
Das Projekt unterscheidet sich von herkömmlichen Restomods, bei denen ein bereits existierendes Fahrzeug als Basis dient und umfassend überarbeitet wird. In diesem Fall handelt es sich praktisch um ein neues Auto, das vom Escort RS inspiriert ist und dessen ursprüngliche Konstruktionsphilosophie mit modernen Materialien und weiterentwickelten Komponenten verbindet.

Die Produktion ist auf insgesamt 150 Fahrzeuge begrenzt. Jedes Exemplar erhält eine offizielle Lizenz von Ford. Das Modell soll zugleich die sportliche Geschichte des Escort fortführen, der in den 1960er- und 1970er-Jahren zu den bekanntesten Kompaktwagen der britischen Marke gehörte.

Ein klassischer Escort mit vollständig neuer Konstruktion
Der erste Ford Escort kam 1967 auf den Markt und entwickelte sich schnell zu einem der volumenstärksten Modelle der Marke in Europa. In den ersten sieben Produktionsjahren entstanden rund zwei Millionen Exemplare. Besonders im Vereinigten Königreich war die Nachfrage hoch. Später erlangte der Escort auch durch seine sportlichen RS-Versionen und deren Einsätze im Rallyesport internationale Bekanntheit.

Boreham Motorworks entschied sich dafür, die äußeren Merkmale des ursprünglichen Escort zu bewahren, ohne dessen technische Konstruktion vollständig zu kopieren. Das Fahrzeug basiert auf einer neu entwickelten Plattform, während die Karosserie aus modernen Leichtbaumaterialien einschließlich Carbon gefertigt wird. Dadurch konnte das Fahrzeuggewicht auf weniger als 900 Kilogramm begrenzt werden.

Zwei Saugmotoren
Die Basisversion erhält einen überarbeiteten 1,8-Liter-Twin-Cam-Vierzylindermotor. Er leistet 185 PS und überträgt seine Kraft über ein manuelles Vierganggetriebe an die Hinterräder. In Verbindung mit dem geringen Gewicht soll diese Ausführung den Charakter eines leichten klassischen Coupés und die direkte Verbindung zwischen Fahrer und Fahrzeug bewahren.

Für Kunden mit höheren Leistungsanforderungen ist ein 2,1-Liter-Ten-K-Motor vorgesehen. Der Saugmotor verfügt über geschmiedete interne Komponenten, ein erleichtertes Schwungrad und erreicht Drehzahlen von bis zu 10.000 U/min. Seine Leistung beträgt bis zu 330 PS, kombiniert mit einem manuellen Fünfganggetriebe.
Die Version mit Ten-K-Motor wiegt 895 Kilogramm. Dieses Leistungsgewicht verleiht dem Fahrzeug ein dynamisches Potenzial auf dem Niveau moderner Sportwagen, obwohl die Konstruktion bewusst der klassischen Sportwagentechnik folgt und auf komplexe elektronische Systeme verzichtet.

Ohne elektronische Fahrhilfen
Der neue Escort RS erhält weder eine Servolenkung noch ein Antiblockiersystem oder eine elektronische Stabilitätskontrolle. Stattdessen kommt ein mechanisches Sperrdifferenzial zum Einsatz, das die Kraftverteilung zwischen den Hinterrädern verbessern soll.
Auch der Innenraum folgt einem sportlich-funktionalen Konzept. Zur Ausstattung gehören Halbschalensitze, analoge Instrumente, ein Breitling-Chronograph, eine Klimaanlage und ein Audiosystem. Anstelle der Rücksitze ist Stauraum für zwei Rennhelme vorgesehen, während ausgewählte Verkleidungselemente aus Carbon gefertigt werden.

Preis und Produktion
Der Preis des neuen Boreham Motorworks Escort RS beginnt bei rund 350.000 Euro vor Steuern. Die leistungsstärkere Version mit Ten-K-Motor und erweitertem Komponentenpaket wird entsprechend teurer ausfallen. Das Projekt richtet sich damit an einen begrenzten Kreis von Sammlern und Liebhabern klassischer sportlicher Ford-Modelle.
Boreham Motorworks bietet keinen restaurierten Klassiker aus der Vergangenheit an, sondern ein vollständig neues Fahrzeug nach dem Vorbild des Escort RS. Es kombiniert ein wiedererkennbares Design mit geringem Gewicht, Saugmotoren, manuellen Getrieben und dem Verzicht auf moderne elektronische Fahrhilfen.