Mercedes-AMG One: Warum die Wartung eines straßenzugelassenen Formel-1-Hypercars so teuer ist wie ein weiteres Auto | automotive24.center

Mercedes-AMG One: Warum die Wartung eines straßenzugelassenen 'Formel 1' so viel kostet wie ein separates Automobil

Der Mercedes-AMG One zählt zu den komplexesten Straßenautos der letzten Jahre.

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Dies ist kein gewöhnlicher Hypercar mit einem leistungsstarken Motor, sondern ein Fahrzeug, in dem Technologien verwendet wurden, die der Formel 1 nahekommen. Genau deshalb ist der Besitz eines solchen Modells nicht nur mit einem hohen Kaufpreis verbunden, sondern auch mit extrem hohen Wartungskosten, selbst wenn das Automobil fast nie auf die Straße fährt.

Ein seltenes Modell mit Renntechnologie

Der Mercedes-AMG One wurde in einer limitierten Auflage von nur 275 Exemplaren produziert. Eines dieser Fahrzeuge tauchte kürzlich bei einer geschlossenen Auktion von RM Sotheby's auf. Das Auto hatte lediglich 185 km auf dem Tacho, wobei der Großteil dieser Strecke während der Werksprüfungen von Mercedes zurückgelegt wurde. Praktisch hat der erste Besitzer das Fahrzeug kaum genutzt, doch die Unterhaltskosten erwiesen sich dennoch als erheblich.

Das Besondere am AMG One ist seine Power Unit. Im Kern befindet sich ein 1,6-Liter-Sechszylindermotor, der auf Basis von Formel-1-Technologien entwickelt wurde. Obwohl der Motor für den Straßenbetrieb angepasst wurde, bleibt seine Konstruktion der Renntechnik viel näher als herkömmlichen Serienaggregaten. Dies beeinflusst die Lebensdauer, den Wartungsplan und die Kosten jeglicher Arbeiten.

Wartung nach Zeit, nicht nach Kilometerstand

Bei Fahrzeugen dieser Art zählt nicht nur der tatsächliche Kilometerstand. Viele Komponenten haben eine zeitlich begrenzte Lebensdauer, weshalb der Hersteller regelmäßige Wartungsarbeiten auch dann vorschreibt, wenn das Fahrzeug kaum genutzt wird. Dies hängt mit Sicherheit, Garantie und den Eigenschaften hochbelasteter Baugruppen zusammen.

Im Fall des zur Auktion gestellten AMG One hat der erste Besitzer im Februar eine zweijährige Service-A-Wartung bezahlt. Die Kosten für diese Maßnahme beliefen sich auf 37 610,15 Euro. Bei minimalem Kilometerstand wirkt dieser Betrag ungewöhnlich, doch für ein Fahrzeug mit einer rennsportlichen Power Unit und komplexer Aerodynamik erfordert die Wartung deutlich mehr Zeit und Fachkenntnis als bei einem herkömmlichen Sportwagen.

Woraus setzt sich der Wartungskosten zusammen

Der Großteil der Summe entfällt nicht auf Verbrauchsmaterialien, sondern auf die Arbeit von Spezialisten. Laut den Angaben aus der Wartungsbeschreibung beliefen sich die Kosten für die Arbeit der Mechaniker auf etwa 31 600 Euro. Eine Arbeitsstunde wird mit 395 Euro veranschlagt, und die gesamte Prozedur dauerte rund 80 Arbeitsstunden.

Dieses Arbeitsvolumen hängt mit der Konstruktion des Fahrzeugs zusammen. Die aktive Aerodynamik, die dichte Bauweise und der schwierige Zugang zu einzelnen Baugruppen zwingen die Techniker dazu, das Auto auch für Standardarbeiten teilweise zu zerlegen. Daher wird der Wechsel von Filtern und Flüssigkeiten zu einem langwierigen Prozess, der viel Handarbeit erfordert.

Beispiele für die Kosten einzelner Teile

  • Luftfilter — 1 872,54 Euro;
  • Ölfilter des Getriebes — etwa 2 300 Euro;
  • 10 Liter Motoröl — 555,80 Euro;
  • Einzelner Service-Stopfen — etwa 150 Euro.

Begrenzte Lebensdauer der Power Unit

Eine weitere wichtige Eigenschaft des AMG One ist die Lebensdauer des Motors. Für die Power Unit wird eine Laufleistung von etwa 31 000 km bis zu einer größeren Reparatur angegeben. Danach kann eine gründliche Überholung oder der Austausch einzelner Komponenten erforderlich werden. Je nach Zustand der Baugruppen können die Kosten für solche Arbeiten bis zu 850 000 Euro betragen.

Für die Besitzer bedeutet dies, dass selbst seltene Fahrten eine sorgfältige Beachtung des technischen Zustands des Fahrzeugs erfordern. Der AMG One kann auf öffentlichen Straßen genutzt werden, bleibt aber hinsichtlich der Wartungskomplexität näher an der Renntechnik als an traditionellen Supersportwagen.

Zusammenfassung

Der Mercedes-AMG One zeigt, wie teuer der Besitz eines Automobils sein kann, das um Formel-1-Technologien herum konstruiert wurde. Ein geringer Kilometerstand befreit den Besitzer nicht von den Kosten für die planmäßige Wartung, und die komplexe Konstruktion macht selbst die routinemäßige Wartung langwierig und teuer. Gleichzeitig erhalten die Seltenheit des Modells und seine technische Einzigartigkeit das Interesse von Sammlern aufrecht, für die die Unterhaltskosten Teil des Besitzes eines solchen Fahrzeugs sind.