
Das Armaturenbrett ist um zwei große Displays herum aufgebaut: ein digitales Kombiinstrument mit 11,9 Zoll Diagonale und einen zentralen MMI-Touchscreen im 14,5-Zoll-Format. Diese Anordnung bestimmt den ersten Eindruck des Innenraums. Der Fahrer blickt auf breite Flächen und minimalistische Linien, während die Zahl klassischer Tasten deutlich reduziert wurde.
Auch die Mittelkonsole wird inzwischen weitgehend über berührungsempfindliche Bedienelemente gesteuert. Temperatur und Lautstärke lassen sich teilweise nur noch über das Display regeln, einige physische Schnellwahltasten hat Audi jedoch beibehalten. An dieses Konzept muss man sich zunächst gewöhnen – besonders beim Umstieg vom Vorgänger oder von einem Fahrzeug mit konventioneller Bedienung. Im Alltag kann es vorkommen, dass der Fahrer für die Anpassung von Lautstärke oder Klimatisierung kurz den Blick von der Straße nehmen muss. Audi hat allerdings versucht, die wichtigsten Funktionen möglichst weit oben in der Menüstruktur zu platzieren.

Materialien und Qualitätseindruck im Alltag
Die Materialauswahl hängt stark von der gewählten Ausstattung und den bestellten Paketen ab. Einstiegsvarianten setzen auf Stoffbezüge und matte Kunststoffoberflächen, die zurückhaltend wirken und relativ pflegeleicht sind. Höherwertige Versionen bieten Leder, Mikrofaser in Alcantara-Optik am Dachhimmel oder an den Türverkleidungen sowie Dekorelemente aus Holz oder Aluminium. Die Verarbeitungsqualität entspricht den Erwartungen an eine obere Mittelklasse-Limousine: Übergänge sind sauber, Spaltmaße gering. Hochglänzende Flächen an Mittelkonsole und Türen sammeln allerdings schnell Fingerabdrücke und feine Kratzer. Gerade im deutschen Winter fallen zudem Staub, Feuchtigkeit und Streusalzrückstände auf solchen Oberflächen deutlich auf.
Die Lederbezüge der Sitze und Türverkleidungen in den höheren Ausstattungslinien altern bei regelmäßiger Pflege ordentlich. In Regionen mit starken Temperaturschwankungen, hoher Luftfeuchtigkeit oder intensiver Sonneneinstrahlung empfiehlt sich eine gelegentliche Behandlung mit geeigneten Schutz- und Pflegemitteln. Andernfalls können sich an stark beanspruchten Stellen wie den äußeren Sitzwangen mit der Zeit feine Risse bilden. Stoffbezüge benötigen weniger spezielle Pflege, nehmen Gerüche jedoch schneller auf und lassen sich bei Flecken häufig schwieriger reinigen.

Sitzposition, Ergonomie und Platzangebot
Die Vordersitze bieten guten Seitenhalt und einen großen Verstellbereich. Die Sitzposition fällt für eine Business-Limousine vergleichsweise hoch aus, was die Sicht nach vorn und zu den Seiten verbessert. Die Lenksäule lässt sich ausreichend in Höhe und Länge einstellen, während die Pedalerie auch für größere Fahrer günstig angeordnet ist. Auf langen Autobahnetappen trägt diese Auslegung zu einer geringeren Ermüdung bei. In den Basissitzen könnte die Lordosenstütze für manche Fahrer allerdings stärker ausgeprägt sein; umfangreichere Einstellmöglichkeiten sind in der Regel an entsprechende Sitzpakete gebunden.
Im Fond sorgt der verlängerte Radstand für spürbar mehr Bewegungsfreiheit. Zwei Erwachsene finden auch bei überdurchschnittlicher Körpergröße ausreichend Platz für Knie, Schultern und Kopf. Der mittlere Sitzplatz ist wegen des hohen Mitteltunnels und der Form der Rückbank weniger komfortabel. Für Familienfahrten oder gelegentliche Geschäftstermine reicht das Platzangebot aus. Wer regelmäßig drei Erwachsene im Fond transportiert, dürfte mit einem größeren SUV oder dem Audi A6 Avant besser bedient sein.
Der Kofferraum der Limousine fasst je nach Ausstattung und vorhandenem Reserverad ungefähr 450 bis 490 Liter. Seine Form eignet sich gut für Koffer und Taschen, zusätzlich stehen Haken und Gepäcknetze zur Verfügung. Die Ladekante liegt auf einem durchschnittlichen Niveau und stellt weder auf Reisen noch beim Beladen in engen Parkhäusern ein größeres Hindernis dar.

