
Selbst im Jahr 2025 wirkt der Innenraum der Skoda Octavia 2004–2013 noch immer aufgeräumt, hochwertig verarbeitet und extrem funktional. In diesem Beitrag schauen wir uns den Innenraum der zweiten Octavia-Generation ganz genau an: verwendete Materialien, in Deutschland übliche Ausstattungslinien (meist EU-Importe), was das Facelift 2009 gebracht hat und welche typischen Schwachstellen Gebrauchtwagenkäufer kennen sollten.
Materialien & Design
Der Innenraum der Octavia II folgt dem klassischen Volkswagen-Minimalismus mit cleveren tschechischen Details. Oberer Bereich von Armaturenträger und Türverkleidungen in Soft-Touch-Kunststoff, untere Bereiche in hartem, aber sehr hochwertigem und jahrelang knarrfreiem Hartplastik. Alu- oder Klavierlack-Applikationen nur in den höheren Linien. Das Lenkrad ist Drei- oder Vier-Speichen-Design; bei besseren Ausstattungen lederbezogen mit Audio- und Tempomat-Tasten.
Das Kombiinstrument mit analogen Zeigern hat anfangs weiße Beleuchtung, ab Facelift 2009 rote Instrumentenbeleuchtung. Die Mittelkonsole ist übersichtlich und logisch aufgebaut: oben Radio oder Navigation, unten die Klimabedienung mit griffigen Drehreglern. Die Sitzposition ist nahezu perfekt – riesiger Verstellbereich bei Sitz und Lenkrad, selbst Fahrer über 1,95 m finden eine gute Position. Hinten herrscht regelrechte Platzluxus: mehr Beinfreiheit als in vielen aktuellen Kompaktklasse-Limousinen, drei Erwachsene sitzen entspannt.
Der Kofferraum ist das absolute Highlight: Schrägheck 560/1350 Liter, Combi-Kombi 580/1620 Liter. Die starre Abdeckung geht mit der Heckklappe mit hoch. Unter dem Ladeboden liegt entweder Notrad oder vollwertiges Ersatzrad. Praktische Details: Haken, Netze, 12-V-Dose und der berühmte Regenschirm im Fahrertürfach ab Elegance aufwärts.

Ausstattungslinien auf dem deutschen Markt
In Deutschland wurde die Octavia II offiziell verkauft, daher sind alle Linien gut vertreten:
- Classic / Active (Basis) — Stoff „Dot“, manuelle Klimaanlage, Radio RCD-210 (CD/MP3, 4 Lautsprecher), manuelle hintere Fensterheber, Kunststofflenkrad, Bordcomputer.
- Ambiente / Comfort — Stoff „Scout“, Climatronic-Klimaautomatik (ab 2009 zweizonig), Tempomat, Multifunktionslenkrad, 16"-Leichtmetallfelgen, Regen-/Lichtsensor, Bluetooth, elektrische hintere Fensterheber, vorderer Mittelarmlehne.
- Elegance / Laurin & Klement — Kombi-Bezug (Stoff + Alcantara oder Leder), Sportsitze, Parkpiepser vorn+hinten, Xenon-Scheinwerfer, Panorama-Glasdach (Sonderausstattung), Navigation Amundsen oder Columbus, Canton-Soundsystem mit 12 Lautsprechern.
- RS (ab 2005) — Recaro-Sportsitze mit starkem Seitenhalt, schwarzer Dachhimmel, Aluminium-Pedalerie, perforiertes Lederlenkrad, rote Ziernähte.
Die begehrtesten Gebrauchten sind Elegance- und L&K-Modelle 2010–2013 mit Panorama-Dach, Leder, Navigation und Winterpaket (Sitzheizung, beheizbare Scheibenwaschdüsen, Webasto-Zuheizer).

