Hyundai Tucson IV (NX4): Technische Daten, Motoren und Verbrauch | automotive24.center

Hyundai Tucson IV (NX4): Diese technischen Daten entscheiden über die richtige Version

Der Tucson der vierten Generation bietet vom klassischen Turbobenziner bis zum Plug-in-Hybrid mehrere grundverschiedene Antriebe – doch nicht jede Variante passt gleichermaßen zu Stadtverkehr, Autobahn und Familienalltag.

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Der Hyundai Tucson der vierten Generation mit dem internen Kürzel NX4 wird in Deutschland seit 2021 angeboten. Nach der umfassenden Modellpflege für das Modelljahr 2025 umfasst das Programm klassische Benziner, einen Diesel mit 48-Volt-Technik, einen Vollhybrid und einen Plug-in-Hybrid. Damit deckt das Kompakt-SUV ein breites Einsatzspektrum ab – vom täglichen Pendeln in Berlin oder München bis zu langen Autobahnetappen und Fahrten in winterliche Mittelgebirgs- oder Alpenregionen. Design, Innenraum und Ausstattung werden in anderen Beiträgen dieser Serie behandelt; hier stehen Motoren, Getriebe, Abmessungen und die für den Alltag entscheidenden technischen Unterschiede im Mittelpunkt.

Antriebe: Was 2026 tatsächlich angeboten wird

Die deutsche Modellpalette unterscheidet sich deutlich von den Versionen für Osteuropa, Nordamerika oder den Nahen Osten. Ein 2,0-Liter-MPI-Saugbenziner gehört hier nicht zum regulären Neuwagenangebot. Stattdessen bildet ein 1,6-Liter-T-GDI mit 150 PS den Einstieg. Hinzu kommen ein 1,6-Liter-CRDi-Diesel mit 48-Volt-Mildhybridsystem, ein Vollhybrid mit 239 PS Systemleistung und ein Plug-in-Hybrid mit 288 PS.

Die Verfügbarkeit von Front- und HTRAC-Allradantrieb hängt von Motorisierung, Ausstattung und aktueller Konfiguration ab. Beim Benziner stehen ein manuelles Sechsganggetriebe und ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe zur Wahl. Diesel, Hybrid und Plug-in-Hybrid werden überwiegend mit Automatikgetrieben kombiniert.

Antrieb Hubraum und Technik Leistung Getriebe Antriebsart
1.6 T-GDI Benziner 1,6 Liter, Turbo-Direkteinspritzung 110 kW (150 PS) 6-Gang-Schaltgetriebe oder 7-Gang-DCT Frontantrieb
1.6 CRDi 48V-Mildhybrid 1,6-Liter-Diesel mit 48-Volt-System 100 kW (136 PS) 7-Gang-DCT Frontantrieb, HTRAC je nach Konfiguration
1.6 T-GDI Hybrid HEV 1,6-Liter-Turbobenziner + Elektromotor 176 kW (239 PS) Systemleistung 6-Stufen-Automatik Frontantrieb oder HTRAC
1.6 T-GDI Plug-in-Hybrid PHEV 1,6-Liter-Turbobenziner + Elektromotor, 13,8-kWh-Batterie 212 kW (288 PS) Systemleistung 6-Stufen-Automatik Frontantrieb; HTRAC abhängig von Angebot und Modellstand

Der 150-PS-Benziner ist die preislich günstigste und technisch überschaubarste Variante. Seine Fahrleistungen reichen für den Familienalltag aus, bei voller Beladung und auf schnellen Autobahnetappen wirkt er jedoch weniger souverän als die elektrifizierten Modelle. Der Diesel spielt seine Vorteile bei hohen Jahresfahrleistungen und langen Strecken aus, verlangt wegen Partikelfilter, Abgasnachbehandlung und AdBlue aber ein passendes Nutzungsprofil.

Der Vollhybrid kombiniert kräftige Beschleunigung mit vergleichsweise niedrigem Verbrauch, ohne dass eine externe Lademöglichkeit erforderlich ist. Der Plug-in-Hybrid ist noch leistungsstärker und kann viele Alltagswege elektrisch zurücklegen. Sein wirtschaftlicher Vorteil entsteht allerdings nur, wenn die Hochvoltbatterie regelmäßig geladen wird.

