alcantara, Sitzheizung | Zweizonen-Klima, RNS-300 | Regen-/Lichtsensor, Einparkhilfe |
| Highline (Luxus) | Leder, elektrische Verstellung | RNS-510 mit Navigation, Zweizonen-Klima | Xenon, Panoramadach, Parkassistent |
Comfortline brachte Zweizonen-Klimaautomatik, Tempomat, Leichtmetallfelgen, Regen- und Lichtsensor sowie verbessertes Multimedia (RNS-300 mit CD/MP3). Highline bot Premium-Ausstattung: Lederausstattung mit Heizung und Belüftung, Touchscreen-Navigation RNS-510, Panoramadach (Option beim Variant), adaptive Xenon-Scheinwerfer und Einparkhilfe vorn/hinten. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt dominieren Comfortline und Highline, ideal für Staus in Berlin oder lange Autobahnfahrten.
Änderungen des Innenraums im Lauf der Jahre
Innerhalb der B6-Generation (2005–2010) gab es kein radikales Facelift – das kam 2010 mit dem B7. Dennoch wurden schrittweise Verbesserungen eingeführt. 2005–2006: Basis-Materialien, Einzonen-Klima, analoge Instrumente. Ab 2007: neue Polsterfarben, bessere Dämmung (3–5 dB leiser durch zusätzliche Matten), optionales Panoramadach und aktualisiertes RNS-510.
2008–2010: Ergonomische Optimierungen wie Instrumente mit weißer Beleuchtung, weichere Kunststoffe, USB-Anschlüsse und Sitzbelüftung in Highline. Die Schalldämmung wurde weiter verbessert, besonders bei Dieseln. Spätere B6 (ab 2008) verfügen häufiger über Premium-Optionen direkt aus deutscher Produktion und bieten mehr Komfort im kalten Klima. Insgesamt wirkt der Passat-Innenraum 2005–2010 moderner, ohne grundlegende Umgestaltung.

Typische Schwachstellen des Innenraums
Trotz der Stärken zeigen gebrauchte Passat B6 bekannte Innenraumprobleme, vor allem bei schlechten Straßen, Staub und extremem Wetter. Häufige Kritik: Materialabnutzung – Stoff verschleißt nach 150–200.000 km, Leder reißt bei Frost (unter -20 °C), Kunststoff knarrt auf Unebenheiten. Die Dämmung ist neu gut, verschlechtert sich aber durch abgenutzte Türdichtungen.
Der Fond ist bequem, doch die Sicht nach hinten durch hohe Gürtellinie eingeschränkt, der Mitteltunnel stört. Elektrik: Heizung der Sitze defekt, Klimafilter verstopft, Multimedia (RNS-510) empfindlich gegenüber Feuchtigkeit. In salzbelasteten Regionen Rost an Schweller, der Feuchtigkeit in den Innenraum lässt. Pflege: Regelmäßige Innenreinigung, Dichtungen alle 5–7 Jahre erneuern. Weitere Punkte: Schwache Belüftung bei Hitze (+35 °C), Beschlagen der Scheiben im Winter, Knarren im Armaturenbrett bei hoher Laufleistung.

Fazit
2026 wirkt der Passat-Innenraum der B6-Generation immer noch zeitgemäß: geräumig, ergonomisch und mit hochwertigen Materialien, die vielen Budget-Limousinen überlegen sind. Keine riesigen Touchscreens wie bei Neuwagen, dafür klassischer Komfort ohne überflüssige Elektronik. Optimale Linie: Comfortline als perfekter Mix.
Orientierungspreis auf dem deutschen Markt: 3.500–6.500 € für solide Exemplare (höher bei niedriger Laufleistung oder Variant). Highline liegt bei 5.500–8.500 €. Beim Kauf Innenraum genau prüfen: Sitzabnutzung, Knarren, Funktion von Klima und Multimedia, Spuren intensiver Nutzung (Flecken, Risse). Kofferraum auf Feuchtigkeit und Dichtungen kontrollieren. Mit guter Pflege hält der Innenraum weitere 10+ Jahre – der Passat B6 bleibt eine zuverlässige Wahl auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt.