
Der Audi A5 B10 ist mehr als der Nachfolger der bisherigen A5-Baureihe. Mit seinem Marktstart Ende 2024 übernahm er in Deutschland zugleich die Rolle des klassischen A4 mit Verbrennungsmotor. Statt Coupé, Cabriolet und Sportback konzentriert sich die Modellfamilie nun auf die fünftürige A5 Limousine und den A5 Avant. Damit richtet Audi den Wagen stärker auf den Alltag aus, ohne auf die flache Dachlinie und die sportlichen Proportionen des bisherigen A5 zu verzichten.
Was die neue Generation technisch verändert
Die wichtigste Neuerung ist die Premium Platform Combustion, kurz PPC. Sie wurde für längs eingebaute Verbrennungsmotoren sowie unterschiedliche Elektrifizierungsstufen entwickelt. Neben konventionellen TFSI-Antrieben ermöglicht sie das 48-Volt-System MHEV plus und Plug-in-Hybride. Fahrwerk, Lenkung und Geräuschkomfort wurden ebenfalls überarbeitet. Je nach Konfiguration stehen unter anderem Sportfahrwerk und adaptive Dämpferregelung zur Wahl.
Der A5 ist grundsätzlich mit Frontantrieb erhältlich, während ausgewählte Motorisierungen mit quattro ultra kombiniert werden. Der Allradantrieb kann auf nassen Straßen, bei winterlichen Bedingungen oder häufigen Fahrten in bergigen Regionen Vorteile bieten. Für überwiegenden Stadt- und Autobahnbetrieb bleibt der Frontantrieb jedoch die wirtschaftlichere Alternative.

Preise und Verfügbarkeit in Deutschland im Jahr 2026
In Deutschland ist der Audi A5 B10 regulär als Neuwagen bestellbar. Stand August 2026 beginnt die A5 Limousine laut Audi bei 47.800,00 € einschließlich Mehrwertsteuer, der A5 Avant bei 49.450,00 €. Für die Plug-in-Hybride werden mindestens 65.100,00 € für die Limousine und 66.750,00 € für den Avant aufgerufen. Ausstattungspakete, größere Räder, Assistenzsysteme und S-line-Umfänge können den Endpreis deutlich erhöhen.
Neben frei konfigurierbaren Fahrzeugen sind bereits zahlreiche Lager-, Vorführ- und junge Gebrauchtwagen verfügbar. Bei Angeboten auf mobile.de, AutoScout24 oder in der Audi Gebrauchtwagenbörse sollten Käufer Motorisierung, Antriebsart und Sonderausstattung genau vergleichen. Ein gut ausgestatteter A5 B9 kann erheblich günstiger sein, während der B10 die modernere Elektronikarchitektur, die neue PPC-Plattform und aktuellere Assistenztechnik bietet.

Welche Motoren und Ausstattungen infrage kommen
Für Langstreckenfahrer bleibt der 2.0 TDI mit 150 kW (204 PS), 400 Nm und Siebengang-S-tronic eine interessante Variante. Er besitzt das 48-Volt-System MHEV plus und wird in Deutschland mit Frontantrieb oder quattro ultra angeboten. Audi nennt je nach Karosserie, Antrieb und Ausstattung WLTP-Verbrauchswerte von rund 4,7 bis 5,8 l/100 km. Der tatsächliche Verbrauch hängt unter anderem von Geschwindigkeit, Temperatur, Beladung und Streckenprofil ab.
Bei den Benzinern startete die Baureihe mit 2.0-TFSI-Versionen mit 110 kW (150 PS) und 150 kW (204 PS). Im aktuellen deutschen Modellprogramm reicht das Angebot bis zum TFSI quattro mit 200 kW (272 PS). Seit 2025 ergänzen e-hybrid-quattro-Modelle mit 220 oder 270 kW Systemleistung die Baureihe. Sie kombinieren einen 2,0-Liter-TFSI mit einem Elektromotor und erreichen abhängig von Karosserie und Konfiguration eine elektrische WLTP-Reichweite von bis zu 110 km bei der Limousine beziehungsweise 119 km beim Avant. Anders als beim TDI ist das MHEV-plus-System nicht pauschal Bestandteil jeder TFSI-Version.
Auf dem deutschen Markt werden die optischen Linien und Pakete unter anderem als advanced und S line angeboten. Sie sollten nicht mit einer eigenständigen Motorisierung verwechselt werden. Matrix-LED-Scheinwerfer, MMI-Beifahrerdisplay, umfangreiche Assistenzpakete und Bang-&-Olufsen-Audiosystem sind je nach Modelljahr und Konfiguration serienmäßig oder gegen Aufpreis erhältlich. Bei Neu- und Gebrauchtwagen lohnt deshalb ein Abgleich der Ausstattungsliste anhand der Fahrzeug-Identifizierungsnummer.

