
Der Innenraum wurde bewusst ohne aufwendige gestalterische Experimente konzipiert: eine horizontal gegliederte Mittelkonsole, große physische Tasten, eine separate Klimabedienung und gut ablesbare analoge Instrumente bestimmen das Cockpit. Dadurch wirkt die Gestaltung auch viele Jahre später nicht ungewöhnlich, auch wenn kleine Displays und fehlende moderne Online-Funktionen klar zeigen, aus welcher Fahrzeuggeneration der Polo stammt.
Beim Volkswagen Polo V sollte der Innenraum nicht losgelöst von Herkunft und Ausstattung des jeweiligen Fahrzeugs betrachtet werden. Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt finden sich Fahrzeuge aus dem deutschen Vertrieb ebenso wie Reimporte aus anderen europäischen Ländern, außerdem seltenere Dreitürer, CrossPolo, BlueMotion, GTI und verschiedene Sondermodelle. Zwei Polo desselben Baujahrs können sich deshalb deutlich bei Sitzbezügen, Klimatisierung, Instrumenten und elektronischer Ausstattung unterscheiden.
Ein Innenraum für den unkomplizierten Alltag
Das Armaturenbrett folgt der für Volkswagen typischen Anordnung dieser Zeit. Oben sitzen die mittleren Luftausströmer, darunter Warnblinker und weitere Schalter, gefolgt vom Radio beziehungsweise Infotainmentsystem und der Bedienung für Heizung oder Klimaanlage. Für die wichtigsten Funktionen muss der Fahrer nicht durch Menüs navigieren: Gebläsestärke, Temperatur sowie je nach Ausstattung Scheiben- und Sitzheizung werden direkt über Schalter und Drehregler bedient.
Die Mittelkonsole ist leicht zum Fahrer hin ausgerichtet. Der Winkel fällt zwar gering aus, Radio und Klimabedienung lassen sich vom Fahrerplatz dennoch gut erfassen. Die Instrumente sind weiß beleuchtet, zwischen Drehzahlmesser und Tachometer befindet sich das Display des Bordcomputers. In einfacheren Varianten zeigt es grundlegende Fahrinformationen, während das größere Multifunktionsdisplay zusätzliche Reise-, Fahrzeug- und Einstellungsdaten darstellen kann.

Bei frühen Polo 6R finden sich klassische Audiosysteme mit CD-Laufwerk, AUX-Anschluss und je nach Gerät SD-Kartenschacht; besser ausgestattete Fahrzeuge konnten außerdem mit einer werksseitigen Navigation bestellt werden. Nach heutigen Maßstäben sind die Bildschirme klein, die Grafik schlicht und die Smartphone-Integration begrenzt. Die physischen Tasten und zwei Drehregler lassen sich während der Fahrt jedoch weiterhin gut bedienen. Bei Gebrauchtwagen wurden die Originalgeräte teilweise durch nachgerüstete Touchscreen-Systeme ersetzt. Solche Umbauten können Bluetooth, Android Auto oder Apple CarPlay ergänzen, allerdings sollte die Qualität von Einbau und Verkabelung sorgfältig geprüft werden.
Die Materialien hängen nicht nur von der Ausstattungslinie ab
Im unteren Bereich des Innenraums kommt überwiegend Hartkunststoff zum Einsatz. Er ist auf den täglichen Gebrauch ausgelegt und lässt sich vergleichsweise einfach reinigen, kann bei Fahrzeugen mit hoher Laufleistung jedoch Kratzer und Gebrauchsspuren zeigen. In höher positionierten Ausstattungslinien wie dem Comfortline wurde der obere Teil des Armaturenbretts teilweise mit hochwertiger wirkenden, weicheren Oberflächen ausgeführt. Bei Basismodellen dominieren stärker harte Kunststoffe und schlichtere Dekorelemente.
Die zurückhaltende Gestaltung lässt den Innenraum optisch nur langsam altern. Entscheidend ist bei einem Gebrauchtwagen allerdings der individuelle Umgang mit dem Fahrzeug. Typische Gebrauchsspuren zeigen sich vor allem an Lenkrad, Schalt- oder Wählhebel, Handbremsgriff, Fahrerarmlehne und an der äußeren Sitzwange des Fahrersitzes. Helle Stoffe lassen Verschmutzungen schneller erkennen, während dunkle Bezüge Flecken besser verbergen, an häufig berührten Stellen jedoch glatt oder glänzend werden können.
Eine vollständige Lederausstattung ist beim normalen Volkswagen Polo vergleichsweise selten. Häufiger wurden Lenkrad, Schalt- beziehungsweise Wählhebel und Handbremsgriff mit Leder bezogen, während die Sitze mit Stoff ausgestattet blieben. Kombinierte Materialien, stärker konturierte Sportsitze und markante Stoffmuster finden sich unter anderem beim GTI, BlueGT, CrossPolo und bei einzelnen Sondermodellen. Aufgrund der zahlreichen europäischen Varianten lässt sich die tatsächliche Innenausstattung eines Polo von 2009 bis 2017 deshalb nicht immer allein aus der im Inserat genannten Ausstattungslinie ableiten.

