Tesla Model S II (Palladium) Mängel und häufige Probleme — Auto-News | automotive24.center

Tesla Model S II (Palladium) 2016–2021: Mängel, Probleme und alles, was Sie vor dem Gebrauchtkauf wissen sollten

Die wichtigsten Schwachstellen und Eigenheiten dieser Generation — kompakt und ehrlich auf den Punkt gebracht.

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Der Tesla Model S der zweiten Generation (Palladium) gehört zu den ersten Elektro-Premiumfahrzeugen, die sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt in nennenswerten Stückzahlen etabliert haben — ab 2017 tauchten die Fahrzeuge zunehmend in Privatanzeigen und bei Händlern auf. Besitzer berichten von einer Reihe von Eigenheiten und Schwachstellen, die sich im Alltag zeigen.

Die am häufigsten genannten Punkte in Bewertungen und Foren:

  • Energieverbrauch und Reichweite im Winter: Bei Kälte — Temperaturen unter -10 °C, wie sie in Norddeutschland, Bayern oder dem Schwarzwald auftreten können — steigt der Verbrauch auf bis zu 20–26 kWh/100 km, was die Reichweite gegenüber Sommerwerten um rund 25–40 % reduziert. Die meisten Versionen verfügen nicht über eine Wärmepumpe, was diesen Effekt noch verstärkt.
  • Geräuschdämmung: Bei den Modellen von 2016–2019 fällt auf der Autobahn bei Geschwindigkeiten über 100 km/h ein deutliches Reifen- und Radkastengeräusch auf, besonders auf rauem Belag oder Betonfahrbahnen. Ab 2019 haben die Doppelverglasungen für spürbare Verbesserung gesorgt, ein gewisser Restpegel bleibt jedoch bestehen.
  • Infotainment und Navigation: Der große 17-Zoll-Hochformatbildschirm arbeitet im Allgemeinen stabil, doch die Bündelung aller Fahrzeugfunktionen auf einer einzigen Oberfläche erfordert eine gewisse Eingewöhnung. Frühe Exemplare zeigen gelegentlich Verzögerungen in der Reaktionszeit, und die Navigation kann nach Kartenaktualisierungen oder bei der Berechnung komplexer Routen Aussetzer haben.
  • Materialqualität im Innenraum: Das synthetische Vegan-Leder ist solide verarbeitet, helle Innenausstattungen verschmutzen jedoch schnell und können sich mit der Zeit gelblich verfärben. Die harten Kunststoffe in den unteren Bereichen des Cockpits wirken für die Fahrzeugklasse eher schlicht — vor allem bei Modellen vor 2019.
  • Wartungskomplexität: Diagnose und Reparatur von Hochvoltkomponenten erfordern Spezialwerkzeug und zertifizierte Fachkräfte. Das Tesla-Servicenetz in Deutschland wächst kontinuierlich, aber außerhalb von Ballungsräumen wie Berlin, München, Hamburg oder Frankfurt kann die Verfügbarkeit nach wie vor eingeschränkt sein.
  • Kosten für Ersatzteile und Komponenten: Akkupack, Wechselrichter oder ICCU-Modul schlagen im Fall eines Austauschs nach Ablauf der Garantie erheblich zu Buche. Verschleißteile wie Bremsbeläge und Reifen sind im moderaten Bereich, allerdings erfordern Originalteile häufig Vorlaufzeiten bei der Beschaffung.

Modelljahre und Versionen — worauf besonders zu achten ist

Diese Generation wird nicht mehr produziert. Die wichtigsten Unterschiede nach Baujahr im Überblick:

  • 2016–2018: Die ersten Produktionsserien gelten als die problematischsten — ungleichmäßige Karosseriespaltmaße, Knarzgeräusche, Lackdefekte (Abplatzungen, Unregelmäßigkeiten) sowie Instabilitäten der HW2.0/HW2.5-Systeme mit Fehlauslösungen des Autopiloten. Zudem haben diese Versionen die schlechteste Schallisolierung und keine Wärmepumpe.
  • 2019–2020: Das Facelift brachte Doppelverglasungen, verbesserte Geräuschdämmung und eine überarbeitete Mittelkonsole. Lack- und Spaltmaßprobleme sind seltener geworden, vereinzelte Fälle von „Phantom Braking" (ungewolltes Notbremsen) kommen aber weiterhin vor.
  • 2021: Die letzten Produktionseinheiten weisen die beste Verarbeitungsqualität auf — mit HW3-Hardware, Ludicrous-Modus in den Performance-Versionen und spürbaren Verbesserungen bei der Softwarestabilität und dem Winterverhalten. Diese Baujahre generieren die wenigsten Beschwerden.

Frühere Exemplare verlangen vor dem Kauf eine gründlichere Prüfung von Akku und Elektronik, während spätere Versionen generell zuverlässiger — und auf dem Gebrauchtmarkt entsprechend teurer — sind.

Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland

Der Tesla Model S Palladium ist auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt gut vertreten. Anfang 2026 finden sich auf Plattformen wie mobile.de, AutoScout24 und Heycar regelmäßig mehrere Hundert Angebote, überwiegend Baujahre 2018–2021, importiert aus den USA oder anderen europäischen Ländern.