Limousine oder Avant: zwei Karosserien mit unterschiedlichem Schwerpunkt
Ein klassisches Coupé und ein Cabriolet gehören beim B10 nicht mehr zum Programm. Die A5 Limousine ist trotz ihres Namens ein fünftüriges Fließheck: Beim Öffnen schwingt die Heckscheibe zusammen mit der großen Gepäckraumklappe nach oben. Der Avant setzt auf einen längeren Dachverlauf und einen variabler nutzbaren Laderaum. Beide Karosserien verbinden damit die coupéhafte Formensprache des A5 mit einer deutlich höheren Alltagstauglichkeit.
Für Pendler und kleinere Haushalte bietet die Limousine meist den besseren Kompromiss aus Gestaltung, Aerodynamik und Gepäckraumzugang. Der Avant eignet sich eher für Familien, sperriges Freizeitgepäck oder häufige Urlaubsfahrten. Mit umgeklappter Rückbank nennt Audi ein maximales Gepäckraumvolumen von etwa 1.299 Litern für die Limousine und 1.424 Litern für den Avant. Die Bodenfreiheit bleibt klassentypisch; für schlechte Wege ist der A5 daher nur eingeschränkt ausgelegt.
Innenraum, digitale Bedienung und Alltag
Im Cockpit dominiert das gebogene MMI-Panoramadisplay aus digitalem Kombiinstrument und zentralem Touchscreen. Je nach Ausstattung kommt ein separates Beifahrerdisplay hinzu. Viele Funktionen werden über den Bildschirm oder den Audi assistant gesteuert, während für zentrale Fahrfunktionen weiterhin direkte Bedienelemente vorhanden sind. Die Materialauswahl wirkt in den häufig berührten Bereichen hochwertig, einzelne Verkleidungen im unteren Innenraum fallen jedoch schlichter aus.
Nach einer Eingewöhnungsphase ist die Menüstruktur nachvollziehbar, allerdings verlangt die starke Bildschirmorientierung mehr Aufmerksamkeit als ein klassisches Bedienkonzept. Die Smartphone-Anbindung über Apple CarPlay und Android Auto hängt von der gewählten Ausstattung ab. Der längere Radstand schafft brauchbare Platzverhältnisse im Fond, bei der Limousine begrenzt die abfallende Dachlinie jedoch die Kopffreiheit für große Passagiere.

Was vor dem Kauf geprüft werden sollte
Bei einer Probefahrt sollten Käufer auf Fahrwerk, Lenkung und mögliche Geräusche von Rädern oder Verkleidungen achten. Bei Fahrzeugen mit adaptiver Dämpferregelung sind alle Fahrmodi zu testen. Kameras, Radarsensoren, Beleuchtung und Assistenzsysteme sollten ohne Fehlermeldungen arbeiten. Beim TDI und anderen MHEV-plus-Versionen empfiehlt sich außerdem eine Diagnose des 48-Volt-Systems. Bei einem gebrauchten e-hybrid sind Ladefunktion, Ladekabel und der dokumentierte Zustand der Hochvoltbatterie relevant.
Das Audi-Servicenetz ist in Deutschland flächendeckend verfügbar. Wartung, Reifen, Versicherung und verschleißbedingte Reparaturen bewegen sich dennoch auf dem Niveau eines Premiumfahrzeugs. Die konkreten Kosten hängen stark von Motor, Regionalklasse, Schadenfreiheitsrabatt, Jahresfahrleistung und Werkstattwahl ab. Vor dem Kauf ist daher ein individuelles Versicherungsangebot ebenso sinnvoll wie ein Vergleich mit BMW 3er und Mercedes-Benz C-Klasse.
Der spätere Wiederverkaufswert wird vor allem von Motorisierung, Ausstattung, Laufleistung und Wartungshistorie bestimmt. quattro und S line können die Nachfrage erhöhen, rechtfertigen aber nicht automatisch jeden Mehrpreis. Bei Plug-in-Hybriden dürften zusätzlich der nachweisbare Batteriezustand und eine vollständige Ladeausstattung an Bedeutung gewinnen.
Unterm Strich ist der Audi A5 B10 auf dem deutschen Markt eine neu positionierte Premium-Mittelklasse: Die Limousine ersetzt funktional sowohl den früheren A4 als auch den A5 Sportback, während der Avant die klassische Kombirolle übernimmt. Das breite Angebot aus TFSI, TDI, MHEV plus und e-hybrid erlaubt eine gezielte Auswahl nach Fahrprofil. Entscheidend sind weniger maximale Leistung oder möglichst viele Pakete als die passende Kombination aus Karosserie, Antrieb und tatsächlich benötigter Ausstattung.