
Trotz grundsätzlich guter Zuverlässigkeit hat dieses japanische SUV aus der damaligen Zeit einige typische „Kinderkrankheiten“, die jeder potenzielle Käufer kennen sollte.
Wichtigste Schwachstellen:
- Karosserierost: Dünner Lack und unzureichender Unterbodenschutz ab Werk. Rost tritt häufig an Radläufen, Schweller, Bodenblech, Türrahmen und Heckklappe auf. In Regionen mit Streusalz im Winter schreitet der Rost deutlich schneller voran.
- CVT-Getriebe (Jatco JF011E): Überhitzung, Ruckeln, Leistungsverlust ab ca. 100.000–150.000 km. Regelmäßiger Ölwechsel und Zusatzkühler sind dringend empfohlen, um die Lebensdauer zu verlängern.
- Ölkonsum beim 2.4-Liter-Benziner: Ab 150.000–200.000 km Verbrauch bis zu 1 Liter pro 1.000 km durch festliegende Kolbenringe nicht unüblich.
- Schwache Geräuschdämmung: Deutliche Abroll-, Motor- und Windgeräusche ab Landstraßentempo.
- Verbrauch: 2.4-Liter ca. 10–13 l/100 km im Stadtverkehr, 3.0 V6 bis zu 15–18 l/100 km.
- Innenraum-Verschleiß: Kratzempfindliche Kunststoffe, schnell abgenutztes Leder und abblätterndes Lenkrad.
- Fahrwerk: Frühzeitiger Verschleiß der Stabilisatorbuchsen, Stoßdämpfer halten auf schlechten Straßen nicht lange.
- Elektrik: Probleme mit Lichtmaschine, Sensoren und beschlagenen Scheinwerfern mit der Zeit.
Für technische Daten, Innenraumfotos und den kompletten Generationen-Überblick schauen Sie in die anderen Beiträge der Serie.
Modelljahre & Versionen – worauf besonders achten
Die Vor-Facelift-Modelle (2007–2009) haben tendenziell mehr Beschwerden:
- CVT ohne Zusatzkühlung – starke Überhitzung im Stau.
- Vorderes Stoßleisten-Absacken, leichte Karosserie-Verwindungen durch geringere Steifigkeit.
- Schlechtere Geräuschdämmung und einfachere Innenraummaterialien.
- Frühe 2.4-Motoren besonders anfällig für Ölkonsum.
Facelift-Modelle (2010–2012): optisch aufgefrischt, deutlich bessere Dämmung, leicht verbessertes CVT-Verhalten (trotzdem pflegeintensiv), Verbrauch um 5–10 % besser. Diese Baujahre sind klar vorzuziehen, Rost bleibt aber bei allen ein Thema.
Meiden Sie frühe 2007–2008er mit hoher Laufleistung und ohne lückenlosen Scheckheftnachweis. Dieselversionen (in Deutschland selten) mit Vorsicht genießen – Einspritzsystem sehr empfindlich.
Realitäten auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt
Die meisten Outlander II auf dem deutschen Markt sind Importe aus Japan, USA oder anderen EU-Ländern. Typische Fallstricke:
- Rost: Unterboden, Radläufe und Schweller gründlich prüfen – Streusalz in vielen Regionen beschleunigt Korrosion massiv.
- Laufleistung: Tacho-Rückstellung weit verbreitet (real oft 200.000–350.000 km).
- Historie: Viele US-Importe mit Unfall- oder Hochwasserschaden – CarVertical, DAT oder Gutachten plus Scheckheft zwingend prüfen.
- Getriebe & Allrad: Probefahrt auf Ruckeln/Überhitzung achten; Allrad-Kupplung testen.
- Motor: Kompressionsprüfung, Ölkonsum kontrollieren, Kat vorhanden? (oft ausgebaut).
- Ausstattung: EU-Modelle meist üppiger bestückt (teils Diesel), US-Importe günstiger, aber häufiger repariert.
- Ersatzteile: Zubehör reichlich und günstig, Originalteile teurer, aber gut verfügbar.
Auf mobile.de, autoscout24.de und Co. gibt es reichlich Angebote – wirklich gepflegte Exemplare sind jedoch selten. Rechnen Sie mit Nachinvestitionen.

Budget für Instandsetzung & Unterhalt
Die meisten Probleme sind lösbar, ohne das Budget zu sprengen:
- Geräuschdämmung verbessern: Komplett – 500–1.200 €.
- Moderne Infotainment-Nachrüstung: Android-Headunit – 250–600 €.
- Rostschutz: Unterbodenschutz + Hohlraumversiegelung – 400–900 €; punktuelle Reparatur – ab 150 €.
- CVT: Reparatur – 1.000–2.500 €; Austausch – 3.000+ € (Prophylaxe günstiger: Ölwechsel alle 40.000 km + Zusatzkühler ca. 250 €).
- Ölkonsum beheben: Entkokung oder Ringtausch – 700–1.800 €.
- Fahrwerk komplett: 500–1.000 €.
Realistisch 1.500–5.000 € kurz nach Kauf einplanen, um einen durchschnittlichen Wagen in guten Zustand zu bringen. Laufende Kosten bleiben moderat: 300–600 € pro Jahr bei regelmäßiger Wartung.
Fazit & Kaufempfehlung
Im Jahr 2026 ist der Mitsubishi Outlander II (2007–2012) nach wie vor eine vernünftige Wahl für Familien oder leichten Offroad-Einsatz: geräumig, alltagstauglich und günstig. Orientierungs-Preisspanne auf dem deutschen Markt aktuell: 5.000–12.000 € je nach Zustand, Laufleistung und Ausstattung.
Kaufen Sie, wenn Sie finden:
- Facelift 2010–2012 mit 2.4 + CVT + Allrad.
- Lückenloser Wartungsnachweis, wenig bis kein Rost, CVT ohne Symptome.
- Vor Kauf gründliche Untersuchung in einer freien Werkstatt oder bei einem Dekra-/TÜV-Prüfer.
Besser meiden:
- Vor-Facelift ohne Getriebe-Kühler-Nachrüstung.
- Starke Ölsäufer, Unfall- oder massiv angerostete Fahrzeuge.
Bei Probefahrt achten auf: Getriebe-Ruckeln, Fahrwerksgeräusche, Rostspuren, Ölstand, Allrad-Funktion. Ein gut gepflegtes Facelift-Exemplar bietet nach wie vor ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis auf deutschen Straßen.