Sitzposition und Platzangebot: Ein Kleinwagen bleibt ein Kleinwagen
Der Fahrerplatz bietet einen für diese Fahrzeugklasse guten Einstellbereich. Bei den meisten Fahrzeugen lässt sich das Lenkrad in Höhe und Reichweite verstellen, der Fahrersitz zusätzlich längs und in der Höhe. In besser ausgestatteten Varianten kann auch der Beifahrersitz höhenverstellbar sein. Die Sitzkontur unterscheidet sich je nach Ausführung: Standardsitze sind vergleichsweise neutral geformt, während Sportsitze durch ausgeprägtere Seitenwangen mehr Seitenhalt bieten.
Die Sitze selbst behalten ihre Form häufig auch bei höheren Laufleistungen, dennoch sollten Verstellmechanismen und Sitzheizung kontrolliert werden. Ungleichmäßige Heizleistung, beschädigte Leitungen unter dem Sitz oder Fehlermeldungen der Seitenairbags können beispielsweise nach einem Sitzausbau, unsachgemäßer Innenraumreinigung oder dem Einbau von Zubehör auftreten.
Vorn bietet der Polo für ein Fahrzeug des B-Segments ausreichend Platz. Die Türablagen nehmen kleinere Gegenstände und Flaschen auf, auf dem Mitteltunnel befinden sich Getränkehalter und zusätzliche Ablagen. Je nach Ausstattung gab es außerdem eine Mittelarmlehne mit Staufach. Sie kann allerdings insbesondere bei Fahrzeugen mit Schaltgetriebe den Zugriff auf Handbremse oder Schalthebel etwas beeinträchtigen.

Die Rückbank ist vor allem für zwei Personen angenehm
Der Polo ist offiziell als Fünfsitzer ausgelegt, auf längeren Strecken eignet sich die Rückbank jedoch eher für zwei Personen. Die Kniefreiheit hängt stark von der Position der Vordersitze ab, und die Fahrzeugbreite reicht für drei Erwachsene nebeneinander nur eingeschränkt aus. Der mittlere Sitzplatz ist schmaler, zusätzlich beansprucht der Mitteltunnel Platz im Fußraum.
Beim fünftürigen Schrägheck ist der Einstieg in die zweite Reihe unkompliziert, auch wenn die hinteren Türöffnungen nicht besonders groß ausfallen. Beim Dreitürer werden die Vordersitze nach vorn geklappt, wodurch regelmäßige Fahrten mit Fondpassagieren weniger komfortabel sind. Für Familien mit Kindersitz ist der Fünftürer praktischer. An den äußeren Rücksitzen sind Isofix-Befestigungen vorhanden, die bei vier Türen deutlich leichter erreichbar sind.
Große Passagiere können mit den Knien an die Lehnen der Vordersitze stoßen, während über dem Kopf in der Regel noch ausreichend Raum bleibt. Ein optionales Panorama-Schiebedach verändert das Raumgefühl, macht die Dachkonstruktion aber zugleich komplexer. Bei einem entsprechend ausgestatteten Gebrauchtwagen sollten Funktion von Rollo und Führungen sowie die Wasserabläufe geprüft werden.

