VW Touareg II 7P: Technische Daten, Motoren und Maße

Volkswagen Touareg II (7P) 2010–2018: Motoren, Getriebe und Maße

Technisch folgte der Volkswagen Touareg II einem klaren Grundkonzept: längs eingebauter Motor, achtstufige Wandlerautomatik und permanenter Allradantrieb. Unterschiede gab es vor allem bei Motorisierung, Abgasnachbehandlung und der Auslegung des 4MOTION-Systems.

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Dieses Grundlayout blieb über die gesamte Bauzeit des Typ 7P weitgehend erhalten, auch wenn sich Motorleistungen, Abgasnormen und die Ausführung des Allradantriebs je nach Modelljahr und Variante unterschieden.

Für den deutschen Gebrauchtwagenmarkt ist deshalb die genaue Version wichtiger als nur die Hubraumangabe. Neben regulär in Deutschland ausgelieferten Fahrzeugen werden auch Reimporte und Importfahrzeuge angeboten, deren Motorleistung, Abgasnachbehandlung oder Antriebsausführung abweichen kann. Design, Innenraum und Ausstattung des Volkswagen Touareg II werden in anderen Artikeln der Reihe behandelt; hier stehen Antriebe, Abmessungen und technische Besonderheiten im Mittelpunkt.

Allradantrieb war Serie, aber nicht immer gleich aufgebaut

Die wesentlichen Motorvarianten des Touareg 7P waren mit einer Achtgang-Wandlerautomatik von Aisin kombiniert, die Volkswagen als Tiptronic bezeichnete. Ein DSG kam in dieser Generation nicht zum Einsatz. Das Getriebe war auf hohe Drehmomente ausgelegt und wurde sowohl mit den V6-Dieseln als auch mit dem 4.2 V8 TDI mit 800 Nm kombiniert.

Die meisten Fahrzeuge besitzen 4MOTION mit selbstsperrendem Torsen-Mittendifferenzial. Dabei handelt es sich um einen permanenten Allradantrieb ohne manuell zuschaltbare zweite Achse. Die Elektronik arbeitet mit dem Stabilitätsprogramm und den radselektiven Bremseingriffen zusammen; ein Offroad-Fahrprogramm passt unter anderem Gasannahme und Getriebestrategie an.

Für bestimmte V6-TDI-Versionen war zudem das Terrain-Tech-Paket mit 4XMOTION erhältlich. Es umfasst eine Geländeuntersetzung und ein sperrbares Mittendifferenzial; je nach Ausführung kommt eine zusätzliche Sperrfunktion an der Hinterachse hinzu. Diese Technik ist schwerer und aufwendiger als der normale 4MOTION-Antrieb, bietet dafür aber größere Reserven abseits befestigter Straßen. Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt sind solche Fahrzeuge deutlich seltener als Touareg mit dem regulären Torsen-System; die konkrete Antriebsausführung sollte deshalb über Ausstattungscode, VIN und Fahrzeugprüfung verifiziert werden.

Motoren: In Deutschland dominierte der V6 TDI

Das deutsche Motorenprogramm des Volkswagen Touareg II umfasste Benziner, Diesel und einen Hybrid. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt prägt jedoch vor allem der 3.0 V6 TDI das Angebot. Die verschiedenen Ausführungen nutzen 2.967 cm³ Hubraum, unterscheiden sich aber bei Leistung, Drehmoment, Abgasnachbehandlung und Softwarestand.

