Audi A5 B10 seit 2024: Schwächen und Kaufberatung

Audi A5 III (B10) seit 2024: Worauf Käufer achten sollten

Der A5 B10 ist in Deutschland regulär erhältlich, doch bei frühen Baujahren unterscheiden sich Antriebe, Softwarestand und Ausstattung deutlich.

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Seit dem Marktstart Ende 2024 wird der neue Audi A5 in Deutschland regulär als Limousine mit großer Heckklappe und als Avant angeboten. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt finden sich bislang vor allem junge Gebrauchte, Vorführwagen und Leasingrückläufer; hinzu kommen einzelne EU-Importe. Wer einen frühen B10 mit dem Vorgänger B9 vergleicht, sollte deshalb nicht nur Laufleistung und Preis, sondern auch Antrieb, Softwarestand und Ausstattung berücksichtigen. Ausführliche Informationen zur Modellgeneration, zu den technischen Daten und zum Innenraum finden sich in den weiteren Beiträgen dieser Serie.

Plattform und Antriebe im Alltag

Mit der Premium Platform Combustion (PPC) änderten sich Elektronikarchitektur und Elektrifizierung deutlich. Dabei muss nach Motorisierung und Modelljahr unterschieden werden: Zum deutschen Marktstart gab es den 2,0-Liter-TFSI mit 110 kW (150 PS) und Frontantrieb sowie mit 150 kW (204 PS), wahlweise mit Front- oder quattro-Antrieb. Diese frühen TFSI-Versionen besitzen kein MHEV-plus-System. Der 2.0 TDI mit 150 kW (204 PS) sowie der S5 TFSI mit 270 kW (367 PS) nutzten dagegen von Beginn an die 48-Volt-Technik MHEV plus. Später wurde das Angebot unter anderem um einen TFSI quattro mit 200 kW (272 PS) sowie um die seit 2025 erhältlichen e-hybrid-Modelle mit 220 oder 270 kW Systemleistung erweitert. Sämtliche Werte sollten deshalb immer mit dem konkreten Modelljahr und der Fahrzeug-Identnummer abgeglichen werden.

Die WLTP-Verbrauchswerte unterscheiden sich je nach Motor, Antrieb, Karosserie und Ausstattung. Im Alltag können dichter Stadtverkehr, Kaltstarts, Winterbetrieb und hohes Autobahntempo den Verbrauch deutlich erhöhen; das ist von den offiziellen Prüfstandswerten zu trennen. Der 2.0 TDI eignet sich konzeptionell besonders für regelmäßige Langstrecken, während bei überwiegendem Kurzstreckenbetrieb der Zustand der Abgasnachbehandlung sorgfältig geprüft werden sollte. Beim e-hybrid hängt der reale Kraftstoffverbrauch stark davon ab, wie oft geladen wird und welcher Anteil der Fahrten elektrisch zurückgelegt werden kann.

Die siebenstufige S tronic gehört bei den deutschen A5-B10-Versionen zum Antriebskonzept. Belastbare Langzeiterfahrungen mit sehr hohen Laufleistungen liegen wegen des jungen Fahrzeugalters noch nicht in ausreichendem Umfang vor. Bei einer Probefahrt sollten daher Anfahren, Rangieren, langsamer Stop-and-go-Verkehr sowie Schaltvorgänge bei kaltem und warmem Antrieb geprüft werden. Wartungsarbeiten und Flüssigkeitswechsel sind nach dem fahrzeugspezifischen Audi-Serviceplan auszuführen; ein pauschales Intervall für alle Varianten wäre nicht sachgerecht.

Innenraum, Materialien und digitale Bedienung

Das neue Cockpit mit gebogenem MMI-Panoramadisplay und stark digitalisiertem Bedienkonzept polarisiert. Die oberen Bereiche von Armaturentafel und Türverkleidungen wirken überwiegend hochwertig, während weiter unten teilweise härtere Kunststoffe eingesetzt werden. Das beeinträchtigt die Funktion nicht, kann im direkten Vergleich mit dem B9 aber einen weniger wertigen Eindruck hinterlassen. Bei Gebrauchtwagen lohnt sich ein genauer Blick auf häufig berührte Flächen, Zierleisten, Sitzwangen und die Bedieneinheit in der Fahrertür.

Viele Funktionen werden über das zentrale Touchdisplay gesteuert; auch die Klimabedienung ist weitgehend in die digitale Oberfläche eingebunden. Deshalb sollte vor dem Kauf geprüft werden, ob der aktuelle Softwarestand installiert ist, das System ohne Neustarts reagiert und Smartphone-Anbindung, Navigation, Sprachbedienung sowie das optionale Beifahrerdisplay korrekt funktionieren. Gerade bei frühen Fahrzeugen sind außerdem offene Serviceaktionen und verfügbare Softwareupdates anhand der Fahrzeug-Identnummer zu kontrollieren. In Mobilfunklöchern sollten grundlegende Fahrzeugfunktionen weiterhin ohne Online-Verbindung bedienbar bleiben.

Der Geräuschkomfort hängt spürbar von Radgröße, Reifentyp und Fahrbahnbelag ab. Grober Asphalt kann stärkeres Abrollgeräusch erzeugen, während Windgeräusche zusätzlich vom Zustand der Tür- und Fensterdichtungen abhängen. Eine Probefahrt sollte daher sowohl Stadtstraßen als auch einen Autobahnabschnitt umfassen. Zusätzliche Dämmmaßnahmen sind erst nach einer solchen Prüfung sinnvoll, denn Reifenwahl und Luftdruck können den Eindruck ebenso stark beeinflussen.

