Kia Niro I (Typ DE): Hybrid, PHEV und e-Niro im Überblick

Kia Niro I (Typ DE): Die erste Generation im Überblick

Von 2016 bis 2022 verband der erste Kia Niro kompakte Crossover-Abmessungen mit Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und Elektroantrieb.

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Der Kia Niro der ersten Generation ist ein kompakter Crossover der C-SUV-Klasse. Er basiert auf einer gemeinsam von Kia und Hyundai entwickelten Plattform für elektrifizierte Fahrzeuge, die auch dem Hyundai Ioniq zugrunde liegt.

Seine Europapremiere feierte der Niro 2016 auf dem Genfer Autosalon; noch im selben Jahr begann der Verkauf in Deutschland. Zunächst kam der Vollhybrid auf den Markt, 2017 folgte der Plug-in-Hybrid. Der batterieelektrische e-Niro wurde Ende 2018 eingeführt und war in Deutschland vor allem ab 2019 verfügbar. Mit dem Generationswechsel zum Niro II (SG2) endete die Laufzeit des Typ DE im Jahr 2022.

Innerhalb der Kia-Palette war der Niro das erste eigenständige Crossover-Modell, das konsequent auf elektrifizierte Antriebe ausgelegt wurde. Je nach Antriebsart konkurrierte er unter anderem mit Toyota C-HR Hybrid, Hyundai Ioniq, Hyundai Kona Elektro sowie später mit weiteren kompakten Hybrid- und Elektro-Crossovern.

Zu den prägenden Merkmalen zählen Frontantrieb, ein Radstand von 2.700 mm, ein für die Fahrzeugklasse gut nutzbarer Innenraum und drei unterschiedliche Antriebskonzepte. Hybrid und Plug-in-Hybrid nutzen ein 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, während der e-Niro mit einem einstufigen Reduktionsgetriebe arbeitet. Das Infotainment reichte je nach Baujahr und Ausstattung von 7 bis 10,25 Zoll.

Was gegenüber dem Vorgänger neu war

Einen direkten Vorgänger gab es nicht. Der Niro eröffnete bei Kia eine neue Modelllinie zwischen klassischem Kompaktwagen und SUV. Gegenüber damaligen Baureihen wie Sportage oder Soul lag der Schwerpunkt deutlich stärker auf Effizienz und Elektrifizierung.

Die wichtigsten Merkmale:

  • Karosserie: aerodynamisch gezeichneter Fünftürer mit einem Luftwiderstandsbeiwert von etwa cw 0,29 und Kia-typischer „Tiger Nose“
  • Plattform: für Hybrid- und Elektroantriebe ausgelegte Architektur mit platzsparender Integration der Hochvoltbatterie
  • Antriebe: 1,6 GDI Hybrid, 1,6 GDI Plug-in-Hybrid sowie der vollelektrische e-Niro mit zwei Batteriegrößen
  • Innenraum: je nach Modelljahr 7-, 8- oder 10,25-Zoll-Touchscreen, Smartphone-Integration und antriebsspezifische Instrumentenanzeigen
  • Assistenzsysteme: abhängig von Ausstattung und Paketen unter anderem adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent und autonomer Notbremsassistent
  • Alltagstauglichkeit: beim Hybrid rund 427 bis 1.425 Liter Gepäckraum, beim Plug-in-Hybrid etwa 324 bis 1.322 Liter; der e-Niro bietet ungefähr 451 bis 1.405 Liter

Modellgeschichte und Antriebe

Die erste Generation wurde 2022 abgelöst. Für Deutschland waren im Lauf der Bauzeit folgende Antriebe relevant:

  • 1.6 GDI Hybrid: 104 kW (141 PS) Systemleistung, 265 Nm, Frontantrieb und 6-Gang-DCT
  • 1.6 GDI Plug-in-Hybrid: ebenfalls 104 kW (141 PS) Systemleistung und 265 Nm; die elektrische Reichweite lag je nach Messverfahren und Modelljahr bei bis zu rund 49 km nach WLTP beziehungsweise etwa 58 km nach dem früheren NEFZ
  • e-Niro 39,2 kWh: 100 kW (136 PS), Frontantrieb und bis zu rund 289 km WLTP-Reichweite
  • e-Niro 64 kWh: 150 kW (204 PS), Frontantrieb und je nach Modelljahr bis zu etwa 455 km WLTP-Reichweite

Wichtige Stationen des Modellzyklus:

  • 2016: Marktstart des Niro Hybrid in Deutschland
  • 2017: Einführung des Niro Plug-in-Hybrid
  • 2018/2019: Marktstart des e-Niro mit 39,2- und 64-kWh-Batterie
  • 2019: Modellpflege für Hybrid und Plug-in-Hybrid mit überarbeitetem Design, modernerem Infotainment und erweiterten Assistenzfunktionen
  • 2020–2022: weitere Software-, Konnektivitäts- und Ausstattungsanpassungen bis zum Generationswechsel

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind vor allem jüngere Hybridmodelle und der e-Niro mit 64-kWh-Batterie gefragt. Eine pauschale Aussage zur Batteriealterung ist jedoch nicht sinnvoll: Vor dem Kauf eines elektrifizierten Exemplars sollte der Zustand der Hochvoltbatterie per Diagnose geprüft werden.

Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland

Neuwagen der ersten Generation werden regulär nicht mehr angeboten. Das Angebot besteht aus Gebrauchtwagen bei Kia-Händlern, freien Autohäusern und auf Plattformen wie mobile.de oder AutoScout24. Neben deutschen Erstzulassungen finden sich auch EU-Importe; bei diesen sollten Ausstattung, Garantiehistorie und Ladeausstattung genau geprüft werden.

Typische Laufleistungen reichen von niedrigen fünfstelligen Kilometerständen bei späten Elektrofahrzeugen bis zu deutlich über 150.000 km bei frühen Hybridmodellen. Beim e-Niro ist die 64-kWh-Version auf dem deutschen Markt wesentlich häufiger gesucht als die Variante mit 39,2 kWh.

Die folgenden Bereiche sind grobe Angebotspreise für Deutschland Mitte 2026. Zustand, Laufleistung, Batteriezustand, Ausstattung, Vorbesitz und regionale Marktlage können den tatsächlichen Preis deutlich verändern:

VersionBaujahreTypische LaufleistungUngefährer Angebotspreis
1.6 GDI Hybrid2016–202250.000–160.000 kmca. 10.000–22.000 €
1.6 GDI Plug-in-Hybrid2017–202240.000–130.000 kmca. 14.000–25.000 €
e-Niro 39,2 kWh2019–202230.000–120.000 kmca. 15.000–22.000 €
e-Niro 64 kWh2019–202225.000–120.000 kmca. 17.000–29.000 €

Ausstattungslinien in Deutschland

Die Bezeichnungen und Serienumfänge änderten sich während der Bauzeit. Häufig anzutreffen sind die deutschen Ausstattungslinien Edition 7, Vision und Spirit; hinzu kamen zeitweise Sondermodelle und Ausstattungspakete. Importfahrzeuge können abweichende Namen und Umfänge haben.

  • Edition 7: funktionale Basisausstattung, je nach Baujahr unter anderem Klimaanlage oder Klimaautomatik, Infotainment, Smartphone-Integration und grundlegende Assistenzsysteme
  • Vision: meist umfangreicher ausgestattet, häufig mit Navigation, Sitz- und Lenkradheizung, Rückfahrkamera sowie zusätzlichen Komfort- und Assistenzfunktionen
  • Spirit: obere Ausstattungslinie, je nach Modell und Baujahr mit Lederausstattung, größerem Navigationssystem, JBL-Soundsystem, LED-Licht und erweiterten Assistenzpaketen

Die konkrete Ausstattung sollte stets anhand der Fahrgestellnummer oder der ursprünglichen Bestellunterlagen geprüft werden. Apple CarPlay und Android Auto arbeiten bei dieser Generation in der Regel kabelgebunden. Vorn kommt eine McPherson-Federbeinachse zum Einsatz, hinten eine Mehrlenkerachse – unabhängig von der Ausstattungslinie.

Fazit und heutige Relevanz

Der Kia Niro I bleibt als Gebrauchtwagen interessant, weil er drei unterschiedliche elektrifizierte Antriebskonzepte mit einer unauffälligen, alltagstauglichen Crossover-Karosserie verbindet. Der Hybrid eignet sich besonders für Fahrer ohne regelmäßige Lademöglichkeit, während Plug-in-Hybrid und e-Niro nur dann ihre jeweiligen Vorteile ausspielen, wenn das persönliche Fahr- und Ladeprofil dazu passt.

Bei jüngeren Fahrzeugen ab der Modellpflege sind Infotainment und Assistenzsysteme moderner. Beim e-Niro bietet die 64-kWh-Version die größte Reichweite; sie ist daher auf dem Gebrauchtwagenmarkt besonders gefragt. Ein guter Kauf hängt jedoch stärker von Wartung, Unfallfreiheit, Batterie- und Ladezustand sowie der tatsächlichen Ausstattung ab als allein vom Modelljahr.

Vor dem Kauf eines gebrauchten Niro sollten insbesondere folgende Punkte geprüft werden:

  • Zustand der Hochvoltbatterie per SoH-Diagnose und Fehlerspeicher
  • Wartungs- und Garantiehistorie sowie vorhandene Rückruf- oder Serviceaktionen
  • Unfallspuren, besonders am Unterboden, an Batteriegehäuse und Ladeanschluss
  • Plausibilität des Kilometerstands anhand von Servicebelegen und Diagnosedaten
  • Funktion von Kameras, Radar- und Assistenzsystemen
  • Zustand von Fahrwerk, Bremsen, Reifen und 12-Volt-Batterie
  • bei Plug-in-Hybrid und e-Niro: Ladekabel, Ladeleistung und störungsfreier Ladevorgang

In Deutschland zählt die erste Niro-Generation weiterhin zu den verbreiteten elektrifizierten Kompakt-Crossovern auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Die große Auswahl erleichtert den Vergleich, macht eine genaue Prüfung von Herkunft und Ausstattung aber umso wichtiger.