Skoda Superb IV 2025 — Innenraum, Ausstattungslinien und PHEV iV | Auto News automotive24.center

Der Innenraum der Skoda Superb IV beweist, dass physische Bedienelemente noch Sinn ergeben

Als die vierte Generation des Superb bei den Händlern ankam, ging die stärkste Reaktion nicht um das äußere Design. Sie ging darum, was Skoda im Inneren gemacht hat: einen Innenraum, der logischer, komfortabler und wirklich alltagstauglich ist.

twitter facebook whatsapp linkedin

Und das ist vielleicht die treffendste Beschreibung des Modells: Der neue Superb ist zu einem Auto geworden, bei dem die wichtigsten Veränderungen nicht an der Karosserie, sondern hinter den Türen stattfinden. Um genau zu verstehen, worin er sich vom Vorgänger unterscheidet und warum er auf dem deutschen Markt nach wie vor eine beliebte Wahl für alle ist, die viel Platz und hochwertige Ausstattung suchen, lohnt es sich, direkt mit dem Innenraum zu beginnen.

Innenraum-Architektur: Weniger Touch, mehr Logik

In dieser Generation hat der Hersteller einen in der Branche derzeit seltenen Schritt gemacht und einige Funktionen vom Bildschirm zurück zu physischen Bedienelementen verlagert. Unter dem zentralen Display befinden sich drei runde Smart Dials, jedes mit einem eigenen Mini-Display. Sie lassen sich für Temperatur, Luftverteilung, Lautstärke, Fahrmodi oder Kartenzoom konfigurieren. Die Lösung mag auf den ersten Blick umstritten wirken, reduziert im Alltag aber tatsächlich die Anzahl der Bildschirmberührungen – etwas, das der Vorgängergeneration mit ihrem überladenen Infotainment-System oft gefehlt hat.

Das zentrale Display selbst misst 13 Zoll, ist horizontal angeordnet und leicht zum Fahrer geneigt. Das digitale Virtual Cockpit mit 10 Zoll Diagonale ist bereits ab den Basisversionen an Bord, während ein Head-up-Display optional erhältlich ist und vor allem in den Laurin & Klement-Modellen oder mit dem Plus-Paket vorkommt. Die Armaturenbrett-Architektur ist horizontaler geworden: Der Fokus liegt auf breiten Zierelementen über die gesamte Breite und einer Ambientebeleuchtung, die bei den höheren Ausstattungslinien bis in die Türen reicht und sich auf das Armaturenbrett fortsetzt.

Materialien und Qualitätsanmutung

Das ist wohl der Bereich, in dem der Superb den deutlichsten Schritt nach vorne gemacht hat – und gleichzeitig der, in dem Kompromisse sichtbar werden. Die obere Armaturenbrettpartie, die Türverkleidungen auf Höhe der Ellenbogen, die Mittelarmlehne und Teile des Mitteltunnels sind mit weichem Kunststoff oder genähtem Verbundmaterial versehen. Darunter kommt der gewohnte harte Kunststoff zum Einsatz, was für die Klasse normal ist, auch wenn sich das haptische Erlebnis weitgehend mit dem der verwandten Passat B9 deckt.

Skoda hat beim Superb IV Wert auf nachhaltige Materialien gelegt: Teile der Polsterung bestehen aus recycelter Wolle, es gibt Varianten mit Kunstleder-Suedia und einem Gewebe namens Recytitan, das teilweise aus recyceltem PET hergestellt wird. In der Praxis sehen diese Materialien hochwertig aus und behalten ihre Form, ihre Langzeitbeständigkeit unter realen deutschen Nutzungsbedingungen lässt sich jedoch noch schwer beurteilen – die Fahrzeuge sind noch relativ neu. Das Cognac- oder braune Leder der Laurin & Klement-Versionen wirkt edel, hellere Farbtöne sind jedoch anfällig für Verschmutzungen, besonders an den Seitenwangen der Sitze.

Ergonomie und Sitzposition

Die Vordersitze waren schon immer eine traditionelle Stärke des Superb, und daran hat Skoda auch diesmal festgehalten. Die Sitzgeometrie ist etwas straffer geworden, was sich auf langen Autobahnfahrten positiv bemerkbar macht – der Rücken ermüdet weniger als in Crossovers derselben Klasse. Bei den Versionen mit dem ergoMatic-Paket erhält der Fahrersitz Massage, Belüftung, Speicherfunktion und eine in mehreren Richtungen verstellbare Lordosenstütze – vermutlich der beste Vordersitz in der Oberklasse derzeit.