Besonderheiten des deutschen Marktes und Fahrzeugzustand

Da der A5 B10 erst seit Ende 2024 auf dem deutschen Markt ist, besteht das Gebrauchtwagenangebot überwiegend aus jungen Fahrzeugen. Bei Vorführwagen, Leasingrückläufern und EU-Importen sollten die digitale und dokumentierte Servicehistorie, die Herkunft, frühere Schäden sowie die genaue Ausstattung geprüft werden. Für belastbare Aussagen zur langfristigen Korrosionsbeständigkeit ist die Baureihe noch zu jung. Unabhängig davon empfiehlt sich bei Fahrzeugen aus Regionen mit intensivem Streusalzeinsatz eine Kontrolle von Unterboden, Schwellern, Radläufen und Fahrwerksteilen.

Deutsche Winter, sommerliche Hitze und häufige Temperaturschwankungen beanspruchen Innenraum und Elektronik. Leder- und Kunstlederbezüge können sich ohne Sitzbelüftung stark aufheizen, während die großen Displayflächen empfindlich auf ungeeignete Reinigungsmittel reagieren. Eine belastbare Ausfallstatistik für die Elektronik gibt es aufgrund des kurzen Marktzeitraums noch nicht. Umso wichtiger ist es, Kameras, Radar- und Parksensoren, Beleuchtung, Assistenzsysteme und sämtliche Anzeigen während Besichtigung und Probefahrt vollständig zu testen.

Die Unterhalts- und Reparaturkosten liegen grundsätzlich auf dem Niveau eines modernen Premiumfahrzeugs und hängen stark von Motorisierung, Rädern und Sonderausstattung ab. Bei quattro-Versionen sollten Undichtigkeiten, ungewöhnliche Geräusche und Verspannungen im Antriebsstrang ausgeschlossen werden. Reifen und Bremsen können bei großen Radformaten und dynamischer Fahrweise einen erheblichen Kostenfaktor darstellen. Vor dem Kauf sind deshalb Profiltiefe, gleichmäßiger Reifenverschleiß, Bremsscheiben und Beläge ebenso relevant wie ein nachvollziehbarer Serviceverlauf.

Was sich verbessern lässt und was zu prüfen ist

Ein Teil der Kritik an frühen Fahrzeugen betrifft Software und Bedienlogik. Verfügbare Updates können einzelne Funktionsstörungen beheben, verändern aber nicht das grundsätzlich touchorientierte Konzept. Schutzfolien für die Displays und geeignete Pflegemittel für die Sitzbezüge helfen, Gebrauchsspuren zu begrenzen. Wer Abrollgeräusche als störend empfindet, sollte zunächst Reifenmodell, Radgröße und Luftdruck prüfen, bevor zusätzliche Dämmarbeiten beauftragt werden.

Bei einem Gebrauchtwagen sind eine lückenlose Servicehistorie, der Abgleich der Fahrzeug-Identnummer und die Prüfung offener Rückruf- oder Serviceaktionen besonders wichtig. Bei höherer Laufleistung verdienen Anfahrverhalten und Kupplungsregelung der S tronic Aufmerksamkeit; beim TDI kommen Dieselpartikelfilter und Abgasrückführung hinzu. Fahrzeuge mit MHEV plus sollten ohne Warnmeldungen rekuperieren und starten. Beim e-hybrid sind außerdem Ladefunktion, Ladekabel und der diagnostisch auslesbare Zustand der Hochvoltbatterie zu prüfen. Eine Probefahrt auf unterschiedlichen Belägen zeigt, ob Fahrwerk, Lenkung und Geräuschkomfort zum konkreten Fahrzeug passen.

Ein mögliches Budget nach dem Kauf betrifft eher individuelle Maßnahmen wie Display- oder Lackschutz, Reifenwechsel und gegebenenfalls eine fachgerecht ausgeführte Geräuschdämmung. Notwendige Reparaturen, fällige Wartungsarbeiten oder fehlendes Ladezubehör beim e-hybrid sind davon getrennt zu kalkulieren. Entscheidend ist der Zustand des einzelnen Fahrzeugs; pauschale Aussagen zu typischen Nachrüstkosten wären bei der noch jungen Baureihe wenig belastbar.

Gesamtbild für die Kaufentscheidung

Der Audi A5 der dritten Generation verbindet eine neue technische Basis mit einem deutlich stärker digitalisierten Innenraum. Gerade bei den frühen Baujahren sollten Käufer jedoch genau zwischen TFSI, TDI, MHEV plus und e-hybrid unterscheiden. Für eine belastbare Langzeitbewertung von Motoren, Getriebe, 48-Volt-System und Elektronik ist die Modellreihe noch zu jung. Am sinnvollsten sind daher Fahrzeuge mit transparenter Historie, vollständigen Unterlagen, aktuellem Softwarestand und einer Laufleistung, die zu Alter und Nutzung passt.

Gegenüber dem B9 bietet der B10 modernere Elektronik, neue Antriebsvarianten und je nach Ausführung mehr Komfort, zugleich werden Materialauswahl und Bedienkonzept kontrovers beurteilt. Wer den Wagen länger halten möchte, sollte Wartung nach Herstellervorgabe, den Zustand von Getriebe und Hybridkomponenten sowie mögliche Software- und Serviceaktionen konsequent im Blick behalten. Limousine und Avant bleiben praktische Premium-Mittelklassemodelle; die richtige Wahl hängt vor allem von Antriebsprofil, Ausstattung und Zustand des konkreten Exemplars ab.