Innenraum-Updates nach Modelljahr (Facelift 2008/2009)
Kein kompletter Neuentwurf, aber das Facelift ab Ende 2008 (Modelljahr 2009) brachte spürbare Verbesserungen:
- Rote Instrumentenbeleuchtung statt weiß (deutlich augenschonender).
- Neue Radios: Bolero und Amundsen mit Farbdisplay und Bluetooth (vorher nur AUX).
- Zweizonen-Klimaautomatik ab Ambiente serienmäßig.
- Neue Stoffdesigns und Farben: Onyx-Grau und Ivory-Beige.
- Verbesserte Geräuschdämmung durch zusätzliche Dämmmatten in Türen und Boden (ab 2009 deutlich leiser).
- Panorama-Glasdach neu als Sonderausstattung für Elegance.
Facelift-Modelle (2009–2013) machen den Großteil des Angebots aus und sind sofort an der roten Beleuchtung und dem moderneren Radio erkennbar.
Typische Innenraum-Schwachstellen bei gebrauchten Octavia II in Deutschland
Auch 2025 altert der Innenraum noch recht würdevoll, doch Kilometerstand und deutsche Einsatzbedingungen hinterlassen Spuren:
- Abnutzung Lenkrad & Schaltknauf — Leder löst sich ab ca. 150.000–220.000 km, besonders bei Ex-Taxi- oder Dienstwagen.
- Fahrersitz-Flanken — Seitenpolster durchsitzen und reißen, vor allem Stoff und Kunstleder.
- Knarzgeräusche Armaturenträger — treten nach 12–15 Jahren auf, besonders im Winter oder auf schlechten Straßen.
- Kratzer im Klavierlack — schwarzer Hochglanz auf der Mittelkonsole zerkratzt extrem schnell.
- Panorama-Glasdach — beginnt irgendwann zu knarzen oder undicht zu werden (Reparatur ca. 400–750 €).
- Klimaanlage — Umluftklappen klemmen, Muffiger Geruch (Reinigung + Stellmotoren ca. 180–320 €).
- Rücksicht — dicke C-Säulen und kleines Heckklappenglas beim Schrägheck.
Auf deutschen Straßen (Salz im Winter, Staub im Sommer, Temperaturschwankungen) verschmutzen Stoffsitze schneller und Leder kann spröde werden.

Fazit: Welchen Innenraum 2025 anpeilen
2025 übertrifft der Skoda Octavia II Innenraum viele 2015–2018er Koreaner und Chinesen noch immer in Verarbeitung, Platzangebot und Alltagstauglichkeit. Er ist unaufgeregt, solide und unglaublich praktisch.
Empfehlenswerte Konfiguration für Deutschland:
- Ambiente oder Elegance 2009–2013 — Zweizonen-Klima, Tempomat, Multifunktionslenkrad, rote Beleuchtung, ordentliches Radio mit Bluetooth.
- Orientierungspreis auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt: ca. 6.500–11.500 € (je nach Laufleistung, Zustand, Motorisierung und Ausstattung; gut gepflegte TDI-Facelift-Modelle meist im oberen Bereich).
- Optimal mit Panorama-Glasdach und beheizbarer Frontscheibe – besonders in den kalten Monaten sehr nützlich.
Wenn das Budget reicht, lohnt sich ein Laurin & Klement mit Leder und Columbus-Navigation.
Checkliste vor dem Kauf:
- Zustand Lenkrad und Fahrersitz (Neubezug ca. 180–350 €).
- Funktion aller Tasten und der Klimaanlage prüfen.
- Kein muffiger Geruch (Schimmel im Lüftungssystem).
- Panorama-Dach und Jalousie einwandfrei testen.
- Keine wilden Umbaumaßnahmen (Billigbezüge, Holzoptik-Kleber).
Bei guter Pflege präsentiert sich der Octavia-II-Innenraum auch 2025 noch mit glatter 9/10 – einer der stärksten Kaufargumente für diese Generation auf dem deutschen Gebrauchtmarkt.