
In Besitzerbewertungen werden beim Hyundai Elantra IV immer wieder Schwachstellen genannt, die den Alltagseinsatz beeinträchtigen. Bei den Benziner-Versionen mit 1.6-Liter-Motor (G4FC, MPI) liegt der reale Stadtverbrauch meist zwischen 8,5–10,5 l/100 km, je nach Fahrstil und eventuellen Umbauten. Auf der Autobahn sinkt der Wert auf ca. 6–7,5 l/100 km – im Vergleich zu modernen Kompaktwagen aber kein Spitzenwert mehr. Der 2.0-Liter (G4GC) verbraucht spürbar mehr: rund 9,5–11,5 l/100 km im Stadtverkehr.
Multimedia und Navigation sind in dieser Baureihe sehr rudimentär: Basisaudiosysteme mit CD/MP3 bieten weder Bluetooth noch USB ab Werk, eine werksseitige Navigation fehlt meist oder ist veraltet. Höhere Ausstattungslinien hatten etwas bessere Systeme, die heute aber hoffnungslos antiquiert wirken und oft Kompatibilitätsprobleme zeigen. Die Geräuschdämmung liegt im Mittelfeld: ab ca. 130–140 km/h werden Abroll- und Windgeräusche deutlich wahrnehmbar – ein häufiger Kritikpunkt auf langen Strecken.
Die Innenraum-Materialien entsprechen dem günstigen Kompaktklasse-Niveau: Kunststoffe an Armaturenbrett und Türen sind strapazierfähig, neigen aber nach Jahren zu Knarzen oder optischem Verschleiß. Stoffsitzbezüge zeigen nach 150.000–200.000 km deutliche Abnutzung, besonders bei Vielfahrern. Die Wartung ist grundsätzlich unkompliziert – Motoren und Fahrwerk sind relativ einfach zu bearbeiten –, das Automatikgetriebe (A4CF1/2) verlangt jedoch Ölwechsel alle 60.000 km, sonst drohen Ruckeln und teure Folgeschäden. Ersatzteile sind preiswert verfügbar (gute Qualität bei Zubehör), seltene Varianten wie die Diesel (D4FB CRDi, meist EU-Import) sind dagegen teurer und schwerer zu versorgen. Insgesamt spiegeln diese Eigenschaften das Alter der Baureihe wider und sollten bei der Besitzplanung berücksichtigt werden.
Modelljahre & Versionen – worauf besonders achten
Da die Baureihe lange ausgelaufen ist, zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Baujahren. Frühe Modelle (2006–2007) leiden häufiger unter Lenkradvibrationen im Leerlauf, unrundem Motorlauf (Injektoren, Zündkerzen) sowie klappernden Fensterhebern durch gebrochene Nieten in den Führungsschienen. Diese Fahrzeuge haben meist einfachere Dämmung und spartanischere Ausstattung.
Spätere Exemplare (2008–2010), insbesondere nach dem Facelift 2009, erhielten Verbesserungen: der 1.6er bekam mehr Leistung (bis ca. 122 PS), eine feinfühligere Fahrwerksabstimmung und ein besser ablesbares Kombiinstrument. Elektronik und Getriebe wurden zuverlässiger, Ruckeln im Automatikgetriebe seltener gemeldet. In Deutschland gelten die 1.6-Benziner mit Schaltgetriebe (5-Gang) als die verbreitetsten und unkompliziertesten Varianten, während frühe Automatik-Modelle eine genaue Prüfung der Schaltqualität erfordern. Post-Facelift-Modelle schneiden in der Regel deutlich besser ab. Beim Kauf immer den vollständigen Scheckheftverlauf prüfen, um zu sehen, ob typische altersbedingte Mängel bereits behoben wurden.
Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland
Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt finden sich Elantra IV (HD) meist mit Laufleistungen zwischen 150.000 und 300.000 km. Der Karosseriezustand hängt stark von den bisherigen Einsatzbedingungen ab: schlechte Straßen beschleunigen Fahrwerksverschleiß, Streusalz im Winter fördert Rost an Schweller, Radläufen und Bodenblech – besonders bei frühen Modellen ohne Zusatzschutz. Eine gründliche Unterbodenkontrolle ist in jedem Fall Pflicht.
