
Der Betrieb leistungsstarker Elektrofahrzeuge unter hohen Belastungen wirft jedoch weiterhin viele Fragen auf.
Porsche hat eine spezielle Track-Version des Taycan Turbo GT mit dem Weissach-Paket und Modifikationen von Manthey Racing vorgestellt. Das Fahrzeug erhielt umfangreiche Änderungen an der Aerodynamik, dem Fahrwerk und der Abstimmung des Antriebs. Trotzdem wurde der Elektro-Sportwagen auch nach der Überarbeitung vom leichteren benzinbetriebenen Porsche 911 GT3 RS geschlagen.
Wie der Taycan Turbo GT optimiert wurde
Der serienmäßige Taycan Turbo GT gilt bereits als eines der leistungsstärksten Serienfahrzeuge von Porsche. Im Overboost-Modus kann das Antriebssystem bis zu 1.108 PS leisten.
Um das Verhalten auf der Rennstrecke zu verbessern, hat Porsche in Zusammenarbeit mit Manthey Racing ein zusätzliches Upgrade-Paket entwickelt. Das Fahrzeug erhielt:
- ein neues aerodynamisches Kit;
- einen vergrößerten Heckflügel;
- einen überarbeiteten Diffusor;
- leichte geschmiedete Felgen;
- Semi-Slick-Reifen;
- ein neu abgestimmtes Fahrwerk;
- ein verbessertes Bremssystem.
Die Ingenieure haben außerdem die Einstellungen des Allradantriebs und der Chassis-Control-Systeme angepasst. Laut Porsche hat sich der Abtrieb etwa verdreifacht im Vergleich zur Serienversion.

Ergebnis am Nürburgring
Nach den Modifikationen absolvierte der Taycan Turbo GT eine Runde auf der Nordschleife des Nürburgrings in 6 Minuten und 55 Sekunden. Für ein großes Elektroauto ist dies ein sehr gutes Ergebnis.
Der benzinbetriebene Porsche 911 GT3 RS mit seinem Saugmotor von etwa 530 PS erreicht jedoch eine noch bessere Zeit – rund 6 Minuten und 49 Sekunden.
Der 911 GT3 RS schafft dieses Ergebnis ohne extreme elektrische Antriebsleistung und ohne die deutliche Gewichtszunahme des Fahrzeugs.
Das Hauptproblem – Energieverbrauch
Einer der meistdiskutierten Aspekte war das Verhalten der Batterie während einer schnellen Runde. Laut Porsche verbrauchte das Fahrzeug auf einer einzigen kompletten Runde am Nürburgring fast die Hälfte der Batterieladung.
Dies deutet auf einen sehr hohen Energieverbrauch bei Grenzbereichsfahrt hin. Umgerechnet auf Standardwerte entspricht dies einem Verbrauch von über 200 kWh pro 100 Kilometer.
Diese Belastung führt zu mehreren Einschränkungen:
- deutliche Reduzierung der Reichweite;
- Leistungsreduzierung nach mehreren schnellen Runden;
- erhöhte Belastung des Kühlsystems;
- höheres Gesamtgewicht durch die große Batterie;
- längere Ladezeiten nach intensiver Nutzung.

Warum das Gewicht weiterhin ein wichtiger Faktor ist
Selbst moderne Batterien weisen eine deutlich geringere Energiedichte als herkömmliche Kraftstoffe auf. Um eine große Energiemenge zu speichern, müssen die Hersteller schwere Akkupacks einsetzen.
Bei hochleistungsfähigen Elektro-Sportwagen führt dies zu einer Erhöhung des Gesamtgewichts des Fahrzeugs. Das zusätzliche Gewicht erfordert stärkere Bremsen, eine verstärkte Fahrwerksabstimmung und größere Räder.
Die Ingenieure müssen daher einen Kompromiss zwischen Performance, Handling und Reichweite finden.
Fazit
Die Track-Version des Porsche Taycan Turbo GT zeigt das hohe Niveau moderner Elektrofahrzeug-Technologie und kann auf der Rennstrecke sehr konkurrenzfähige Zeiten fahren.
Der Vergleich mit dem benzinbetriebenen Porsche 911 GT3 RS macht jedoch deutlich, dass traditionelle Sportwagen weiterhin Vorteile bei Gewicht, Leistungskonstanz und Effizienz unter anhaltend hohen Belastungen haben.