
Die Unternehmensführung erkennt an, dass die aktuellen Elektrofahrzeuge der Marke nach traditionellen Prinzipien der Automobilindustrie entwickelt wurden und nicht vollständig mit dem modernen Konzept der sogenannten „software-defined vehicles“ übereinstimmen. Aus diesem Grund werden die neuen Modelle auf einer grundlegend anderen Architektur aufgebaut, in der die Software die zentrale Rolle spielt.
Dieser Ansatz soll Fahrzeug-Updates vereinfachen, die Komplexität der Elektronik reduzieren und die Einführung neuer Funktionen beschleunigen. Für die Hersteller wird dies zu einer wichtigen Entwicklungsrichtung vor dem Hintergrund der wachsenden digitalen Möglichkeiten von Automobilen.
Was ist ein software-defined vehicle?
Der Begriff „software-defined vehicle“ bezeichnet ein Fahrzeug, bei dem die meisten Funktionen durch Software statt durch separate Hardware-Module gesteuert werden. In einem solchen System erhält das Fahrzeug im Wesentlichen eine einheitliche digitale Basis, und verschiedene Funktionen werden durch Software-Updates aktiviert oder verändert.
Diese Architektur bietet den Herstellern mehrere Vorteile:
- Reduzierung der Komplexität des Fahrzeugdesigns
- Möglichkeit, Funktionen über das Internet zu aktualisieren
- Schnelle Fehlerbehebung und Verbesserung von Sicherheitssystemen
- Vereinfachung der Produktion durch Vereinheitlichung der Hardware
Im Idealfall verfügen die Fahrzeuge am Fließband über nahezu identische Hardware, wobei die Unterschiede zwischen den Versionen durch die Software bestimmt werden.
Probleme der aktuellen Elektrofahrzeuge von Ford
Die Elektromodelle von Ford wie F-150 Lightning und Mustang Mach-E entstanden in einer Phase, in der die Hersteller gerade erst begannen, digitale Technologien intensiv einzusetzen. Dadurch besteht ihre elektronische Architektur aus einer großen Anzahl separater Module.
Beim F-150 Lightning kommen mehr als 70 elektronische Steuergeräte zum Einsatz. Viele davon stammen von unterschiedlichen Zulieferern. Damit das Fahrzeug korrekt funktioniert, müssen all diese Systeme miteinander interagieren.
Diese Struktur erschwert die Software-Entwicklung erheblich. Bei jedem größeren Update muss die Zusammenarbeit zahlreicher Zulieferer und ihrer elektronischen Komponenten koordiniert werden. Das verlängert die Einführungszeit neuer Funktionen und macht das System weniger flexibel.
Neue Architektur für zukünftige Modelle
Die nächste Generation der Elektrofahrzeuge von Ford wird auf einer anderen elektronischen Architektur aufgebaut. Statt Dutzender separater Module ist der Einsatz einer geringen Anzahl zentraler Recheneinheiten geplant.
Dieses System verwendet eine zonale Struktur. Darin werden die Hauptfunktionen des Fahrzeugs auf mehrere leistungsstarke Controller verteilt, die verschiedene Zonen des Fahrzeugs steuern – etwa den vorderen Bereich, den Innenraum oder das Sicherheitssystem.
Dieser Ansatz ermöglicht:
- Reduzierung der Anzahl elektronischer Komponenten
- Vereinfachung von Software-Updates
- Beschleunigung der Entwicklung neuer Funktionen
- Verringerung der Abhängigkeit von externen Zulieferern
Für die Ingenieure bedeutet dies eine direktere Kontrolle über die Software-Plattform des Fahrzeugs und die Möglichkeit, neue Technologien schneller umzusetzen.
Zusammenfassung
Ford erkennt an, dass die derzeitige Architektur seiner Elektrofahrzeuge die Entwicklung von Software-Funktionen und Updates erschwert. Deshalb bereitet das Unternehmen eine neue Generation elektrischer Modelle mit einem stärker zentralisierten elektronischen System vor. Der Übergang zu software-defined vehicles soll das Design vereinfachen, Updates beschleunigen und eine flexiblere Weiterentwicklung der digitalen Fahrzeugfähigkeiten ermöglichen.