Der Kofferraum setzt auf eine einfache, praktische Lösung
Das Gepäckabteil entspricht dem Format eines klassischen europäischen Kleinwagens. Die Ladefläche ist relativ regelmäßig geschnitten, beim Einladen schwerer Gegenstände machen sich jedoch Ladekante und Schwelle bemerkbar. Bei Varianten mit variablem Ladeboden lässt sich die Bodenplatte auf unterschiedlichen Höhen einsetzen. In der oberen Position entsteht nach dem Umklappen der Rücksitzlehnen eine ebenere Ladefläche, in der unteren Stellung steht mehr nutzbare Tiefe zur Verfügung.
Eine geteilt umklappbare Rücksitzlehne ist häufig vorhanden, Ausstattung und Teilungsverhältnis sollten bei einem konkreten Fahrzeug dennoch kontrolliert werden. Gerade bei frühen Basisausführungen konnte sich die Serienausstattung je nach Markt und Modelljahr unterscheiden. Unter dem Ladeboden befindet sich je nach Konfiguration ein Reserverad, Notrad oder Pannenset. Bei gebrauchten Fahrzeugen kann die ursprüngliche Ausstattung allerdings inzwischen fehlen.
Für Einkäufe, einen kompakten Kinderwagen oder das Reisegepäck von zwei Personen reicht der Stauraum im Alltag meist aus. Bei sperrigen Gegenständen begrenzen weniger die reine Laderaumtiefe als vielmehr die Breite der Öffnung und die kompakten Außenabmessungen des Fahrzeugs die Transportmöglichkeiten. Damit bleibt der Polo V auch beim Gepäckraum ein typischer Vertreter des europäischen B-Segments seiner Zeit.

Was sich beim Wechsel vom 6R zum 6C änderte
Das Facelift von 2014 veränderte die grundlegende Architektur des Innenraums nicht. Deshalb lassen sich frühe und spätere Fahrzeuge auf den ersten Blick leicht verwechseln. Die deutlichsten Unterschiede betreffen Lenkrad, Instrumente, Dekorelemente und vor allem das Infotainment. Der überarbeitete Polo erhielt modernere Radio- und Infotainmentsysteme, teilweise mit Touchscreen, Bluetooth und erweiterten Anschlussmöglichkeiten für externe Geräte.
Mit dem Facelift wurde außerdem das Angebot an Assistenzsystemen erweitert, deren Informationen teilweise im Instrumentendisplay dargestellt werden. Abhängig von Modelljahr, Ausstattung und bestellten Optionen waren unter anderem Müdigkeitserkennung, adaptive Geschwindigkeitsregelung, Front Assist mit City-Notbremsfunktion und eine Rückfahrkamera erhältlich. Für den Polo V bedeutete das einen spürbaren technischen Fortschritt. Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt sind diese Funktionen jedoch keineswegs in jedem Facelift-Fahrzeug vorhanden und müssen anhand der tatsächlichen Ausstattung geprüft werden.
Der Übergang zum 6C machte den Innenraum damit in erster Linie durch modernere Elektronik zeitgemäßer, nicht durch grundsätzlich neue Materialien oder ein größeres Platzangebot. Ein gepflegter 6R als Comfortline kann deshalb im Alltag überzeugender wirken als ein schlicht ausgestatteter 6C. Beim Gebrauchtwagenkauf sollte neben dem Baujahr immer die konkrete Ausstattung berücksichtigt werden.

