Audi A5 B10 Innenraum: Displays, Platz und Ausstattung

Audi A5 III (B10) seit 2024: digitale Bühne und praktische Details

Mit dem Wechsel auf die Premium Platform Combustion erhielt der Audi A5 eine grundlegend neu gestaltete Innenraumarchitektur

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Der sichtbarste Unterschied zum Vorgänger ist die sogenannte Digital Stage. Das gebogene OLED-Panoramadisplay verbindet das 11,9 Zoll große Audi virtual cockpit mit dem 14,5-Zoll-MMI-Touchdisplay; auf Wunsch kommt rechts ein 10,9-Zoll-Beifahrerdisplay hinzu. Damit ändert sich nicht nur die Optik, sondern auch die Bedienlogik. Im deutschen Alltag zwischen Stadtverkehr, Pendelstrecke und Autobahn bietet das Konzept einen schnellen Überblick, verlangt bei einigen Funktionen jedoch eine stärkere Orientierung am Touchscreen.

Materialien und haptischer Eindruck

Das Armaturenbrett wird von dem sogenannten Softwrap geprägt, das sich optisch von Tür zu Tür zieht. Textilflächen, gepolsterte Kontaktzonen und die flach integrierten Luftausströmer nehmen der digitalen Architektur etwas von ihrer technischen Kühle. Tiefer liegende Bereiche und Teile der Mittelkonsole sind funktionaler ausgeführt. Welche Oberflächen tatsächlich verbaut sind, hängt stark von Interieurpaket, Sitzvariante und Dekoreinlagen ab.

Für den deutschen Markt gibt es unter anderem Stoff Kaskade sowie Kombinationen mit Mikrofaser Dinamica und Leder. Dinamica wirkt veloursartig und besteht teilweise aus recyceltem Polyester. Beim Interieur S line und bei Audi-exclusive-Ausführungen kommen Sportsitze, Kontrastnähte und individuellere Farb- oder Materialkombinationen hinzu. Deshalb sollte die Materialqualität nicht allein nach der Modellbezeichnung, sondern immer anhand der konkreten Konfiguration beurteilt werden.

Ergonomie und Bedienkonzept

Das Cockpit ist klar zum Fahrer ausgerichtet, die Sitzposition lässt sich in einem weiten Bereich anpassen. Sportsitze bieten eine ausgeprägtere Seitenführung, ohne den Langstreckenkomfort grundsätzlich einzuschränken. Gegenüber dem Vorgänger wuchs der A5 in Länge und Breite; Audi nennt mehr Knie- und Beinfreiheit in beiden Sitzreihen sowie etwas mehr Kopffreiheit hinten. Die flache Dachlinie der Limousine bleibt für groß gewachsene Fondpassagiere dennoch ein Punkt für die persönliche Sitzprobe.

Viele Klima-, Infotainment- und Fahrzeugeinstellungen werden über das 14,5-Zoll-Touchdisplay oder den Audi assistant gesteuert. Klassische Direktbedienung findet sich vor allem am Lenkrad und in der Bedieneinheit der Fahrertür, die unter anderem Funktionen für Spiegel, Licht und Türen bündelt. Die Menüstruktur erschließt sich nach kurzer Eingewöhnung, doch häufig genutzte Einstellungen sollten vor Fahrtbeginn als Favoriten angelegt werden. Das reduziert Ablenkung, besonders auf dicht befahrenen Autobahnabschnitten.

Die Ablagen sind alltagstauglich dimensioniert; eine Smartphone-Ablage mit induktiver Ladefunktion gehörte bereits zum deutschen Marktstart zur Serienausstattung. Die im Verhältnis 40:20:40 geteilte Rücksitzlehne erweitert die Transportmöglichkeiten. Die A5 Limousine mit großer Heckklappe bietet je nach Antrieb bis zu 445 Liter und maximal 1.299 Liter, der Avant bis zu 476 beziehungsweise 1.424 Liter. Bei e-hybrid- und anderen Antriebsvarianten kann das nutzbare Volumen abweichen.

Ausstattung auf dem deutschen Markt

In Deutschland wird der A5 nicht sinnvoll auf die einfache Gegenüberstellung „Basis oder S line“ reduziert. Exterieur S line, Interieur S line und Technikpakete lassen sich je nach Modelljahr und Antrieb kombinieren. Das MMI-Panoramadisplay gehört zum Kern des Cockpits; zusätzliche Umfänge wie MMI-Beifahrerdisplay, Head-up-Display, Interaktionslicht, Komfortsitze oder erweiterte Park- und Fahrassistenten hängen von Paket und Einzelkonfiguration ab.

Zu den relevanten Optionen zählen außerdem das Bang & Olufsen Premium Soundsystem mit 3D-Klang und möglichen Kopfstützenlautsprechern, beheizbare Sitze vorn und hinten sowie ein beheizbares Lenkrad. Audi exclusive erweitert die Auswahl an Farben, Nähten und Lederkombinationen, ist aber keine eigenständige Serienausstattung. Bei Neu-, Vorführ- und Gebrauchtwagen auf mobile.de oder AutoScout24 empfiehlt sich daher ein Abgleich der Ausstattungsliste über die Fahrzeugidentnummer; ähnlich bezeichnete Fahrzeuge können deutlich unterschiedlich konfiguriert sein.

