Untersuchung stellt Festkörperbatterien von Donut Lab für die Serienproduktion in Frage

Untersuchung stellt die Aussagen von Donut Lab zu Festkörperbatterien in der Serienproduktion in Frage

Das finnische Unternehmen Donut Lab, das Anfang 2026 angekündigt hatte, Motorräder mit Festkörperbatterien auf den Markt bringen zu wollen, ist in den Mittelpunkt einer Untersuchung gerückt, die die Machbarkeit seiner Technologie in Frage stellt.

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Eine unabhängige Gruppe von Spezialisten, die mit Experten für Batterietechnologien zusammengearbeitet hat, kam zu dem Schluss, dass die angekündigten Batterien nicht für die Serienproduktion bereit waren. Auch die Eigenschaften, mit denen das Unternehmen Investoren und potenzielle Käufer angezogen hatte, wurden in Frage gestellt.

Welche Versprechen wurden zu Beginn abgegeben

Donut Lab wurde 2024 als Projekt gegründet, das mit dem finnischen Hersteller von Elektromotorrädern Verge Motorcycles verbunden ist. Auf der CES-Messe in Las Vegas präsentierte das Unternehmen Batterien mit festem Elektrolyt und teilte mit, dass die ersten Motorräder mit solchen Batterien bereits im Frühjahr 2026 an Kunden ausgeliefert werden sollten.

Die angekündigten Parameter erschienen äußerst ambitioniert. Die Rede war von einer Energiedichte von bis zu 400 Wh/kg, einer Lebensdauer von 100.000 Ladezyklen, der Möglichkeit, die Batterie in fünf Minuten aufzuladen, und einem stabilen Betrieb bei Temperaturen von -30 bis +100 Grad Celsius. Gleichzeitig sollte der Preis der Fahrzeuge nach Angaben des Unternehmens mit Modellen mit herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien vergleichbar bleiben.

Was die Untersuchung ergeben hat

Die Untersuchung wurde von der Forschungsfirma Ziroth organisiert, die mehr als zwanzig unabhängige Spezialisten hinzugezogen hat. Ihren Daten zufolge handelte es sich bei den von Donut Lab vorgestellten Batteriepaketen nicht um vollwertige Festkörperbatterien. In den Testproben wurden Lithium-Ionen-Zellen mit separaten Elementen verwendet, die mit dem festen Elektrolyt verbunden waren.

Die Tests bestätigten eine Energiedichte von etwa 298 Wh/kg. Für moderne Batteriesysteme ist dies ein hoher Wert, der jedoch deutlich von den zuvor angekündigten 400 Wh/kg abweicht. Außerdem wurden diese Batterien nur in experimentellen Prototypen und nicht in Motorrädern für Käufer eingesetzt.

Kette von Auftragnehmern und Fehlen einer Serienproduktionstechnologie

In den Unterlagen der Untersuchung werden die deutsche Firma CT Coatings und Nordic Nano erwähnt, der die Produktion von Batteriezellen übertragen werden sollte. CT Coatings sollte die Technologie für Donut Lab entwickeln, jedoch zweifelten Spezialisten daran, dass die Projektbeteiligten über die notwendige technische Grundlage und Erfahrung verfügten, um ein solches Produkt in die Serienproduktion zu bringen.

Der Vertreter des Fraunhofer-Instituts, Julián Zanau, der an der Untersuchung der Situation beteiligt war, teilte mit, dass Fragen zu dem Projekt bereits in einem frühen Stadium der Kommunikation mit den Entwicklern aufgetaucht seien. Nach der Prüfung fanden die Experten keine Bestätigung für die Existenz einer serienreifen Batterie mit den angekündigten Eigenschaften.

Investitionen und Zukunft des Projekts

Trotz der fehlenden Auslieferung von Motorrädern in den angekündigten Fristen hat Donut Lab weiterhin Finanzierung angezogen. Den Daten der Untersuchung zufolge haben mehr als 1.200 private Investoren mehr als 25 Millionen Dollar in das Projekt investiert. Zu einem bestimmten Zeitpunkt erreichte die Bewertung des Unternehmens etwa 1,25 Milliarden Dollar.

Die Geschichte von Donut Lab zeigt, wie wichtig es ist, Demonstrationsmuster von serienreifen Technologien zu unterscheiden. Festkörperbatterien bleiben eine der vielversprechenden Richtungen in der Entwicklung des Elektrotransports, jedoch erfordert ihre breite Einführung langwierige Tests, eine stabile Produktion und eine unabhängige Bestätigung der Eigenschaften. Im Fall des finnischen Projekts waren diese Bedingungen den Schlussfolgerungen der Untersuchung zufolge nicht erfüllt.