Wie sich die Ausstattung auf dem deutschen Markt unterscheidet
Beim deutschen Polo V bilden Bezeichnungen wie Trendline, Comfortline und Highline eine wichtige Orientierung. Hinzu kommen jedoch zahlreiche Sondermodelle sowie Varianten wie BlueMotion, BlueGT, CrossPolo und GTI. Bei Gebrauchtwagen kann die Ausstattung außerdem durch einzeln bestellte Extras deutlich vom typischen Umfang einer Ausstattungslinie abweichen. Deshalb sollte nicht allein die Modellbezeichnung im Inserat als Grundlage für die Bewertung dienen.
Ein einfach ausgestatteter Polo kann Stoffsitze, eine manuell geregelte Klimaanlage oder eine reine Heizungs- und Lüftungsanlage, elektrische Fensterheber vorn und ein einfaches Radio besitzen. In mittleren Ausstattungen finden sich je nach Modelljahr häufiger Klimaanlage, Sitzheizung, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, Multifunktionsanzeige, Parkdistanzkontrolle, ein höhenverstellbarer Beifahrersitz und zusätzliche Ablagen.
Höher ausgestattete Fahrzeuge können über Climatronic, ein Leder-Multifunktionslenkrad, Mittelarmlehne, Sportsitze, Licht- und Regensensor, Geschwindigkeitsregelanlage, Werksnavigation sowie aufwendigere Scheinwerfersysteme verfügen. Rückfahrkamera, Panorama-Schiebedach und verschiedene Assistenzsysteme waren ebenfalls erhältlich, sollten aber nicht automatisch bei jedem Highline oder Facelift-Modell vorausgesetzt werden.
Für den Alltag bieten Fahrzeuge mit funktionierender Klimaanlage, Sitzheizung, fünftüriger Karosserie, höhenverstellbarem Fahrersitz und intakter Serienelektronik eine ausgewogene Ausstattung. Climatronic, Navigation oder sportliche Innenraumdetails können den Komfort erhöhen, gleichen aber einen stark verschlissenen Innenraum oder unsauber ausgeführte elektrische Nachrüstungen nicht aus.
Verschleiß, Geräusche und Spuren früherer Umbauten
Mit zunehmendem Alter können Knarz- und Klappergeräusche an Türverkleidungen, Mittelkonsole oder im hinteren Innenraumbereich auftreten. Die Ursache liegt nicht zwangsläufig in der ursprünglichen Verarbeitung. Geräusche können auch entstehen, nachdem Verkleidungen demontiert, Lautsprecher ersetzt, Zubehör eingebaut oder Kabel für ein nachgerüstetes Infotainmentsystem verlegt wurden. Bei der Probefahrt empfiehlt sich deshalb auch eine Strecke mit schlechterem Fahrbahnbelag.
Die Sicht nach vorn und zu den Seiten ist insgesamt unkompliziert, die Karosseriesäulen wirken nicht ungewöhnlich massiv. Nach hinten schränken die relativ kleine Heckscheibe und die hinteren Säulen den Überblick stärker ein, weshalb eine Parkdistanzkontrolle im Alltag hilfreich ist. Außerdem sollten Heckscheibenheizung, Heckwischer und die Verkabelung im Kabelübergang zur Heckklappe geprüft werden.
In der kalten Jahreszeit sind eine zuverlässig arbeitende Heizung, Sitzheizung und das Innenraumgebläse wichtig. Im Sommer sollte die Klimaanlage ausreichend kühlen und der Verdampfer keine auffälligen Gerüche verursachen. Feuchtigkeit unter den Teppichen kann auf verstopfte Abläufe, undichte Türabdichtungen beziehungsweise Türfolien, frühere Karosseriearbeiten oder Probleme mit einem vorhandenen Panorama-Schiebedach hinweisen.

Wie der Innenraum heute wirkt
Bei Displaygröße, Zahl der Anschlüsse und Smartphone-Integration kann der Polo V mit aktuellen Modellen nicht mehr mithalten. Gleichzeitig sind die zentralen Fahrzeugfunktionen nicht von einem Touchscreen-Menü abhängig, und die wichtigsten Tasten lassen sich ohne Eingewöhnung bedienen. Gerade diese klassische Bedienlogik trägt dazu bei, dass der Innenraum im Alltag weiterhin funktional wirkt.
Beim Kauf eines gebrauchten Polo ist es sinnvoller, den Zustand der Sitze, die Funktion von Klimaanlage und Heizung, Sitzheizung, Infotainment und sämtlichen elektrischen Verstellungen zu prüfen, als sich allein am Namen der Ausstattungslinie zu orientieren. Ein 6C nach dem Facelift bietet die modernere Elektronik, ein gepflegter 6R mit Klimaanlage und sinnvoller Ausstattung kann im täglichen Einsatz jedoch einen sehr ähnlichen Komfort bieten.
Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt ist ein fünftüriger Polo mit mittlerem Ausstattungsniveau und ohne unsauber ausgeführte Umbauten eine besonders unkomplizierte Konfiguration. Highline, GTI, CrossPolo, BlueGT und verschiedene Sondermodelle können Sportsitze, andere Dekore und zusätzliche Komfortausstattung mitbringen. Wichtiger als eine seltene Versionsbezeichnung bleiben jedoch der tatsächliche Zustand des Innenraums und eine nachvollziehbare Ausstattung des konkreten Fahrzeugs.