Auto des Jahres 2026: Ergebnisse der Jurysitzung | Weltweite Auto-News | automotive24.center

Auto des Jahres 2026: Was die jüngste Jurysitzung offenbart

Die Ergebnisse des Wettbewerbs Auto des Jahres 2026 unterstreichen erneut die Diskrepanz zwischen Jury-Entscheidung und tatsächlichen Käuferpräferenzen

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Die Bekanntgabe des Siegers im europäischen Wettbewerb Auto des Jahres 2026 hat erneut die Aufmerksamkeit weniger auf das Fahrzeug selbst gelenkt als vielmehr auf den Zustand der Branche und die Kriterien, nach denen die Fachjurys entscheiden. Die Abstimmungsergebnisse laden dazu ein, darüber nachzudenken, inwieweit die Wahl der Experten mit den realen Marktanforderungen und Käuferwünschen übereinstimmt.

Wie sich die Meinung der Automobilpresse bildet

Der Automobiljournalismus bewegt sich seit Langem in einem komplexen Verhältnis zur Industrie. Hersteller, Marketingstrategien, interne Absprachen und der Druck von Werbeetats beeinflussen zwangsläufig den Ton der Berichterstattung. Das ist keine Neuigkeit, doch in den letzten Jahren ist diese Kluft zwischen öffentlicher Bewertung und Marktrealität besonders deutlich geworden.

Viele Journalisten können in privaten Gesprächen durchaus kritisch bewerten, was vor sich geht – in den finalen Artikeln und Rankings überwiegen jedoch meist Formulierungen und Schlussfolgerungen, die eher den Erwartungen der Industrie als denen der Verbraucher entsprechen. Dadurch entsteht ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit.

Elektrofahrzeuge als quasi zwingende Voraussetzung

Dies zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit Elektrofahrzeugen. Obwohl ihr Anteil an den Zulassungen in den meisten europäischen Märkten weiterhin relativ gering ist, rücken genau diese Modelle zunehmend ins Zentrum branchenweiter Auszeichnungen. Der elektrische Antrieb hat sich de facto zu einer nahezu unverzichtbaren Bedingung für den Sieg entwickelt – unabhängig vom Markterfolg oder der Alltagstauglichkeit des Fahrzeugs.

Früher ging der Titel Auto des Jahres häufig an technologisch bahnbrechende Modelle oder an Fahrzeuge, die ein herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis in Kombination mit hoher Praktikabilität boten. Heute ist dieses Prinzip spürbar verwässert.

Ergebnisse des Wettbewerbs 2026

Sieger wurde die Mercedes CLA in ihrer rein elektrischen Ausführung vor dem Škoda Elroq und dem Kia EV4. Gemeint ist explizit die vollelektrische Variante, die das Modellangebot der Marke formal erweitert – nicht die Hybridversion.

Im Finale der sieben Fahrzeuge befanden sich außerdem Citroën C5 Aircross, Fiat Grande Panda, Dacia Bigster und Renault 4. Die Endergebnistabelle zeigt deutlich, dass die Übereinstimmung mit der aktuellen Agenda weiterhin der entscheidende Erfolgsfaktor bleibt – stärker als reale Marktnachfrage oder objektive Neuheit.

Ergebnisse der finalen Abstimmung

  • Mercedes CLA — 320 Punkte
  • Škoda Elroq — 220 Punkte
  • Kia EV4 — 208 Punkte
  • Citroën C5 Aircross — 207 Punkte
  • Fiat Grande Panda — 200 Punkte
  • Dacia Bigster — 170 Punkte
  • Renault 4 — 150 Punkte

Die Kluft zwischen Rankings und Markt

Ein Vergleich mit den tatsächlichen Zulassungszahlen macht deutlich, dass die Beliebtheit der Modelle bei den Käufern und ihre Erfolge in Wettbewerben immer weiter auseinanderdriften. Fahrzeuge, die ihre Kunden finden und stabile Nachfrage zeigen, bleiben im Schatten, während Auszeichnungen an Modelle vergeben werden, die dem vorgegebenen Entwicklungspfad entsprechen, aber in der Praxis nicht immer gefragt sind.

Fazit

Die Ergebnisse des Wettbewerbs Auto des Jahres 2026 spiegeln weniger den aktuellen Zustand des Marktes als vielmehr die derzeitige Richtung der brancheninternen Diskussion wider. Eine Rückkehr der Automobilindustrie zu einem ausgewogeneren Ansatz wird vermutlich eine Überprüfung der Bewertungskriterien sowie eine engere Verknüpfung zwischen Expertenmeinung und realen Käufererwartungen erfordern.