Kia Soul II (PS) 2014-2019: Häufige Probleme und Schwachstellen – Gebrauchtwagen-Ratgeber

Schwächen und Probleme der Generation Kia Soul II (PS) (2014–2019) — was man beim Kauf wissen sollte

Auf dem deutschen Gebrauchtmarkt bleibt die zweite Generation des Kia Soul mit Index PS (2014–2019) ein beliebtes Angebot unter den kompakten Crossover mit hoher Sitzposition

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Die Fahrzeuge aus den Baujahren 2016–2018 mit Laufleistungen von 60.000–130.000 km werden etwa für 9.500–14.500 € angeboten (Marktpreis in Deutschland), und viele Käufer sehen sie als praktische Option für Stadt und Umland. Für einen Überblick über die Generation, technische Daten und Innenraum schauen Sie in die anderen Artikel der Serie. Wichtig ist zu verstehen, wie sich das Modell in deutschen Bedingungen verhält – mit Streusalz im Winter, nicht immer optimaler Kraftstoffqualität und intensiver Nutzung.

Karosserie und Lack im Kontext des deutschen Klimas

Der Lack des Soul II ist relativ dünn, besonders auf der Motorhaube, den vorderen Kotflügeln und den unteren Türbereichen. Auf Landstraßen und in der Stadt entstehen Steinschläge schon bei den ersten 20–40.000 km. In Regionen, in denen im Winter viel Salz gestreut wird, entwickelt sich daraus oft oberflächliche Korrosion an Schwellern, Radhäusern und unteren Türkanten. Die hinteren Radhäuser und Bereiche unter den Schwellern verdienen bereits bei 70–100.000 km besondere Aufmerksamkeit. Viele Halter greifen zu zusätzlicher Korrosionsschutzbehandlung und Schutzfolie – das hilft, die Karosserie in gutem Zustand zu halten, erhöht aber die Kosten für die „Aufbereitung“ des Fahrzeugs.

GDI-Motoren und realer Verbrauch

Die Benzinmotoren 1.6 GDI und 2.0 MPI zeigen insgesamt gute Zuverlässigkeit, doch im realen deutschen Alltag liegt der Verbrauch oft über den Werksangaben. Besitzer der 1.6-Liter-Version berichten von 8–10 l/100 km in der Stadt bei Stau und Kaltstarts sowie 6,5–8 l/100 km auf der Autobahn. Die Zweiliter-Variante kommt auf 9–11 l/100 km im Mischbetrieb. Direkteinspritzmotoren reagieren empfindlich auf die Kraftstoffqualität: Bei vielen Kurzstrecken und normalem Superbenzin kann sich Kohlenstoff an den Einlassventilen ablagern und mit der Zeit die Leistung mindern. Das Automatikgetriebe schaltet sanft, benötigt aber regelmäßigen Ölwechsel, sonst entstehen Ruckeln beim Gangwechsel.

Fahrwerk und Fahrwerkskomponenten auf deutschen Straßen

Das komfortable Fahrwerk schluckt Schlaglöcher gut, doch auf schlechten Landstraßen verschleißen die Verschleißteile schneller. Stabilisatorstangen, Silentblöcke der vorderen Querlenker und Spurstangenköpfe sind Bauteile, die nach 40–70.000 km oft getauscht werden müssen. Bei Fahrzeugen über 100.000 km stehen häufig Dämpfer und Radlager an. Diese Arbeiten gehören nicht zu den teuersten, ihre Regelmäßigkeit sollte aber im Wartungsbudget berücksichtigt werden.

Innenraum, Geräuschdämmung und Multimedia im Alltag

Die Geräuschdämmung der zweiten Generation ist besser als beim Vorgänger, doch oberhalb von 100 km/h dringt immer noch spürbarer Abroll- und Radhauslärm in den Innenraum, besonders bei Reifen mit aggressivem Profil. Die Materialien sind praxisgerecht, doch ab 80–100.000 km kann sich der Sitzstoff abnutzen und der harte Kunststoff bei starkem Frost oder Hitze leicht knarzen. Das Infotainment-System der frühen Baujahre 2014–2016 wirkte manchmal träge, nach dem Facelift 2017 wurde es deutlich flüssiger. Die Rücksicht ist durch die hohe Fensterlinie eingeschränkt, weshalb Rückfahrkamera und Einparkhilfe in den meisten Ausstattungen sehr nützlich sind.

Was beim Kauf wichtig ist und was sich beheben lässt

Beim Kauf eines Kia Soul auf dem deutschen Gebrauchtmarkt sollte man großen Wert auf einen nachweisbaren Wartungsnachweis legen – am besten mit Originalrechnungen oder detaillierten Einträgen. Die Diagnose muss den Zustand des Katalysators, des Fahrwerks, der Karosserie auf Korrosion und das Getriebe umfassen. Fahrzeuge mit ein oder zwei Vorbesitzern und klarer deutscher Historie sind in der Regel besser erhalten als Importe mit unklarem Kilometerstand.

Die meisten genannten Punkte sind nicht kritisch und lassen sich beheben. Korrosionsschutz, Fahrwerks-Erneuerung und Motorpflege bleiben in einem vernünftigen Budgetrahmen und hängen vom konkreten Zustand ab. Was bei einem Auto dieses Alters normal ist – leichter Ölverbrauch bei hoher Laufleistung oder kleine Kunststoffgeräusche – erfordert keine sofortige Intervention, gibt aber Aufschluss darüber, wie gut das Fahrzeug zuvor gepflegt wurde.

Zusammengefasst bleibt der Kia Soul II (PS) auf dem deutschen Gebrauchtmarkt eine praktische Wahl, wenn man bewusst kauft. Vorzugsweise sollten Modelle nach dem Facelift 2017–2019 in die engere Wahl kommen – sie haben die meisten Kinderkrankheiten hinter sich und sind besser an unsere Bedingungen angepasst. Das Wichtigste ist, bei der professionellen Vorab-Inspektion und der späteren Wartung nicht zu sparen. Dann leistet das Modell zuverlässig Dienst ohne böse finanzielle Überraschungen.