Getriebe im Stadtverkehr und auf der Autobahn

Das Siebengang-DCT des Benziners und Diesels schaltet schnell und hält den Motor bei gleichmäßiger Fahrt in einem niedrigen Drehzahlbereich. Beim Rangieren, in Parkhäusern oder im zähfließenden Verkehr kann es bauartbedingt etwas direkter und weniger weich reagieren als eine klassische Wandlerautomatik. Langes Kriechen über das Gaspedal sollte vermieden werden, um die Kupplungen nicht unnötig zu belasten.

Hybrid und Plug-in-Hybrid nutzen eine konventionelle Sechsstufenautomatik mit integriertem Elektromotor. Beim Anfahren unterstützt der elektrische Teil des Systems, wodurch beide Varianten im Stadtverkehr besonders ruhig und spontan reagieren. Auf der Autobahn vermitteln die festen Gangstufen ein vertrauteres Fahrgefühl als die stufenlosen Getriebe mancher Hybridkonkurrenten.

Abmessungen, Gewicht und Kofferraum

Der europäische Tucson NX4 bleibt trotz seines großzügigen Innenraums kompakt genug für deutsche Innenstädte. Die Modellpflege verlängerte die reguläre Karosserie auf 4.510 mm, während die N-Line-Version durch ihre eigenständigen Stoßfänger 4.520 mm erreicht. Der Radstand beträgt unabhängig vom Antrieb 2.680 mm.

Merkmal Wert Hinweis
Länge 4.510 mm N Line: 4.520 mm
Breite 1.865 mm Ohne Außenspiegel
Höhe 1.650 mm Je nach Ausstattung geringfügige Abweichungen möglich
Radstand 2.680 mm Sorgt für gute Beinfreiheit im Fond
Bodenfreiheit etwa 170 mm Für Straßen, Schnee und leichte unbefestigte Wege ausgelegt
Leergewicht etwa 1.500–1.900 kg Der Plug-in-Hybrid ist aufgrund der Batterie am schwersten
Kofferraumvolumen etwa 546–620 Liter Abhängig von Motorisierung und Antrieb
Gebremste Anhängelast bis zu etwa 1.650 kg Der genaue Wert ist der Fahrzeugzulassung zu entnehmen

Das Kofferraumvolumen fällt beim Benziner und Vollhybrid besonders großzügig aus. Beim Plug-in-Hybrid beansprucht die größere Hochvoltbatterie zusätzlichen Bauraum, sodass weniger Ladevolumen zur Verfügung steht. Für Kinderwagen, Urlaubsgepäck oder den Wocheneinkauf bleibt der Tucson dennoch familientauglich.

Wer regelmäßig einen Wohnwagen, Pferdeanhänger oder schweren Lastenanhänger ziehen möchte, sollte die zulässige Anhängelast der konkreten Motorisierung prüfen. Sie unterscheidet sich je nach Antrieb, Getriebe, Vorder- oder Allradantrieb und kann beim Plug-in-Hybrid niedriger ausfallen als beim Benziner oder Diesel.

Modellpflege und aktuelle Ausstattungen

Mit der Modellpflege für 2025 erhielt der Tucson ein neu gestaltetes Cockpit mit zwei 12,3-Zoll-Displays, eine überarbeitete Mittelkonsole, aktualisierte Assistenzsysteme und Änderungen an Front und Heck. Die Grundarchitektur sowie die zentrale Auswahl an Antrieben blieben bestehen. In Deutschland werden unter anderem die Ausstattungslinien Select, Trend, N Line, Prime und N Line X angeboten.

Orientierender Marktpreis für Deutschland: Der neue Tucson startet als Benziner bei rund 36.490 Euro. Der Vollhybrid beginnt bei etwa 41.240 Euro, der Plug-in-Hybrid bei rund 45.690 Euro. Hoch ausgestattete Prime- und N-Line-X-Versionen können je nach Antrieb ungefähr 50.000 bis 55.000 Euro kosten. Hinzu kommen mögliche Überführungs-, Zulassungs- und Sonderausstattungskosten; Händlernachlässe und Aktionsangebote können den tatsächlichen Kaufpreis verändern.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind frühe NX4-Modelle ab 2021 deutlich günstiger erhältlich. Dort finden sich auch Motorisierungen und Leistungsstufen, die nicht mehr vollständig dem aktuellen Neuwagenprogramm entsprechen. Deshalb sollten Käufer Baujahr, Modelljahr, Abgasnorm und die genaue Antriebsbezeichnung getrennt prüfen.

WLTP-Verbrauch und Alltagserfahrungen

Der 1.6 T-GDI mit 150 PS liegt je nach Getriebe und Ausstattung bei ungefähr 7,0–7,1 l/100 km nach WLTP. Im realen Betrieb sind auf der Autobahn bei hohem Tempo höhere Werte zu erwarten, während ruhige Landstraßenfahrten günstiger ausfallen können.

