
Auf den ersten Blick wirkt der Lamborghini Fenomeno wie ein echtes Highlight einer Ultra-Limited-Edition: nur 29 Exemplare und ein Einstiegspreis von 3 Millionen Euro. Großer V12-Motor, hohe Leistung, Exklusivität und Prestige – alle Zutaten für einen begehrten Sammler-Hypercar scheinen vorhanden.
Der Fenomeno basiert auf dem Revuelto und übernimmt dessen Hybrid-Architektur. Die Systemleistung steigt auf 1080 PS, geht jedoch mit einer deutlichen Gewichtszunahme einher. Trockengewicht: 1772 kg – in fahrbereitem Zustand mit Fahrer und Betriebsstoffen deutlich über zwei Tonnen. Für einen Supersportwagen ist dies eine erhebliche Herausforderung. Hinzu kommen das Automatikgetriebe sowie langfristige Aspekte hinsichtlich Batteriealterung.
Neuer Akteur: Garagisti & Co GP1
Gerade im direkten Vergleich mit diesem neuen Modell zeigt sich ein interessanter Kontrast. Die britische Manufaktur Garagisti & Co hat mit dem GP1 ein Fahrzeug vorgestellt, das den Fokus auf geringes Gewicht und direkte Fahreransprache legt.



Die Entstehungsgeschichte des GP1 ist unkonventionell. Firmengründer Mario Escudero war viele Jahre im Bereich Hygieneprodukte tätig. Nach dem Kauf eines Lamborghini Countach vor einigen Jahren und rund 13.000 gefahrenen Kilometern entschied er sich, einen eigenen Supersportwagen zu entwickeln. Bei der Realisierung wirkte ein ehemaliger Designer von Bugatti und Rimac mit.
Direkter Vergleich
- Leistung: Fenomeno — 1080 PS, GP1 — 800 PS
- Gewicht: Fenomeno — ca. 2000 kg fahrbereit, GP1 — ca. 1000 kg
- Getriebe: Fenomeno — ausschließlich Automatik, GP1 — Sechsgang-Handschaltung von Tremec
- Preis: Fenomeno — 3 Mio. Euro, GP1 — ca. 2,8 Mio. Euro
- Limitierung: Fenomeno — 29 Exemplare, GP1 — 25 Exemplare
Beim Leistungsgewicht zeigen sich klare Unterschiede: Der GP1 erreicht etwa 800 PS pro Tonne, der Fenomeno liegt bei rund 609 PS pro Tonne. Dieser Wert beeinflusst maßgeblich das dynamische Charakterprofil beider Fahrzeuge.
Design und Fahrzeugphilosophie
Der Fenomeno tritt mit zweifarbiger Lackierung und sehr ausgeprägten aerodynamischen Elementen auf. Der GP1 hingegen setzt auf eine zurückhaltendere Formensprache, einen natürlich angesaugten V12, Handschaltung und eine leichte Karosserie ohne überflüssige Zierelemente.

Beide Ultra-Limited-Edition-Modelle verkörpern unterschiedliche Entwicklungsrichtungen im zeitgenössischen Supersportwagensegment. Der Markt der Sammlerfahrzeuge wird zeigen, wie sich beide langfristig positionieren. Bereits jetzt ist erkennbar, dass Markenrenommee nicht automatisch technische oder emotionale Überlegenheit bedeutet.