Die Sitzposition ist gut gelöst: Die Lenksäule bietet einen großen Verstellbereich, die Armlehne sitzt auf angenehmer Höhe, und der Wählhebel ist nun kompakt und rechts an der Lenksäule angebracht – das Tunnelbrett bleibt frei für die induktive Ladestation mit aktiver Kühlung (ein wichtiges Detail im Sommer, wenn das Smartphone bei laufendem CarPlay nach etwa zwanzig Minuten warm wird). Die Sicht nach vorne und in die Seitenspiegel ist gut, der hintere Dachholm am Hatchback ist jedoch dicker als ideal und zwingt beim Spurwechsel auf der Autobahn manchmal zu einem zusätzlichen Blick in den Außenspiegel.

Zweite Reihe und Familienfreundlichkeit

Der Radstand des Superb IV ist nur um 8 mm auf 2.841 mm gewachsen, doch durch das clevere Packaging bleibt die zweite Reihe eine der geräumigsten in der Klasse. Ein 1,85 m großer Passagier hinter einem gleich großen Fahrer hat immer noch etwa 15 cm Abstand zur Rückenlehne des Vordersitzes. Das entspricht eher dem Niveau einer kurzachsigen Oberklasse-Limousine als einem D-Segment-Fahrzeug. Die Rückenlehnen der Rückbank sind bei einigen Ausstattungslinien nun in der Neigung verstellbar – früher war das höheren Modellen vorbehalten.

An den hinteren Türverkleidungen gibt es eigene Touch-Bedienelemente für die Dreizonen-Klimaautomatik, und in der Mittelarmlehne versteckt sich eine ausklappbare Tablet-Halterung – ein typisches Skoda-Detail, das sich besonders dann bewährt, wenn Kinder mitfahren. Die Sitzheizung der äußeren Plätze in der zweiten Reihe ist inzwischen weiter verbreitet und findet sich sogar in den Selection-Modellen, die derzeit die volumenstärkste Ausstattungslinie darstellen.

Ausstattungslinien auf dem deutschen Markt

Die Händler bieten den Superb IV in mehreren klar definierten Ausstattungslinien an, und die Palette wurde gegenüber der Vorgängergeneration übersichtlicher gestaltet. In der Praxis begegnen einem am häufigsten die Linien Essence (Einstieg, oft für Flotten), Selection (die beliebteste Wahl bei Privatkunden) und Laurin & Klement (die Top-Ausstattung).

Die Unterschiede zwischen den Linien lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Ausstattungslinie Was gegenüber der vorherigen Linie hinzukommt
Essence Zweizonen-Klimaautomatik, Stoffpolsterung, Virtual Cockpit mit 10 Zoll, Basis-Fahrerassistenzpaket (Front Assist, Lane Assist, Tempomat)
Selection Dreizonen-Klimaautomatik, Matrix-LED-Scheinwerfer, teilweise Lederausstattung oder Premium-Stoffe, adaptiver Tempomat mit Travel Assist, Sitz- und Lenkradheizung hinten
Sportline Sportsitze mit besserer Seitenführung, Suedia-/Kunstlederausstattung, schwarze Akzente im Innenraum, progressives Lenksystem
Laurin & Klement Cognac- oder schwarzes Leder, Massage- und Belüftungsfunktion vorn, Head-up-Display, Premium-Audiosystem Canton, erweiterte Ambientebeleuchtung, elektrische Fondrollo

Der Preisunterschied zwischen einem gut ausgestatteten Selection und einem Laurin & Klement liegt in der Regel bei 12.000 bis 15.000 €. Viele begehrte Optionen – Canton-Soundsystem, Head-up-Display und das erweiterte Assistenzpaket mit Travel Assist 3.0 – sind jedoch bereits über die Pakete Plus und Comfort im Selection verfügbar. Deshalb entscheiden sich die meisten deutschen Käufer, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis suchen, für einen Selection mit ein oder zwei Paketen: Man erhält ein nahezu vollausgestattetes Fahrzeug für etwa 8.000 bis 10.000 € weniger als die Top-Version.

Kombi-Version und Alltagstauglichkeit

Der Superb Combi macht laut Händlerdaten in Märkten, in denen beide Karosserievarianten angeboten werden, rund 35–40 % der Verkäufe aus. Der Kofferraum des Combi fasst 690 Liter in Normalstellung und bis zu 1.920 Liter bei umgeklappter Rückbank. Der Hatchback bietet 645 bzw. 1.795 Liter. Für die meisten Einsatzzwecke reicht der Hatchback aus, die elektrisch betätigte Heckklappe mit Fußsensor kann bei Schnee oder Nässe jedoch gelegentlich Probleme bereiten, wenn der Sensor verschmutzt ist.