Der 1.6 CRDi 48V erreicht je nach Konfiguration etwa 5,3–5,7 l/100 km. Der Diesel eignet sich besonders für regelmäßige Langstrecken. Wer überwiegend kurze Stadtfahrten absolviert, kann dagegen Probleme mit der Regeneration des Dieselpartikelfilters begünstigen und profitiert weniger von seinem Verbrauchsvorteil.

Für den Tucson Hybrid nennt Hyundai je nach Ausstattung ungefähr 5,6–5,9 l/100 km. Seine größte Stärke zeigt das System im Stadt- und Überlandverkehr, wo häufig rekuperiert wird und der Elektromotor den Benziner beim Anfahren unterstützt. Bei dauerhaft hoher Autobahngeschwindigkeit schrumpft der Verbrauchsvorteil gegenüber dem normalen Benziner.

Der Plug-in-Hybrid erreicht bei geladener Batterie eine elektrische WLTP-Reichweite von bis zu rund 70 km. Der gewichtete Normwert liegt bei etwa 2,7–2,8 l/100 km zuzüglich 10,8–10,9 kWh/100 km. Mit leerer Batterie nennt Hyundai ungefähr 6,0 l/100 km. Ohne regelmäßiges Laden ist der niedrige gewichtete Normverbrauch daher im Alltag nicht erreichbar.

Die Benzinmotoren sind auf handelsübliches unverbleites Superbenzin ausgelegt; Super E10 kann verwendet werden, sofern es für die konkrete Ausführung im Tankdeckel und in der Betriebsanleitung freigegeben ist. Der Diesel benötigt normgerechten Dieselkraftstoff und je nach Ausführung regelmäßig AdBlue für die Abgasreinigung.

Für den Plug-in-Hybrid ist eine private Wallbox besonders praktisch. An einem geeigneten AC-Ladepunkt lässt sich die Batterie in weniger als zwei Stunden vollständig laden; an einer Haushaltssteckdose dauert der Vorgang deutlich länger. Im Winter reduzieren niedrige Temperaturen, Heizung und Autobahnfahrten die elektrische Reichweite.

Hyundai gewährt in Deutschland fünf Jahre Fahrzeuggarantie ohne Kilometerbegrenzung, sofern die Garantiebedingungen eingehalten werden. Für die Hochvoltbatterie der Hybrid- und Plug-in-Hybridmodelle gilt eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 km – je nachdem, welcher Wert zuerst erreicht wird.

Welche Konfiguration passt am besten?

Der 150-PS-Benziner ist die naheliegende Wahl für Käufer, die einen vergleichsweise niedrigen Einstiegspreis, eine klassische Antriebstechnik und eine moderate jährliche Fahrleistung suchen. Mit Handschaltung bleibt er besonders günstig, während das DCT mehr Komfort im Alltag bietet.

Der Diesel-Mildhybrid lohnt sich vor allem für Vielfahrer, die regelmäßig lange Strecken auf Autobahnen und Bundesstraßen zurücklegen. Bei überwiegendem Kurzstreckenbetrieb ist er weniger empfehlenswert, weil Abgasnachbehandlung und Partikelfilter auf ausreichend lange Betriebsphasen angewiesen sind.

Der Vollhybrid bietet für viele Familien den ausgewogensten Kompromiss. Er ist kräftiger als Benziner und Diesel, benötigt keine externe Ladestation und bleibt besonders im gemischten Betrieb effizient. Die HTRAC-Version eignet sich zusätzlich für häufige Fahrten bei Schnee oder auf steilen Straßen.

Der Plug-in-Hybrid passt zu Fahrern, die zu Hause oder am Arbeitsplatz zuverlässig laden können und deren tägliche Strecke überwiegend innerhalb der elektrischen Reichweite liegt. Ohne regelmäßiges Laden werden das höhere Gewicht und der Aufpreis jedoch zu Nachteilen, ohne dass der wichtigste Effizienzvorteil genutzt wird.

Insgesamt bietet der Hyundai Tucson IV (NX4) für den deutschen Markt eine ungewöhnlich breite Auswahl. Der Benziner setzt auf einen günstigeren Einstieg, der Diesel auf Langstreckeneffizienz, der Vollhybrid auf unkomplizierte Elektrifizierung und der Plug-in-Hybrid auf möglichst viele lokal emissionsfreie Alltagskilometer.