
Die Hyundai Sonata ab Baujahr 2019 weist in verschiedenen Bereichen – von Fahrleistungen über Elektronik bis Komfort – wiederkehrende Kritikpunkte auf. Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt ist bei einem gebrauchten Sonata eine gründliche Untersuchung unerlässlich – insbesondere bei Importfahrzeugen und unter Berücksichtigung hiesiger Straßen- und Nutzungsbedingungen. Der Beitrag fasst die häufigsten Mängel aus Besitzerberichten und Werkstatt-Erfahrungen zusammen. Technische Daten, Ausstattung und Innenraum-Details finden Sie in den weiteren Teilen der Serie.
Wesentliche Schwachstellen und Besonderheiten dieser Generation
Besitzer der Hyundai Sonata DN8 berichten von mehreren Aspekten, die den Alltag beeinträchtigen können. Bei der hierzulande verbreiteten Variante mit 2.5 GDi-Motor und 8-Gang-Automatik liegt der reale Stadtverbrauch laut Rückmeldungen meist bei 9,5–11,5 l/100 km – für die Mittelklasse akzeptabel, steigt jedoch bei Stau oder sportlicher Fahrweise deutlich an. Hybridversionen, die gelegentlich als Import auftauchen, erreichen kombinierte Werte von ca. 5,0–6,0 l/100 km, verlangen aber hohe Kraftstoffqualität (mind. 95–98 ROZ Super Plus).
Das Infotainment mit 8- bis 12,3-Zoll-Touchscreen unterstützt Apple CarPlay und Android Auto, doch es häufen sich Berichte über Software-Glitches: Bildschirme frieren ein, gehen kurz aus oder reagieren verzögert. Die integrierte Navigation ist nicht immer optimal für europäische/deutsche Straßen ausgelegt – viele nutzen daher Smartphone-Apps.
Die Geräuschdämmung liegt im Mittelfeld: Ab ca. 120–130 km/h sind Abroll- und Windgeräusche deutlich hörbar, der fehlende Zusatzschutz im Kofferraum verstärkt den Reifengeräusch-Eintrag von hinten. Besonders auf welligen Autobahnen oder schlechten Landstraßen fällt das auf.
Die Materialqualität im Innenraum ist unterschiedlich: Basisausstattungen verwenden harten, kratzempfindlichen Kunststoff, höhere Linien bieten weiche Flächen und Leder. Ab ca. 70.000–100.000 km zeigen sich bei vielen Exemplaren deutliche Gebrauchsspuren an Mittelkonsole, Türverkleidungen und anderen Kunststoffteilen.
Die Elektronik macht die Wartung anspruchsvoll: Fehlersuche erfordert meist diagnosetechnisch ausgerüstete Fachwerkstätten oder Vertragspartner. Bei US- oder koreanischen Importen können Ersatzteile länger dauern. Preise für Teile wie Fensterheber oder Fahrwerkskomponenten liegen im oberen Mittelfeld der Klasse, gute Nachbauqualität ist aber gut verfügbar.
Modelljahre und Versionen – worauf besonders achten
Da es sich um ein aktuelles Modell handelt, zeigen die frühen Baujahre (2019–2022) einige typische Schwachstellen. Bekannt sind Fälle von erhöhtem Ölverbrauch beim 2.5 GDi (Smartstream) ab etwa 50.000–60.000 km. Ebenfalls gemeldet: quietschende oder ausfallende vordere Fensterheber – kein Massenphänomen, aber wiederkehrend.
Weitere bekannte Punkte sind sporadische Elektronikstörungen (temporär schwarze Displays) sowie eine straffe Abstimmung der Federung auf Schlaglöchern. Diese Phänomene sind nicht flächendeckend, tauchen aber regelmäßig in Foren und Reparaturstatistiken auf.
Das Facelift ab 2023/2024 brachte spürbare Verbesserungen: stabileres Infotainment-Software-Update, zusätzliche Dämmmaßnahmen und komfortablere Fahrwerksabstimmung. In Deutschland dominiert die 2.5 GDi mit 8-Gang-Automatik, Importe aus Asien können jedoch den 2.0 MPI mit 6-Gang-Getriebe haben – hier Ölverbrauch prüfen. Die Hybridvariante 2.0 GDi HEV zeigt nach Update meist deutlich weniger Beanstandungen.

Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland
In Deutschland stammen die meisten gebrauchten Hyundai Sonata DN8 aus Importen (v.a. USA, Korea, gelegentlich EU) oder aus wenigen Direkthändlern, Laufleistungen bewegen sich meist zwischen 60.000 und 120.000 km. Der Zustand von Karosserie und Unterboden hängt stark von der Region ab: Schlaglochpisten und Streusalz im Winter fördern Rost an Radläufen, Schweller und Bodenblech – besonders ohne Zusatzschutz.
Ohne Unterbodenschutz ist Rostbildung durch Salz und Feuchtigkeit deutlich sichtbar – eine Hebebühnenkontrolle ist daher Pflicht. Fahrzeuge mit lückenloser Scheckheft-Historie beim Vertragshändler haben meist weniger versteckte Mängel als „graue“ Importe.
Originalität und Ausstattung prüfen Sie am besten per FIN: Manche Importversionen haben abweichende Assistenzsysteme oder Infotainment, das nicht vollständig EU-konform ist. Tachomanipulation kommt vor – eine Prüfung bei einem unabhängigen Sachverständigen mit Datenbankzugriff ist ratsam.
Typische Angebote sind 2.5 GDi 8AT in mittleren bis gehobenen Ausstattungen. Orientierungspreis für 2019–2021-Modelle in gutem Zustand: ca. 18.000–24.000 €, je nach Kilometerstand, Ausstattung und Region.
Was sich beheben lässt und Kosten für guten Gesamtzustand
Viele Schwachstellen der Sonata DN8 lassen sich mit moderatem Aufwand beseitigen. Zusätzliche Dämmung an Türen und Radläufen senkt den Abrollgeräuschpegel spürbar. Infotainment-Probleme verbessern sich oft durch Software-Update oder Zusatzmodule.
Verschlissene Innenraumteile sind über Teilebörsen oder Nachbau erhältlich. Fahrwerksüberholung (Dämpfer, Lager) wird ab ca. 80.000 km auf deutschen Straßen üblich. Rostvorsorge umfasst professionelle Hohlraum- und Unterbodenschutzbehandlung.
Regelmäßige Wartung – z. B. Getriebeölwechsel alle 60.000 km – verhindert teure Folgeschäden. Beim Gebrauchtwagenkauf ist es sinnvoll, 10–15 % des Kaufpreises für Gutachten, Unterbodenschutz und kleinere Reparaturen einzuplanen, um das Fahrzeug in Top-Zustand zu bringen.
Fazit & Kaufempfehlung
Im Jahr 2026 bleibt die Hyundai Sonata VIII (DN8) eine interessante Option im Mittelklasse-Segment für alle, die geräumige Limousine mit moderner Technik und gutem Komfort suchen. Sie bietet ein ausgewogenes Gesamtpaket, verlangt beim Gebrauchtwagenkauf aber Sorgfalt.
Die Modelle nach Facelift 2023–2024 mit 2.5 GDi und 8-Gang-Automatik gelten als die zuverlässigsten. Hybridversionen punkten mit niedrigem Verbrauch, N Line mit 2.5 T-GDi mit mehr Dynamik – beide mit etwas höherem Wartungsaufwand.
Beim Kauf immer auf vollständige Historie achten. Probefahrt nutzen, um Ölverbrauch, Fahrwerksverhalten, Elektronikfunktion und Karosseriezustand (besonders Rost) genau zu prüfen.