
Das Modell bleibt im Segment der chinesischen SUVs relevant, auch wenn Besitzer bestimmte Eigenheiten und Nachteile im Alltag berichten. In diesem Artikel werden die wichtigsten Aspekte zu den Schwächen des Chery Tiggo 8 / 8 Plus / 8 Pro / Pro Max I, den Problemen der Baureihe 2018–heute und den entscheidenden Punkten beim Kauf eines Gebrauchtwagens auf dem deutschen Markt beleuchtet. Die Informationen basieren auf Eigentümerberichten und Werkstattdaten. Für eine vollständige Übersicht der Generation, technische Daten und Innenraumdetails siehe die anderen Artikel der Serie.
Wichtige Nachteile und Merkmale der Generation
Besitzer des Chery Tiggo 8 / 8 Plus / 8 Pro / Pro Max I nennen in Bewertungen auf deutschen und internationalen Plattformen mehrere Aspekte, die die Nutzung beeinflussen können. Diese Beobachtungen stammen aus der Auswertung von Foren, Bewertungsportalen und Serviceprotokollen.
Der reale Kraftstoffverbrauch liegt oft über den Werksangaben. Bei den Benziner-Versionen 1.6T (SQRF4J16, 197 PS) berichten Eigentümer von 8–10 l/100 km im Mischbetrieb, also 1–2 Liter mehr als angegeben – besonders im Stadtverkehr oder mit DCT. Bei den 2.0T-Versionen (SQRF4J20, 254 PS) liegt der Verbrauch bei 9–11 l/100 km und kann bei schlechter Kraftstoffqualität deutlich höher ausfallen.
Das Infotainment-System mit 10,25–12,3-Zoll-Bildschirm wird teilweise für eine etwas träge Bedienung kritisiert, vor allem bei Modellen vor 2021. Die Navigation ist werksseitig integriert, doch die Anbindung von Android Auto und Apple CarPlay (kabelgebunden bei den frühen Modellen) kann Verzögerungen zeigen. Bei den späteren Pro- und Pro-Max-Modellen ist die Kompatibilität besser, kabellose Schnittstellen gehören jedoch nicht bei allen Ausstattungen zur Serienausstattung.
Die Schalldämmung des Innenraums erreicht nicht immer das Niveau der Klasse: Ab 110 km/h werden Reifen- und Windgeräusche spürbar, besonders auf grobem Asphalt. Einige Besitzer berichten von Vibrationen der Federung, die in den Innenraum übertragen werden, obwohl ab 2023 (Pro Max) durch zusätzliche Dämmmatten Verbesserungen spürbar sind.
In den Basisausstattungen finden sich harte Kunststoffe in den unteren Bereichen, die zwar strapazierfähig sind, aber teilweise weniger hochwertig wirken. In den höheren Ausstattungen mit Kunstleder oder Leder ist die Materialqualität deutlich besser, glänzende Zierteile neigen jedoch mit der Zeit zu Kratzern.
Die Wartung kann durch die kompakte Motorraumgestaltung erschwert sein: Der Zugang zu manchen Komponenten (z. B. im DCT-Getriebe) erfordert Spezialwerkzeug. Die Teilepreise liegen im mittleren Bereich der Klasse – Fahrwerksteile und Filter sind erschwinglich, DCT- oder AWD-Komponenten (beim Pro Max) sind jedoch oft teurer als bei manchen Wettbewerbern.

Versionen und Baujahre — worauf Sie besonders achten sollten
Die frühen Baujahre dieser Generation (2018–2020) hatten eine einfache CVT-Abstimmung, die bei den 1.5T-Versionen (147 PS) gelegentlich zu Ruckeln im unteren Drehzahlbereich führen konnte. Dies ist kein Massenphänomen, tritt aber in einigen Berichten auf.
Zu den dokumentierten Problemen gehören gelegentliche Instabilität des Infotainments (Verzögerungen) und seltene Fehlauslösungen der Assistenzsysteme. Weniger häufige Fälle sind Turbolader-Verschleiß beim 1.6T bei sehr hohen Laufleistungen oder Undichtigkeiten am AWD-System der Pro-Max-Modelle auf rutschigem Untergrund.
Die Updates haben die Zuverlässigkeit deutlich gesteigert: Das Facelift 2021 (Tiggo 8 Pro) brachte eine komfortablere Abstimmung der Federung, optimierte CVT-Software und bessere Schalldämmung. 2023 kam beim Pro Max das 7-Gang-DCT zum 2.0T-Motor (254 PS) hinzu und sorgte für spürbar mehr Dynamik und Laufruhe.
Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland
Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt dominieren 2026 vor allem Exemplare der Chery Tiggo 8 / 8 Plus / 8 Pro / Pro Max aus den Baujahren 2019–2023, die hauptsächlich aus China importiert wurden. Das Angebot auf Plattformen wie mobile.de oder AutoScout24 variiert je nach Region.
Der Zustand der Karosserie hängt stark von den Einsatzbedingungen ab: In Regionen mit Streusalz im Winter und vielen Schlaglöchern können Lackabsplitterungen und Korrosion an Radläufen, Schwellern und Unterboden auftreten. Eine professionelle Untersuchung auf der Hebebühne ist daher dringend zu empfehlen.
Der Servicehistorie kommt große Bedeutung zu: Fahrzeuge ohne vollständige Unterlagen können versteckte Defekte an CVT oder Elektronik aufweisen. Die Originalität der Teile lässt sich über die FIN (VIN) prüfen. Bei „Grauimporten“ finden sich häufig nicht originale Komponenten, die die Zuverlässigkeit von Fahrwerk oder AWD (beim Pro Max) beeinträchtigen können.
Die echte Laufleistung wird oft manipuliert, deshalb sollte immer ein unabhängiger Historienbericht (z. B. über CarVertical) eingeholt werden. Direkt aus China importierte Fahrzeuge sind meist günstiger, erfordern aber eventuell Anpassungen (Sprache des Infotainments). Die häufigsten Angebote sind 1.6T-Modelle in Premium-Ausstattung mit 80.000–120.000 km und Vorderradantrieb.
Was sich nachbessern lässt und Budget für einen guten Zustand
Viele der genannten Punkte lassen sich gut beheben. Eine bessere Schalldämmung durch zusätzliche Matten in Radläufen, Türen und Boden reduziert den Fahrgeräuschpegel spürbar. Eine Infotainment-Nachrüstung mit Aftermarket-Geräten sorgt für bessere Android-Auto- und Apple-CarPlay-Integration.
Der Austausch verschlissener Interieur-Elemente (Sitze, Kunststoffe) ist mit Original- oder Qualitäts-Ersatzteilen unkompliziert. Eine Fahrwerksüberholung (Dämpfer, Lenker oder Buchsen) verbessert den Komfort auf unebener Fahrbahn deutlich. Ein Unterbodenschutz verhindert Korrosion an Bodengruppe und Radläufen. Die vorgeschriebene Wartung umfasst Öl- und Filterwechsel sowie CVT-/DCT-Ölwechsel alle ca. 40.000 km sowie regelmäßige Kontrollen des Turboladers bei den Benzinern.
Beim Kauf ist es sinnvoll, 15–25 % des Fahrzeugpreises für Nachbesserungen und die erste Inspektion einzuplanen. Bei Fahrzeugen mit mehr als 100.000 km sollten Sie mit einem Budget von mehreren Hundert bis einigen Tausend Euro für typische Verschleißreparaturen rechnen – je nach konkretem Zustand.

Fazit und Empfehlungen
Der Chery Tiggo 8 / 8 Plus / 8 Pro / Pro Max I ist eine solide Wahl für den Familienalltag, wenn viel Platz und umfangreiche Ausstattung im Vordergrund stehen. Er bietet eine interessante Alternative zu klassischen europäischen SUVs zu einem attraktiven Preis.
Besonders empfehlenswert sind die Modelle ab 2023 (Pro Max) mit 2.0T (254 PS) + 7-DCT + AWD oder 1.6T (197 PS) + 7-DCT + 2WD, idealerweise in der Premium-Ausstattung oder höher.
Bei Neuwagen sollten Sie auf die neuesten Software-Updates und eine gute Serien-Schalldämmung achten. Bei Gebrauchtwagen prüfen Sie die Federung auf Geräusche, testen die DCT auf sanfte Schaltvorgänge, kontrollieren den Turbolader-Zustand, suchen nach Korrosionsspuren und fordern den vollständigen Serviceheft ein. Eine ausgiebige Probefahrt auf der Autobahn hilft, dynamische Auffälligkeiten zu erkennen.
Insgesamt kann das Modell mit gründlicher Prüfung und gezielten Nachbesserungen eine praktische und gut ausgestattete Wahl auf dem deutschen Markt sein.