Motor Hubraum Leistung Getriebe Antrieb
3.0 V6 TDI 2.967 cm³ 150 kW (204 PS) 8-Gang-Tiptronic 4MOTION
3.0 V6 TDI 2.967 cm³ 176 kW (240 PS) bzw. 180 kW (245 PS) 8-Gang-Tiptronic 4MOTION; teils Terrain Tech/4XMOTION
3.0 V6 TDI SCR 2.967 cm³ 150 kW (204 PS) oder 193 kW (262 PS) 8-Gang-Tiptronic 4MOTION; Terrain Tech vor allem beim stärkeren Diesel
4.2 V8 TDI 4.134 cm³ 250 kW (340 PS) 8-Gang-Tiptronic 4MOTION
3.6 V6 FSI 3.597 cm³ 206 kW (280 PS) 8-Gang-Tiptronic 4MOTION
3.0 V6 TSI Hybrid 2.995 cm³ 279 kW (380 PS) Systemleistung 8-Gang-Tiptronic 4MOTION

3.0 V6 TDI und die Unterschiede zwischen den Leistungsstufen

Der 3.0 V6 TDI mit 204 PS wurde je nach Baujahr mit rund 400 bis 450 Nm angegeben. Die Varianten mit 240 beziehungsweise 245 PS erreichen 550 Nm, der nach dem Facelift angebotene 262-PS-Diesel 580 Nm. Das hohe Drehmoment passt gut zum mehr als zwei Tonnen schweren SUV und reduziert im normalen Fahrbetrieb die Notwendigkeit häufiger Rückschaltungen.

Frühe Fahrzeuge entsprechen je nach Version Euro 5. Mit der Modellpflege 2014 blieb der 204-PS-Diesel im Programm, während die stärkere Leistungsstufe auf 262 PS angehoben wurde. Die überarbeiteten deutschen V6 TDI erhielten Euro-6-Abgastechnik mit SCR-Katalysator und AdBlue. Bei Importfahrzeugen kann die Abgasnachbehandlung anders ausgeführt sein, weshalb Baujahr und Motorleistung allein keine eindeutige Zuordnung erlauben.

Beim Kauf eines gebrauchten 3.0 TDI ist der technische Zustand wichtiger als die reine Leistungsstufe. Zu prüfen sind unter anderem Steuerkettentrieb, Ansaugtrakt, AGR-System, Dieselpartikelfilter, Injektoren und Kühlkreislauf. Da der Kettentrieb getriebeseitig sitzt, kann eine Reparatur arbeitsintensiv sein. Solche Punkte bedeuten nicht, dass jeder Motor betroffen ist, machen aber eine nachvollziehbare Wartungs- und Diagnosehistorie besonders wichtig.

3.6 V6 FSI

Der 3.6 FSI ist ein VR6-Saugbenziner mit 206 kW (280 PS) und rund 360 Nm. Er wurde in Europa nur in den früheren Jahren dieser Generation angeboten und ist auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt erheblich seltener als der V6 TDI. Importfahrzeuge können abweichende Leistungsangaben oder Markt-Spezifikationen aufweisen.

Der Benziner benötigt weder Turbolader noch Dieselpartikelfilter oder SCR-System, ist konstruktiv aber keineswegs simpel. Direkteinspritzung kann Ablagerungen im Ansaugtrakt begünstigen, auch der Steuerkettentrieb und das Kühlsystem verdienen bei älteren Fahrzeugen Aufmerksamkeit. Für geringe Jahresfahrleistungen und viele kurze Strecken kann der FSI eine Alternative sein, während ein Diesel im Kurzstreckenbetrieb häufiger mit ungünstigen Bedingungen für die Regeneration des Partikelfilters konfrontiert ist.

V8 TDI und Hybrid als eigene technische Kategorien

Der 4.2 V8 TDI leistet 250 kW (340 PS) und 800 Nm. Zwei Turbolader und das hohe Drehmoment stellen größere Anforderungen an Kühlung, Bremsen und Antriebsstrang als beim V6. Wartungs- und Verschleißteile sind grundsätzlich erhältlich, spezifische Motor- und Nebenaggregate können jedoch deutlich teurer sein als beim verbreiteten 3.0 TDI.