Der Serviceheft-Verlauf ist extrem wichtig: Fahrzeuge ohne Nachweise verbergen oft Motor- oder Getriebeschäden. Viele Exemplare haben bereits getauschte Teile (Stoßdämpfer, Querlenkerbuchsen etc.). Echte Laufleistung prüfen über VIN-Abfrage, Tacho-Konsistenz und Verschleißspuren (Pedale, Sitze, Lenkrad). Typische Angebote sind Limousinen mit 1.6-Benziner und Schaltgetriebe oder 2.0 mit Automatik. Orientierungspreise 2026: ca. 3.500–8.000 € (realistische Spanne auf dem deutschen Markt), je nach Zustand, Kilometerstand und Baujahr – deutlich höher bei sehr gepflegten, niedrig laufenden oder Facelift-Modellen 2009–2010.

Was sich richten lässt und realistisches Budget für guten Zustand
Viele typische Schwachstellen des Elantra IV lassen sich mit überschaubarem Aufwand beheben oder deutlich verbessern. Bessere Geräuschdämmung erreicht man durch Nachrüstung von Dämmmaterial an Türen, Boden und Radläufen – spürbar weniger Abrollgeräusche. Moderne Multimedia-Nachrüstung bedeutet Austausch des Kopfgeräts gegen ein aktuelles Modell mit Bluetooth/USB/Apple CarPlay – meist steckerkompatibel. Verschlissene Innenraumteile (Polster, Kunststoffverkleidungen) sind relativ günstig zu ersetzen.
Fahrwerksarbeiten konzentrieren sich meist auf Stoßdämpfer und Buchsen – als Komplettsatz getauscht bringt das wieder Werksfahrkomfort. Rostvorsorge heißt Hohlraumversiegelung und Unterbodenschutz, vor allem Radläufe und Boden – verhindert teure Folgeschäden. Regelmäßige Wartung (Getriebeöl, Zündkerzen, Filter) verlängert die Lebensdauer der Aggregate deutlich.
Beim Kaufbudget immer 10–20 % des Kaufpreises für Sofortmaßnahmen und Nachbesserungen einplanen. Dämmung oder Multimedia-Nachrüstung kosten ca. 500–1.200 € je nach Umfang. Fahrwerk oder Rostarbeiten können teurer werden, aber vorbeugende Maßnahmen sind fast immer günstiger als die Reparatur fortgeschrittener Schäden. Mit diesen Investitionen wird der Wagen zu einem soliden und komfortablen Alltagsauto ohne böse Überraschungen.
Fazit & Kaufempfehlung
Im Jahr 2026 bleibt der Hyundai Elantra IV bei sorgfältiger Prüfung immer noch eine vernünftige Gebrauchtwagen-Option: günstiger Unterhalt, solide Technik – ideal für Fahrer, die einen preiswerten Kompaktlimousinen suchen und bereit sind, in Wartung zu investieren. Die frühen Baujahre 2006–2007 verlangen erhöhte Aufmerksamkeit (Motor, Fensterheber), die Facelift-Modelle 2009–2010 gelten als deutlich robuster. Die ausgewogensten Varianten sind die 1.6-Benziner mit Schaltgetriebe – guter Kompromiss aus Fahrleistungen und Verbrauch; Automatikversionen eignen sich für den Stadtverkehr, sollten aber unbedingt auf saubere Schaltvorgänge geprüft werden.
Bei Besichtigung und Probefahrt genau auf diese Punkte achten: Karosserierost, Getriebeverhalten (kein Ruckeln), Geräuschkulisse bei höherem Tempo, Fahrwerk (keine Klopfgeräusche) sowie Elektrik (Sensoren, Multimedia). Laufleistung und Scheckheft prüfen minimiert Risiken erheblich. Bei richtigem Umgang sind die bekannten Schwachstellen des Hyundai Elantra 2006–2010 beherrschbar – das Modell bleibt damit auch heute noch interessant für den Gebrauchtwagenmarkt.
Für die vollständige Modellübersicht, technische Daten und Innenraumfotos schauen Sie in die weiteren Teile der Serie.