Mitsubishi Outlander II (2007–2012) Schwachstellen & typische Probleme Gebrauchtwagen | automotive24.center

Das sollten Sie wissen, bevor Sie einen gebrauchten Mitsubishi Outlander II (2007–2012) kaufen

Der Mitsubishi Outlander der zweiten Generation ist nach wie vor beliebt wegen seines Platzangebots und der soliden Alltagstauglichkeit – doch er hat einige bekannte Schwachstellen, die aus einem Schnäppchen schnell ein teures Hobby machen können.

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Trotz grundsätzlich guter Zuverlässigkeit hat dieses japanische SUV aus der damaligen Zeit einige typische „Kinderkrankheiten“, die jeder potenzielle Käufer kennen sollte.

Wichtigste Schwachstellen:

  • Karosserierost: Dünner Lack und unzureichender Unterbodenschutz ab Werk. Rost tritt häufig an Radläufen, Schweller, Bodenblech, Türrahmen und Heckklappe auf. In Regionen mit Streusalz im Winter schreitet der Rost deutlich schneller voran.
  • CVT-Getriebe (Jatco JF011E): Überhitzung, Ruckeln, Leistungsverlust ab ca. 100.000–150.000 km. Regelmäßiger Ölwechsel und Zusatzkühler sind dringend empfohlen, um die Lebensdauer zu verlängern.
  • Ölkonsum beim 2.4-Liter-Benziner: Ab 150.000–200.000 km Verbrauch bis zu 1 Liter pro 1.000 km durch festliegende Kolbenringe nicht unüblich.
  • Schwache Geräuschdämmung: Deutliche Abroll-, Motor- und Windgeräusche ab Landstraßentempo.
  • Verbrauch: 2.4-Liter ca. 10–13 l/100 km im Stadtverkehr, 3.0 V6 bis zu 15–18 l/100 km.
  • Innenraum-Verschleiß: Kratzempfindliche Kunststoffe, schnell abgenutztes Leder und abblätterndes Lenkrad.
  • Fahrwerk: Frühzeitiger Verschleiß der Stabilisatorbuchsen, Stoßdämpfer halten auf schlechten Straßen nicht lange.
  • Elektrik: Probleme mit Lichtmaschine, Sensoren und beschlagenen Scheinwerfern mit der Zeit.

Für technische Daten, Innenraumfotos und den kompletten Generationen-Überblick schauen Sie in die anderen Beiträge der Serie.

Modelljahre & Versionen – worauf besonders achten

Die Vor-Facelift-Modelle (2007–2009) haben tendenziell mehr Beschwerden:

  • CVT ohne Zusatzkühlung – starke Überhitzung im Stau.
  • Vorderes Stoßleisten-Absacken, leichte Karosserie-Verwindungen durch geringere Steifigkeit.
  • Schlechtere Geräuschdämmung und einfachere Innenraummaterialien.
  • Frühe 2.4-Motoren besonders anfällig für Ölkonsum.

Facelift-Modelle (2010–2012): optisch aufgefrischt, deutlich bessere Dämmung, leicht verbessertes CVT-Verhalten (trotzdem pflegeintensiv), Verbrauch um 5–10 % besser. Diese Baujahre sind klar vorzuziehen, Rost bleibt aber bei allen ein Thema.

Meiden Sie frühe 2007–2008er mit hoher Laufleistung und ohne lückenlosen Scheckheftnachweis. Dieselversionen (in Deutschland selten) mit Vorsicht genießen – Einspritzsystem sehr empfindlich.

Realitäten auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt

Die meisten Outlander II auf dem deutschen Markt sind Importe aus Japan, USA oder anderen EU-Ländern. Typische Fallstricke:

  • Rost: Unterboden, Radläufe und Schweller gründlich prüfen – Streusalz in vielen Regionen beschleunigt Korrosion massiv.
  • Laufleistung: Tacho-Rückstellung weit verbreitet (real oft 200.000–350.000 km).
  • Historie: Viele US-Importe mit Unfall- oder Hochwasserschaden – CarVertical, DAT oder Gutachten plus Scheckheft zwingend prüfen.
  • Getriebe & Allrad: Probefahrt auf Ruckeln/Überhitzung achten; Allrad-Kupplung testen.
  • Motor: Kompressionsprüfung, Ölkonsum kontrollieren, Kat vorhanden? (oft ausgebaut).
  • Ausstattung: EU-Modelle meist üppiger bestückt (teils Diesel), US-Importe günstiger, aber häufiger repariert.
  • Ersatzteile: Zubehör reichlich und günstig, Originalteile teurer, aber gut verfügbar.

Auf mobile.de, autoscout24.de und Co. gibt es reichlich Angebote – wirklich gepflegte Exemplare sind jedoch selten. Rechnen Sie mit Nachinvestitionen.

Budget für Instandsetzung & Unterhalt

Die meisten Probleme sind lösbar, ohne das Budget zu sprengen:

  • Geräuschdämmung verbessern: Komplett – 500–1.200 €.
  • Moderne Infotainment-Nachrüstung: Android-Headunit – 250–600 €.
  • Rostschutz: Unterbodenschutz + Hohlraumversiegelung – 400–900 €; punktuelle Reparatur – ab 150 €.
  • CVT: Reparatur – 1.000–2.500 €; Austausch – 3.000+ € (Prophylaxe günstiger: Ölwechsel alle 40.000 km + Zusatzkühler ca. 250 €).
  • Ölkonsum beheben: Entkokung oder Ringtausch – 700–1.800 €.
  • Fahrwerk komplett: 500–1.000 €.

Realistisch 1.500–5.000 € kurz nach Kauf einplanen, um einen durchschnittlichen Wagen in guten Zustand zu bringen. Laufende Kosten bleiben moderat: 300–600 € pro Jahr bei regelmäßiger Wartung.

Fazit & Kaufempfehlung

Im Jahr 2026 ist der Mitsubishi Outlander II (2007–2012) nach wie vor eine vernünftige Wahl für Familien oder leichten Offroad-Einsatz: geräumig, alltagstauglich und günstig. Orientierungs-Preisspanne auf dem deutschen Markt aktuell: 5.000–12.000 € je nach Zustand, Laufleistung und Ausstattung.

Kaufen Sie, wenn Sie finden:

  • Facelift 2010–2012 mit 2.4 + CVT + Allrad.
  • Lückenloser Wartungsnachweis, wenig bis kein Rost, CVT ohne Symptome.
  • Vor Kauf gründliche Untersuchung in einer freien Werkstatt oder bei einem Dekra-/TÜV-Prüfer.

Besser meiden:

  • Vor-Facelift ohne Getriebe-Kühler-Nachrüstung.
  • Starke Ölsäufer, Unfall- oder massiv angerostete Fahrzeuge.

Bei Probefahrt achten auf: Getriebe-Ruckeln, Fahrwerksgeräusche, Rostspuren, Ölstand, Allrad-Funktion. Ein gut gepflegtes Facelift-Exemplar bietet nach wie vor ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis auf deutschen Straßen.