Typische Merkmale des deutschen Markts:

  • Karosserie- und Lackzustand: Der Korrosionsschutz ist grundsätzlich gut, Durchrostungen sind selten. Lackabplatzungen an Motorhaube und Schwellern kommen jedoch bei Fahrzeugen mit höherer Laufleistung vor. Die geringe Bodenfreiheit (116–163 mm je nach Luftfederungseinstellung) kann auf holprigen Unternehmens- oder Feldwegen zu Unterbodenschäden führen.
  • Streusalz und Korrosion im Winter: Fahrzeuge, die in deutschen Wintern auf gesalzten Straßen bewegt wurden, können an ungeschützten Unterbodenbereichen erhöhten Korrosionsbefall zeigen. Eine Inspektion der Radkästen und des Unterbodens ist empfehlenswert — besonders bei Fahrzeugen aus dem Ausland ohne bekannte Vorgeschichte.
  • Bedeutung des Servicehistoriums: Bevorzugen Sie Fahrzeuge mit lückenlosem Wartungsnachweis über das Tesla-Konto oder verifizierbare Servicedokumente. Fehlende Unterlagen können ernsthafte Vorschäden verschleiern.
  • Prüfung auf Originalteile und Ausstattung: Achten Sie darauf, dass nach Reparaturen keine Nicht-Originalteile verbaut wurden. Häufige Ausstattungsmerkmale: weißes Interieur, Luftfederung, Autopilot oder FSD.
  • Kilometerstand und seine Überprüfung: Tachostand-Manipulation ist dank des digitalen Tesla-Ökosystems selten, eine Gegenprüfung über Ladezyklen und den Battery State of Health (SoH) bei der Besichtigung ist dennoch sinnvoll.
  • Herkunft und Ladestecker-Kompatibilität: Viele Fahrzeuge stammen aus den USA (NACS-Stecker, der ggf. einen CCS2-Adapter benötigt) oder aus anderen EU-Ländern. US-Versionen sind in der Regel günstiger, können aber Anpassungsaufwand erfordern.
  • Typische Marktangebote: Long Range AWD Baujahr 2019–2021 mit 80.000–180.000 km Laufleistung. Orientierungspreise auf dem deutschen Gebrauchtmarkt: ab ca. 30.000–45.000 €, abhängig von Baujahr, Ausstattung und Zustand. (Richtwert für den deutschen Gebrauchtwagenmarkt.)

Was sich beheben lässt — und welches Budget einzuplanen ist

Viele der genannten Punkte lassen sich ohne unverhältnismäßig hohen Aufwand beseitigen oder deutlich verbessern:

  • Verbesserung der Schallisolierung an Radkästen, Türen und Boden — senkt den Geräuschpegel im Innenraum spürbar (mittlerer Kostenrahmen bei einem Fachbetrieb).
  • Infotainment- und Software-Updates — in der Regel kostenlos per OTA oder kostengünstig im Servicecenter.
  • Austausch verschlissener Innenraumteile (Sitze, Kunststoffverkleidungen) — über Sattlereien oder Spezialwerkstätten realisierbar.
  • Fahrwerksarbeiten — marktübliche Kosten für diese Fahrzeugklasse; Ersatzteile sind verfügbar.
  • Korrosionsschutzbehandlung (Unterboden und Radkästen) — empfehlenswert direkt nach dem Kauf.
  • Planmäßige Wartung: Wechsel der 12-V-Hilfsbatterie (alle 3–5 Jahre) und der Reifen.

Beim Kauf eines gebrauchten Model S empfiehlt es sich, über den Kaufpreis hinaus eine Reserve einzuplanen — abhängig von Zustand und Baujahr — für Maßnahmen zur Komfortverbesserung (Schallisolierung, Fahrwerksinspektion, Innenreinigung, Korrosionsschutz) und mögliche erste Eingriffe. Bei neueren und gut gepflegten Exemplaren fällt dieser Puffer in der Regel deutlich geringer aus.

Fazit und Empfehlungen

Der Tesla Model S II (Palladium) bleibt auch 2026 eine vernünftige Wahl auf dem Gebrauchtmarkt — vorausgesetzt, man lässt eine sorgfältige Inspektion durchführen und greift zu einem späteren Baujahr. Besonders attraktiv ist er für alle, die großen Aktionsradius und Premium-Technologie zu einem vergleichsweise günstigen Preis suchen.

Fahrzeuge der Baujahre 2016–2018 verlangen wegen der Qualitätsprobleme eine intensivere Prüfung. Die ausgewogenste Wahl bleibt der Long Range AWD oder Performance ab Baujahr 2019–2021 — mit besserer Geräuschdämmung und geringerer Akkudegradation.

Bei der Besichtigung und Probefahrt sollten folgende Punkte besonders im Fokus stehen:

  • Akku (SoH, Ladezyklen, keine Fehlercodes)
  • Autopilot/FSD-Systeme (Kameras, Radarsensoren)
  • Fahrwerk (Klopfgeräusche, Verschleißzustand)
  • Lackzustand und Karosseriespaltmaße
  • Geräuschdämmung und mögliche Knarz- oder Quietschgeräusche im Innenraum

Eine ausführliche Vorstellung der Generation mit technischen Daten und Innenraum-Details finden Sie in den weiteren Beiträgen dieser Serie auf automotive24.center.