
Das Modell wurde von Steve Nichols entwickelt, der für seine Arbeit an den Formel-1-Rennwagen von McLaren aus den 1980er-Jahren bekannt ist. Das Fahrzeug wird in limitierter Stückzahl gebaut und kombiniert einen V8-Saugmotor, Hinterradantrieb, ein manuelles Getriebe und einen bewusst reduzierten Elektronikumfang.

Das Projekt eines Formel-1-Ingenieurs
Steve Nichols war an der Entwicklung mehrerer bedeutender McLaren-Rennwagen beteiligt, darunter der MP4/1, MP4/3 und MP4/4. Letzterer wurde zu einem der erfolgreichsten Fahrzeuge in der Geschichte der Formel 1: In der Saison 1988 gewannen Ayrton Senna und Alain Prost damit 15 von 16 WM-Läufen.
Beim straßenzugelassenen Nichols N1A orientierte sich der Designer und Ingenieur an den frühen Rennwagen von McLaren. Das Fahrzeug erhielt eine flache offene Karosserie, ausgeprägte Radhäuser und kompakte Proportionen. Es handelt sich jedoch nicht um eine stilisierte Replika, sondern um einen modernen Supersportwagen, der unter Verwendung von Carbon und Aluminium konstruiert wurde.

Weniger als 900 kg und zwei V8-Varianten
Die Karosserie des N1A besteht aus Carbon, während beim Chassis Verbundwerkstoffe und Aluminium zum Einsatz kommen. Dadurch bleibt das Leergewicht des Fahrzeugs unter 900 kg. Zum Vergleich: Die meisten modernen Sportwagen mit ähnlicher Leistung sind aufgrund komplexer Sicherheitssysteme, umfangreicher Elektronik und hybrider Komponenten deutlich schwerer.
Zur Wahl stehen zwei V8-Saugmotoren von Chevrolet. Die Basisversion ist mit einem 6,2-Liter-LT1 ausgestattet, der 482 PS und 637 Nm Drehmoment leistet. Die stärkere Variante erhält einen 7,0-Liter-LT7 mit 710 PS und 813 Nm.
In beiden Fällen wird die Leistung ausschließlich über ein manuelles Sechsganggetriebe an die Hinterräder übertragen. Ein Automatikgetriebe ist für den N1A nicht vorgesehen. Die Version mit dem 7,0-Liter-Motor beschleunigt in etwa 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Ohne Bildschirme und elektronische Assistenzsysteme
Der Innenraum des N1A ist bewusst minimalistisch gestaltet. Es gibt weder ein zentrales Display noch ein Infotainmentsystem oder eine komplexe digitale Benutzeroberfläche. Im Mittelpunkt stehen die Sitzposition des Fahrers, die Bedienelemente und die Rundumsicht. Auch auf elektronische Assistenzsysteme, die üblicherweise in Motor, Bremsen oder Getriebe eingreifen, wird verzichtet.
Das Fahrwerk verfügt vorn und hinten über Doppelquerlenker. Einstellbare Stoßdämpfer ermöglichen eine Abstimmung für normale Straßen oder den Einsatz auf der Rennstrecke. Für den Grip sorgen Michelin Pilot Sport Cup 2 mit einer Breite von 245 mm an der Vorderachse und 305 mm an der Hinterachse.

Produktion und Preis
Nichols Cars plant, lediglich 150 Exemplare des N1A zu bauen. Der Grundpreis soll bei rund 450.000 Euro liegen. Zusätzlich ist eine auf 15 Fahrzeuge limitierte Sonderedition namens Icon 88 vorgesehen, die an die 15 Siege des McLaren MP4/4 in der Saison 1988 erinnert. Der Preis dieser Fahrzeuge wird voraussichtlich etwa 500.000 Euro betragen.
Die Produktion übernimmt das britische Unternehmen RML Group, das auf Kleinserien-Sportwagen und technische Entwicklungsprojekte spezialisiert ist. Der Nichols N1A nimmt unter modernen Supersportwagen eine ungewöhnliche Position ein, da er ohne Hybridantrieb, zahlreiche Bildschirme und automatisierte Steuerungssysteme auskommt.