Das Infotainment basiert auf Android Automotive und ist auf Online-Dienste, App-Integration und aktualisierbare Inhalte ausgelegt. Smartphone-Anbindung und Audi-connect-Funktionen richten sich nach Ausstattung, Softwarestand, gebuchtem Dienst und Nutzerkonto. Over-the-Air-Updates können ausgewählte Infotainment-Inhalte aktualisieren, ersetzen aber nicht jede Werkstattmaßnahme. Für den Gebrauchtwagenkauf sind deshalb ein dokumentierter Softwarestand und ein vollständiger Funktionstest aller Displays wichtiger als pauschale Aussagen über einzelne frühe Fahrzeuge.

Änderungen innerhalb der Baureihe und erste Nutzungserfahrungen

Die Baureihe kam im November 2024 in Deutschland auf den Markt. Ihre Grundarchitektur mit Panoramadisplay, Softwrap und optionalem Beifahrerdisplay blieb seither das prägende Merkmal. Gleichzeitig können sich Paketumfänge, digitale Funktionen und die Verfügbarkeit einzelner Optionen mit Modelljahreswechseln ändern. Bei bereits produzierten Fahrzeugen zählt daher die konkrete Ausstattungsliste mehr als eine allgemeine Modelljahresangabe.

Für belastbare Langzeitaussagen zu Verschleiß und Dauerhaltbarkeit ist die Generation noch zu jung. Bei der Besichtigung eines gebrauchten Exemplars sollten die Touchflächen auf Kratzer, Sitzwangen und helle Bezüge auf Abrieb sowie alle elektrischen Verstellungen auf korrekte Funktion geprüft werden. Auch Knarzgeräusche lassen sich am besten auf einer Probefahrt über unterschiedliche Fahrbahnbeläge beurteilen. Zur Pflege genügen für Displays geeignete weiche Tücher sowie materialgerechte Reiniger für Leder, Dinamica oder Stoff.

Die Übersicht nach vorn profitiert von der klaren Cockpitanordnung, während die Karosseriebreite und die schräge Heckpartie beim Rangieren Aufmerksamkeit verlangen. Je nach Ausstattung helfen Einparkhilfe, Kameras und Parkassistent plus. Im deutschen Winter erhöhen Sitz- und Lenkradheizung den Komfort, sofern sie verbaut sind. Welche Funktionen tatsächlich vorhanden sind, sollte auch hier anhand der Ausstattungscodes und nicht nur anhand von Händlerbezeichnungen geprüft werden.

Typische Schwachstellen des Innenraums lassen sich bislang nicht seriös als baureihenweit einstufen. Für Interessenten sind daher der individuelle Zustand, die Softwarehistorie und die fehlerfreie Bedienung sämtlicher Anzeigen entscheidender als vereinzelte Erfahrungsberichte. Eine Schutzfolie für stark berührte Displayflächen ist möglich, sollte jedoch entspiegelt, passgenau und für das jeweilige OLED-Display freigegeben sein.

Die passende Balance aus Ausstattung und Alltagstauglichkeit

Der Innenraum des Audi A5 III (B10) kombiniert eine stark digitalisierte Bedienung mit einem für Limousine und Avant gut nutzbaren Raumangebot. Für viele Käufer in Deutschland dürfte eine Konfiguration mit passenden Sportsitzen, Smartphone-Integration, Parkhilfe und den tatsächlich benötigten Assistenzsystemen ausgewogener sein als ein möglichst umfangreiches Optionspaket. Wer häufig lange Strecken fährt, sollte zusätzlich Head-up-Display, Sitzkomfort und Geräuschkomfort persönlich testen.

Einfacher ausgestattete Fahrzeuge sind keineswegs unpraktisch, weil das zentrale Panoramadisplay und wesentliche Alltagsfunktionen bereits die Grundidee des Innenraums bestimmen. Bei höherwertigen Angeboten entscheidet weniger das S-line-Emblem als die Kombination aus Interieur-, Komfort- und Technikpaketen. Gerade auf dem Gebrauchtmarkt kann eine sorgfältig gewählte Konfiguration den größeren Mehrwert bieten als rein optische Extras.

Unterm Strich entwickelt der Audi A5 III (B10) die Audi-typische Fahrerorientierung in Richtung einer vernetzten Displaylandschaft weiter. Das Platzangebot, die variable Rückbank und die große Heckklappe der Limousine erhalten die Alltagstauglichkeit. Ob das Bedienkonzept überzeugt, hängt vor allem davon ab, wie gut der Fahrer mit Touchscreen und Sprachsteuerung zurechtkommt – eine ausführliche Sitz- und Bedienprobe bleibt deshalb besonders wichtig.