Ausstattungslinien und tatsächlicher Lieferumfang in Deutschland
Auf dem deutschen Markt wird der Audi A6 der sechsten Generation voraussichtlich in mehreren klar abgestuften Ausstattungslinien angeboten. Bereits die Basis umfasst üblicherweise das digitale Kombiinstrument, den zentralen Touchscreen, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik und einen hochwertig gestalteten Innenraum. In mittleren Konfigurationen kommen je nach Paket Lederbezüge, beheizbare Vordersitze, Matrix-LED-Scheinwerfer sowie zusätzliche Assistenzsysteme hinzu. Dazu zählen unter anderem ein adaptiver Tempomat, Spurhaltefunktionen und eine 360-Grad-Kamera.
Die höher positionierten Ausführungen ergänzen belüftete Sitze, eine Vier-Zonen-Klimaautomatik, ein Bang & Olufsen Premium-Soundsystem, ein Head-up-Display und erweiterte Park- und Rangierassistenten. Das umfassendste Assistenzpaket findet sich meist bei stärkeren Motorisierungen und umfangreich ausgestatteten Fahrzeugen. Deutsche Käufer einer Business-Limousine entscheiden sich in der Praxis häufig für mittlere oder gehobene Konfigurationen, da Ledersitze, Komfortoptionen und moderne Fahrerassistenzsysteme in diesem Segment vielfach vorausgesetzt werden.
Das Infotainmentsystem unterstützt Apple CarPlay und Android Auto kabellos. Die neue Benutzeroberfläche benötigt eine gewisse Eingewöhnungszeit, da viele Funktionen in verschiedenen Menüs untergebracht sind. Individuell belegbare Schnellzugriffe erleichtern die Bedienung, dennoch kann der Wechsel zwischen Navigation, Musik und Telefonie im dichten Verkehr von Berlin, München oder Hamburg mehr Aufmerksamkeit beanspruchen als bei klassischen Drehreglern und Tasten.

Alltagsnutzung und Haltbarkeit des Innenraums
Unter deutschen Einsatzbedingungen verhält sich der Innenraum weitgehend so, wie man es von einem modernen Audi erwartet. Die Geräuschdämmung bleibt eine der Stärken des Modells und sorgt auch bei höherem Autobahntempo für ein angenehm ruhiges Ambiente. Knarz- oder Klappergeräusche treten bei Neuwagen selten auf und gehen meist von einzelnen Kunststoffelementen an den Türen oder der Mittelkonsole aus, wenn starke Temperaturschwankungen auftreten. Ab einer Laufleistung von etwa 50.000 bis 70.000 Kilometern können sich leichte Geräusche im Bereich des Armaturenbretts entwickeln, besonders bei Fahrzeugen, die häufig auf schlechten Landstraßen bewegt werden.
Die Sicht vom Fahrerplatz ist dank relativ schlanker Säulen und einer großen Frontscheibe gut. Die Außenspiegel bieten ein ausreichendes Sichtfeld, während Kameras und Parksensoren der besser ausgestatteten Varianten das Rangieren in engen Parkhäusern erleichtern. Für zwei Personen bleibt der Fond auch auf langen Strecken komfortabel. Bei voller Beladung und schlechter Fahrbahn können jedoch Vibrationen über die straffer gepolsterten Bereiche der Rückbank weitergegeben werden, insbesondere ohne optionale Luftfederung.

Die Pflege des Innenraums hängt in Deutschland stark von Jahreszeit und Region ab. Im Winter verschmutzen Streusalz, Feuchtigkeit und Straßenschmutz schnell die Fußmatten und unteren Türbereiche. Hochwertige Gummimatten und eine regelmäßige Behandlung der Lederflächen sind deshalb sinnvoll. Im Sommer können direkte Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen die glänzenden Kunststoffelemente stark aufheizen und Fingerabdrücke sowie Staub noch deutlicher sichtbar machen. Insgesamt lässt sich der Innenraum gut sauber halten, verlangt aber etwas mehr Aufmerksamkeit als die zurückhaltender gestalteten Cockpits früherer Generationen.
Bislang behält der Innenraum des Audi A6 VI seine ursprüngliche Konfiguration. Die wichtigsten Verbesserungen betreffen die Software des Infotainmentsystems. Updates sollen die Reaktionsgeschwindigkeit erhöhen und kleinere Funktionen ergänzen. Grundlegende Änderungen an den Materialien oder an der Anordnung der Bedienelemente gab es bisher nicht.

Welche Innenraumkonfiguration ist die beste Wahl?
Für die meisten Käufer stellt eine mittlere oder gehobene Ausstattung des Audi A6 VI den sinnvollsten Kompromiss dar. Lederbezüge, Sitzheizung und Sitzbelüftung sowie ein umfangreiches Assistenzpaket steigern den Komfort sowohl auf langen Autobahnfahrten als auch im Stadtverkehr erheblich. Eine spärlich ausgestattete Basisversion kann bei knappem Budget ausreichen, ist im Segment der gehobenen Business-Limousinen jedoch weniger gefragt und könnte sich später schwieriger verkaufen lassen.
Der Innenraum des neuen Audi A6 verbindet eine moderne digitale Bedienoberfläche mit einem verbesserten Platzangebot im Fond, übernimmt aber auch die typischen Nachteile eines stark touchscreenorientierten Cockpits. Für Fahrer, die viele Stunden hinter dem Lenkrad verbringen, erscheint eine Konfiguration mit Lederbezügen, erweiterten Sitzeinstellungen und einem umfangreichen Assistenzpaket am ausgewogensten. Sie bietet hohen Komfort ohne übermäßige Komplexität und dürfte auch in den kommenden Jahren modern wirken.