Der Touareg Hybrid kombiniert einen kompressorgeladenen 3.0 V6 TSI mit 245 kW (333 PS) und einem Elektromotor; die Systemleistung beträgt 279 kW (380 PS). Bei einem gebrauchten Exemplar sollten neben den üblichen Fahrzeugkomponenten auch Hochvoltbatterie, Leistungselektronik, elektrischer Kühlkreislauf und das Hybridmodul zwischen Verbrennungsmotor und Getriebe geprüft werden. Wegen der geringen Stückzahlen ist diese Variante im deutschen Gebrauchtwagenangebot deutlich seltener als die TDI-Modelle.

Das Facelift änderte die Abmessungen kaum, die Abgastechnik aber deutlich

Die Modellpflege von 2014 brachte keine neue Plattform. Fahrwerksgrundlayout und Achtgangautomatik blieben erhalten. Die Karosserielänge stieg durch geänderte Stoßfänger von rund 4.795 auf 4.801 mm, während die wesentlichen technischen Änderungen vor allem die V6-Diesel und deren Euro-6-Abgasnachbehandlung betrafen.

Bei den Facelift-Dieseln kommt mit SCR und AdBlue ein zusätzlicher Funktionskreis hinzu, der bei der Gebrauchtwagenprüfung per Diagnose berücksichtigt werden sollte. Gleichzeitig wurden Motorsteuerung und Getriebesoftware überarbeitet. Ob ein Fahrzeug tatsächlich SCR-Technik besitzt, sollte bei Importen nicht allein anhand der Optik oder des Erstzulassungsjahres beurteilt werden.

Abmessungen und Gewichte des Volkswagen Touareg 7P

In technischen Datenblättern wird die Breite des Touareg mit 1.940 mm ohne Außenspiegel und rund 2.208 mm einschließlich ausgeklappter Spiegel angegeben. Die Karosseriehöhe liegt je nach Ausführung und Messweise um 1.709 mm; Dachreling, Fahrwerk und Ausstattung können die praktische Gesamthöhe beeinflussen.

Version Länge Breite Höhe Radstand Leergewicht Zul. Gesamtgewicht Getriebe/Antrieb
3.0 V6 TDI, vor Facelift ca. 4.795 mm 1.940 mm; 2.208 mm mit Spiegeln ca. 1.709 mm 2.904 mm je nach Variante rund 2.100–2.200 kg je nach Ausführung rund 2.840–2.880 kg 8-Gang-Tiptronic, 4MOTION
3.0 V6 TDI, Facelift 4.801 mm 1.940 mm; 2.208 mm mit Spiegeln 1.709 mm 2.904 mm ca. 2.185 kg ca. 2.880 kg 8-Gang-Tiptronic, 4MOTION
Terrain Tech / 4XMOTION ca. 4.795–4.801 mm 1.940 mm; 2.208 mm mit Spiegeln je nach Fahrwerk und Ausstattung 2.904 mm höher als bei vergleichbarer Standardversion versionsabhängig 8-Gang-Tiptronic, 4XMOTION mit Untersetzung
4.2 V8 TDI oder Hybrid ca. 4.795–4.801 mm 1.940 mm; 2.208 mm mit Spiegeln je nach Ausführung 2.904 mm typisch über 2.200 kg versionsabhängig 8-Gang-Tiptronic, permanenter Allradantrieb

Das tatsächliche Gewicht hängt von Motor, Tankgröße, Fahrwerk und Sonderausstattung ab. Panoramadach, Luftfederung, große Räder und Terrain-Tech-Komponenten erhöhen das Leergewicht. Das Kofferraumvolumen liegt bei rund 580 Litern und wächst bei umgeklappter Rücksitzbank auf bis zu etwa 1.642 Liter; bei einzelnen Sonder- und Hybridkonfigurationen können die Werte abweichen.

