
In den letzten Jahren ist die Zahl dieser Fahrzeuge deutlich gestiegen, und damit auch das Angebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Besonders stark haben Modelle von Erstbesitzern an Wert verloren – sie verlieren schneller an Wert als traditionelle Fahrzeuge mit Benzin- und Dieselmotoren.
Ein Beispiel dafür ist der Mercedes-Benz EQB – ein elektrischer Crossover, der bis zu sieben Personen transportieren kann. Nur wenige Jahre nach Verkaufsstart ist der Preis dieser Fahrzeuge auf etwa ein Drittel des ursprünglichen Werts gesunken. Mit dem attraktiven Preis gehen jedoch ernsthafte Fragen zur Betriebssicherheit und zur Lebensdauer der Batterie einher.
Was ist der Mercedes EQB?
Der EQB basiert auf dem kompakten Crossover GLB und ist auf die Familiennutzung ausgerichtet. Das Fahrzeug überzeugt mit einem geräumigen Innenraum, hoher Ausstattungsqualität und der optionalen dritten Sitzreihe.
Das Modell verfügt über eine Batterie mit 66,5 kWh Kapazität. Unter realen Bedingungen liegt der durchschnittliche Energieverbrauch bei etwa 20,8 kWh pro 100 Kilometer. Dadurch ergibt sich eine reale Reichweite ohne Nachladen oft nur zwischen etwa 200 und 250 Kilometern – besonders auf Autobahnen oder bei Kälte.
Zudem gilt die Ladeleistung nach heutigen Maßstäben nicht mehr als hoch. An Schnellladesäulen unterstützt der EQB bis zu 100 kW, die Haushaltsladung mit Wechselstrom ist auf etwa 7 kW begrenzt.

Warum ist der Preis auf dem Gebrauchtmarkt so stark gesunken?
Der deutliche Wertverlust hat mehrere Gründe. Zum einen fürchten Käufer gebrauchter Elektrofahrzeuge den Zustand der Batterie nach mehreren Jahren Nutzung. Zum anderen entwickelt sich die Technik im Elektro-Segment sehr schnell, sodass ältere Modelle bei Reichweite und Ladeleistung rasch den Anschluss verlieren.
Auf dem europäischen Markt sind vier Jahre alte EQB bereits ab etwa 24.000 Dollar zu finden. Gleichzeitig ist der Preis für eine neue Original-Batterie nahezu vergleichbar mit dem des Fahrzeugs selbst.
Der Austausch der Batterie beim offiziellen Hersteller kann rund 23.500 Dollar kosten. Genau dieser Faktor bleibt das größte Risiko für potenzielle Käufer eines gebrauchten EQB.
Welche Probleme melden die Besitzer?
Trotz komfortablem Innenraum und guter Ausstattung hat das Modell einige typische Schwachstellen angesammelt, die von Besitzern und Werkstattexperten immer wieder genannt werden.
Zu den häufigsten Problemen zählen:
- instabile Ladeleistung an öffentlichen Ladestationen;
- Fehler im Infotainment-System;
- Probleme bei der Bluetooth-Verbindung von Smartphones;
- beschleunigte Entladung der 12-Volt-Batterie;
- Defekte an Sensoren des Kühlsystems;
- erhöhte Belastung der Fahrwerksaufhängung durch das hohe Fahrzeuggewicht.
Aufmerksamkeit erregte auch eine Service-Kampagne von Mercedes wegen des Risikos einer Batterieüberhitzung bei bestimmten EQA- und EQB-Modellen der Baujahre 2021 bis 2024. Bei einigen Fahrzeugen musste der Hersteller die Batterien austauschen.

Worauf beim Kauf achten?
Beim Kauf eines gebrauchten EQB raten Experten, die Service-Historie und den Zustand der Batterie genau zu prüfen. Besonders wichtig sind die Teilnahme an Service-Kampagnen, eine offizielle Batterie-Diagnose sowie die einwandfreie Funktion des Ladesystems.
Auch die Garantiebedingungen des Herstellers sollten berücksichtigt werden. Mercedes gewährt auf die Batterie eine Garantie von bis zu 8 Jahren oder 160.000 Kilometern, sofern mindestens 70 Prozent der ursprünglichen Kapazität erhalten bleiben.
Fazit
Der Mercedes EQB zählt weiterhin zu den wenigen kompakten Elektro-Crossovern mit Siebensitzer-Konfiguration und hohem Komfortniveau. Auf dem Gebrauchtmarkt wirkt das Modell durch die deutliche Preissenkung attraktiv.
Potenzielle Käufer müssen jedoch die hohen Batteriekosten, technische Besonderheiten und Wartungsaufwände berücksichtigen. Der Zustand der Batterie bleibt der entscheidende Faktor beim Kauf eines solchen Fahrzeugs mit Laufleistung.