Der Plug-in-Hybrid und seine Besonderheiten

Die Superb iV PHEV-Version wird in Deutschland offiziell angeboten, auch wenn die Nachfrage moderat bleibt – die Ladeinfrastruktur ist hierzulande zwar gut ausgebaut, aber außerhalb der Ballungszentren noch nicht überall optimal. Im Innenraum unterscheidet sich die Version kaum von den konventionellen Modellen: Im Virtual Cockpit erscheint eine Ladeanzeige, ein eigener Menüpunkt im Infotainment dient der Steuerung der Ladeprogramme, und das Ladekabel unter dem Kofferraumboden beansprucht etwas Platz im Unterflurabteil, wodurch das Volumen um etwa 35–40 Liter sinkt. Ansonsten bleibt es beim gewohnten, hochwertigen Innenraum, und die Integration des Hybridantriebs erfolgte unauffällig und ohne visuelle Kompromisse.

Alltagserfahrung: Was sich mit der Zeit zeigt

Die Generation ist noch zu jung für endgültige Haltbarkeitsurteile, doch die ersten Winter und Nutzungsjahre haben bereits wertvolle Erkenntnisse geliefert. Die Lederausstattung am Lenkrad und am Wählhebel zeigt sich robust – es gibt keine frühzeitigen Abnutzungserscheinungen wie bei manchen Konkurrenten. Die Suedia-Veredelung hat bisher keine Beanstandungen hervorgerufen, ist aber empfindlich bei der Reinigung: Fettflecken lassen sich nur schwer entfernen, viele Besitzer lassen den Innenraum daher alle sechs Monate professionell aufbereiten.

Die Geräuschdämmung hat spürbar zugelegt – bei 110 km/h lässt sich im Innenraum problemlos unterhalten, was bei der Vorgängergeneration mit Winterreifen oft schwierig war. Die akustischen Scheiben der höheren Ausstattungslinien tragen dazu bei. Negativ fällt auf, dass bei einigen frühen Fahrzeugen (Baujahr 2023 bis Anfang 2024) gelegentlich Knarrgeräusche im Bereich des Scheibenrahmens auftreten, besonders nach dem ersten strengen Winter. Der Hersteller hat das Problem in der laufenden Produktion behoben, bei Gebrauchtwagen sollte man jedoch darauf achten.

Die Touch-Bedienelemente bleiben ein eigenes Thema. Trotz der Rückkehr physischer Drehregler ist die Spiegelverstellung weiterhin touchsensibel, ebenso Teile der Ambientebeleuchtung. Bei Kälte mit Handschuhen ist das unpraktisch. Ähnlich verhält es sich bei den Fensterhebern mit Zwei-Tasten-Bedienung für vier Scheiben: Für die hinteren Fenster muss zuerst ein Schalter betätigt werden – ein von Volkswagen übernommenes Konzept, das bei deutschen Fahrern nicht durchgängig auf Zustimmung stößt.

Wo der Superb IV heute steht

Auf dem deutschen Markt positioniert sich der Superb IV interessant: Er ist in puncto Materialqualität und Ausstattungsniveau spürbar näher an das Premium-Segment gerückt, bleibt aber in der Oberklasse preislich realistisch. Geschätzte Marktpreise für Deutschland: Die Basisversionen starten bei etwa 48.000 bis 53.000 €, gut ausgestattete Selection-Modelle mit Paketen bewegen sich in einer Spanne von 60.000 bis 68.000 €, und voll ausgestattete Laurin & Klement-Versionen können 75.000 € und mehr erreichen. In diesem Preissegment hat der Superb kaum direkte Konkurrenten mit vergleichbarem Raumangebot und Ausstattungsniveau.

Der Innenraum der vierten Generation wirkt heute modern – dank des großen horizontalen Infotainment-Displays, der Rückkehr intuitiver physischer Bedienelemente und der durchdachten Ambientebeleuchtung. Was im Vergleich zu den neuesten Premium-Modellen bereits etwas älter wirkt, ist die Animationsqualität der Benutzeroberfläche (die Grafik ist lebendiger geworden, hinkt BMW oder Mercedes aber in manchen Bereichen noch hinterher) und die Gestaltung des Klimabedienfelds für die dritte Zone im Fond, das für diesen Preis etwas schlicht wirkt.

Eine vernünftige Wahl ist derzeit ein Selection mit dem Comfort-Plus-Paket und optionalem Head-up-Display – eine Konfiguration, die praktisch alles bietet, was die meisten Fahrer für lange Strecken und den Alltag brauchen, ohne den Aufpreis für die statusorientierten Elemente des Laurin & Klement. Die Top-Ausstattung lohnt sich vor allem dann, wenn Cognac-Leder, Massagefunktion und maximale Individualisierung echte Prioritäten sind – unter realen deutschen Straßen- und Nutzungsbedingungen ist sie jedoch häufig eher eine Image-Entscheidung als eine rein rationale.