Mit Stahlfederung beträgt die Bodenfreiheit ungefähr 201 mm. Die optionale Luftfederung kann das Fahrzeugniveau anheben und für Geländefahrten zusätzliche Bodenfreiheit bereitstellen; der genaue Wert hängt von Fahrwerk, Fahrmodus, Bereifung und Beladung ab. Für viele Versionen ist eine gebremste Anhängelast von bis zu 3.500 kg freigegeben, maßgeblich sind jedoch immer die Angaben in den Fahrzeugpapieren des konkreten Exemplars.

Verbrauch und Wartung im deutschen Alltag

Für den Touareg 7P gelten noch die damaligen NEFZ-Werksangaben, nicht WLTP-Werte. Beim 3.0 V6 TDI mit 245 PS liegt der kombinierte Normverbrauch je nach Ausführung bei etwa 7,2 l/100 km. Für den 240-PS-V6 wurden rund 7,4 l/100 km angegeben. Die Facelift-Diesel liegen je nach Leistungsstufe ungefähr bei 6,7 bis 6,8 l/100 km kombiniert. Im realen Betrieb kann der Verbrauch insbesondere in der Stadt, bei hoher Geschwindigkeit, im Winter oder mit Anhänger deutlich höher ausfallen.

Für den 4.2 V8 TDI wurden kombiniert rund 9,1 l/100 km nach NEFZ angegeben. Beim 3.6 V6 FSI und beim Hybrid hängen die Werte stärker von Baujahr, Ausführung und Fahrprofil ab; bei Gebrauchtwagen sollte deshalb darauf geachtet werden, ob ein angegebener Wert tatsächlich zum konkreten deutschen Modelljahr gehört. Normverbrauch und reale Test- oder Nutzerwerte sollten dabei nicht miteinander vermischt werden.

Bei der Achtgangautomatik sind im Rahmen einer Gebrauchtwagenprüfung saubere Gangwechsel, unauffälliges Einlegen von D und R sowie eine ruhige Wandlerüberbrückung wichtig. Aussagen über eine Lebensdauerfüllung des Getriebeöls ersetzen bei älteren Fahrzeugen mit hoher Laufleistung keine technische Zustandsbewertung und keine nachvollziehbare Wartungshistorie.

Für den verbreiteten 3.0 TDI, Bremsen und Fahrwerk ist die Teileversorgung in Deutschland grundsätzlich gut. Spezifische Komponenten des Hybrids, des V8 oder des Terrain-Tech-Antriebs können dagegen deutlich seltener und teurer sein. Auch bei der optionalen Luftfederung beeinflussen Zustand von Federbeinen, Kompressor und Ventilblock die möglichen Folgekosten erheblich.

Welche technische Konfiguration ist am sinnvollsten?

Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt ist der 3.0 V6 TDI die naheliegendste Variante, wenn Verfügbarkeit, Leistungsreserven und Teileversorgung zusammen betrachtet werden. Die 240- und 245-PS-Versionen vor dem Facelift verzichten noch auf die spätere Euro-6-SCR-Technik, sind heute jedoch entsprechend älter. Die Facelift-Diesel mit 204 und 262 PS sind jünger und nach damaligen NEFZ-Werksangaben sparsamer, besitzen dafür eine aufwendigere Abgasnachbehandlung mit SCR und AdBlue.

Die Stahlfederung reduziert die Zahl zusätzlicher Fahrwerkskomponenten, während eine intakte Luftfederung mehr Komfort und eine variable Fahrzeughöhe bietet. Entscheidend ist weniger der Ruf des jeweiligen Systems als der tatsächliche Zustand des konkreten Fahrzeugs.

Der 3.6 FSI kann bei geringer Jahresfahrleistung eine Alternative sein, ist in Deutschland aber wesentlich seltener. V8 TDI und Hybrid verlangen wegen ihrer komplexeren Technik und geringeren Stückzahlen eine besonders sorgfältige Prüfung. Die sinnvollste Touareg-Konfiguration ergibt sich daher nicht allein aus der höchsten Leistung, sondern aus Wartungshistorie, Nutzungsprofil, technischer Komplexität und Zustand des einzelnen Fahrzeugs.