
Das Facelift betrifft sowohl das Exterieur als auch die technische Ausstattung, wobei der Schwerpunkt auf den Antrieben und den digitalen Technologien liegt. Die Aktualisierung ist aufschlussreich dafür, in welche Richtung die Marke ihre klassischen Modelle weiterentwickelt, vor dem Hintergrund des allgemeinen Trends hin zu Elektrofahrzeugen.

Exterieur: Fokus auf Wiedererkennbarkeit
Der meistdiskutierte Bereich ist die Frontpartie des Fahrzeugs. Der Kühlergrill wurde deutlich größer gestaltet und der Mercedes-Stern wird präsenter eingesetzt als zuvor. Die Embleme sind nicht nur im Grill, sondern auch in den Leuchtenelementen integriert. Bei näherer Betrachtung wirkt dieser Ansatz möglicherweise übertrieben, insgesamt bleibt die Silhouette des Fahrzeugs jedoch stimmig und elegant.
Neben dem Grill wurden die Stoßfänger überarbeitet und das Design der Felgen aktualisiert. Serienmäßig kommen 19-Zoll-Räder zum Einsatz, gegen Aufpreis sind 21-Zoll-Räder erhältlich. Das AMG Line-Paket verleiht der Limousine einen dynamischeren Charakter, ohne das repräsentative Erscheinungsbild zu beeinträchtigen.

Neuer V8-Motor
Die wichtigste technische Neuerung ist der neue V8-Benzinmotor. Es handelt sich um einen 4,0-Liter-Biturbo mit 537 PS. Er wird mit einem Mild-Hybrid-System kombiniert, das bei Beschleunigungsvorgängen zusätzlich 23 PS bereitstellt.
Die Allradversion mit diesem Motor beschleunigt in etwa 3,9 Sekunden auf 100 km/h – ein beeindruckender Wert für ein Fahrzeug mit über zwei Tonnen Gewicht. In europäischer Währung liegt der Einstiegspreis dieser Variante bei etwa 150.000 Euro.

Motorenpalette
Die Einstiegsversionen bleiben traditioneller und komfortorientiert:
- S 350d — Sechszylinder-Diesel mit 313 PS;
- S 450d — Diesel mit 367 PS;
- S 450 und S 500 — Sechszylinder-Benziner mit 381 bzw. 449 PS.
Alle diese Varianten sind mit Automatikgetriebe, Allradantrieb und Mild-Hybrid-System ausgestattet.

Plug-in-Hybride
Zur Modellpalette gehören die Plug-in-Hybride S 450e und S 580e. Sie verfügen über eine Batterie mit etwa 22 kWh Kapazität und ermöglichen eine rein elektrische Reichweite von bis zu 118 Kilometern. Die Systemleistung beträgt 435 bzw. 585 PS. Die teuerste Version liegt preislich bei etwa 155.000 Euro.

Fahrwerk und Technologien
Alle S-Klasse-Versionen sind serienmäßig mit Hinterachslenkung ausgestattet, wodurch der Wendekreis auf 10,8 Meter reduziert wird. Zur Serienausstattung gehört die Luftfederung Airmatic, die sich durch Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Datenaustausch vorab an die Straßenverhältnisse anpassen kann.

Interieur und Komfort
Das Interieur erhält das Superscreen-Multimediasystem mit drei Displays in den Größen 12,3, 14,4 und 12,3 Zoll. Für die Fondpassagiere sind zusätzliche Bildschirme verfügbar. Erstmals integriert das MBUX-System native Streaming-Video-Apps.
Die Sitze verfügen über elektrische Verstellung mit 19 Motoren sowie Belüftung, Heizung und Massagefunktion. Das Klimasystem mit Ionisierung erneuert die Luft im Innenraum alle 90 Sekunden. Für die Rücksitze wird das First-Class-Paket mit Einzelsitzen und erweiterten Verstellmöglichkeiten angeboten.

Fazit
Die überarbeitete Mercedes-Benz S-Klasse verbindet kontroverse Designentscheidungen mit einer sehr soliden technischen und komfortorientierten Basis. Das Modell zeigt, dass die Marke weiterhin auf konventionelle Antriebe und höchstes Luxusniveau setzt und diese mit modernen digitalen Lösungen ergänzt.